Wenn der Staubsauger plötzlich kaum noch Schmutz aufnimmt, blockiert meist etwas den Luftweg: Beutel, Filter, Rohr, Schlauch oder Bürste. Vier dieser fünf Stellen können Sie selbst prüfen und meist ohne Werkzeug beheben. Nur wenn alle fünf Prüfpunkte in Ordnung sind und das Gerät weiterhin schlecht saugt, sollten Sie einen Kundendienst rufen.
Beutel oder Behälter prüfen
Der Staubsaugerbeutel ist die erste und einfachste Stelle, die Sie kontrollieren sollten. Ein voller Beutel erhöht den Strömungswiderstand. Dann strömt weniger Luft durch das System, und die Saugleistung sinkt spürbar.
Achten Sie darauf: Nicht nur der sichtbare Füllstand ist entscheidend. Feiner Staub wie Mehl, Sand oder Zementstaub kann die Poren des Beutels zusetzen, noch bevor er voll aussieht. Wenn Ihr Gerät eine Beutelwechselanzeige hat, reagieren Sie darauf, auch wenn der Beutel noch nicht voll wirkt. Ein voller oder zugesetzter Beutel muss ausgetauscht werden.
Bei beutellosen Geräten leeren Sie die Staubbox vollständig. Kontrollieren Sie zusätzlich den Zyklon, das Gitter und die Einlassklappe. Flusen und Fasern können sich dort festsetzen und den Luftstrom behindern. Dyson weist darauf hin, dass eine blockierte Behältereinlassklappe die Saugkraft verringern und ein pulsierendes Geräusch verursachen kann. Reinigen Sie die Box nur so, wie es die Gebrauchsanleitung vorsieht. Wasser ist nicht für jedes Gehäuse geeignet.
Filter kontrollieren
Filter gehören zu den häufigsten Ursachen für nachlassende Saugleistung. Die Europäische Kommission empfiehlt, Filter nach Herstellerangaben regelmäßig zu wechseln oder zu reinigen, damit sie den Luftstrom nicht blockieren.
Bei Staubsaugern mit Beutel gibt es meist mehrere Filter: einen Motorschutzfilter vor dem Motor und einen Abluft- oder Ausblasfilter dahinter. Je nach Modell können zusätzlich Hygiene-, Aktivkohle- oder HEPA-Filter verbaut sein. Miele beschreibt, dass ein zugesetzter Motorschutzfilter und ein verstopfter Abluftfilter die Saugleistung reduzieren können.
Bei beutellosen und kabellosen Geräten sind die Filter häufig waschbar. Dyson empfiehlt, den Filter mit kaltem Wasser zu reinigen und dann mindestens 24 Stunden trocknen zu lassen. Der Staubsauger darf erst wieder eingesetzt werden, wenn der Filter vollständig trocken ist. Manche Filter dürfen nur ausgeklopft oder ersetzt werden. Ob Ihr Filter gewaschen, ausgeklopft oder ersetzt werden muss, steht ausschließlich in der Gebrauchsanleitung.
Feinstaub setzt Filter besonders schnell zu. Wenn Sie häufig Mehl, feinen Sand oder Baustoffreste aufsaugen, müssen Sie Beutel und Filter vermutlich öfter wechseln oder reinigen als bei normalem Hausstaub.
Rohr auf Blockaden untersuchen
Das Teleskoprohr oder Verlängerungsrohr ist ein enger Abschnitt des Luftwegs. Dort können sich größere Gegenstände verfangen. Papier, Folien, Spielzeugteile oder verdichtete Haar- und Faserknäuel sind typische Blockaden.
Trennen Sie Düse, Rohr und Schlauch voneinander. Kontrollieren Sie beide Rohrenden. Wenn Sie eine Blockade entdecken, schieben Sie sie vorsichtig in Richtung Bodendüse heraus. Ein Besenstiel kann dabei helfen, aber nur mit Vorsicht. Metallrohre sind meist mechanisch robuster. Kunststoffrohre können bei zu viel Druck brechen oder sich verformen. Elektrisch kontaktierte Rohre von Elektrobürsten dürfen nicht mit Wasser gereinigt werden. Bei Akkusaugern mit integrierten Luftkanälen gibt es möglicherweise kein separat durchgängiges Rohr. Hier ist die Anleitung des Herstellers maßgeblich.
Schlauch durchgehen
Ein verstopfter Schlauch kann die Saugleistung stark reduzieren, auch wenn Beutel oder Behälter leer und die Filter sauber sind. Typische Anzeichen sind ein ungewöhnlich dumpfes oder pfeifendes Geräusch, ein stärkerer Luftstrom direkt am Gerät als an der Düse, ungewöhnliche Wärmeentwicklung oder schwankende Leistung.
Schalten Sie das Gerät aus und ziehen Sie den Netzstecker. Trennen Sie Schlauch, Handgriff, Rohr und Bodendüse einzeln. So können Sie den blockierten Abschnitt eingrenzen. Miele beschreibt dieses Zerlegen der Saugwege als Vorgehen bei Grobteilen im Schlauch oder Teleskoprohr.
Ein Besenstiel kann bei klassischen Schlauchkonstruktionen vorsichtig helfen. Er ist aber nicht für dünne oder sehr flexible Schläuche geeignet, auch nicht für Schläuche mit elektrischen Leitungen oder integrierten Bedienelementen. Wasser sollten Sie nur einsetzen, wenn die Anleitung dies ausdrücklich erlaubt. Ein nasser Schlauch darf nicht wieder montiert werden, solange sich noch Feuchtigkeit darin befindet.
Bürste und Bodendüse reinigen
Die Bürste ist der letzte Prüfort, aber besonders wichtig. Bei Teppich- und Tierhaarproblemen kann eine blockierte oder nicht mehr angetriebene Bürstenwalze die Reinigungsleistung deutlich verschlechtern. Das passiert auch, wenn der Staubsauger noch ausreichend Luft zieht.
Typische Ursachen sind Haare und Fäden um die Bürstenwalze, Flusen an den Endlagern, Fremdkörper im Düsenhals oder blockierte Klappen. Miele empfiehlt, Fäden und Haare an der Unterseite der Turbobürste entlang einer vorhandenen Führungsnut vorsichtig mit einer Schere zu durchtrennen. Vorher müssen Sie das Gerät ausschalten und den Netzstecker ziehen.
Unterscheiden Sie zwischen einer luftstrombetriebenen Turbobürste und einer Elektrobürste. Die Turbobürste wird durch den Saugstrom angetrieben. Wird der Luftweg blockiert oder liegt die Düse zu dicht auf einem dichten Teppich, kann die Drehzahl sinken. Miele beschreibt, dass bei dichtgewebten Teppichen der Saugmund so stark vom Flor umschlossen werden kann, dass der notwendige Luftstrom für eine Turbobürste fehlt. In diesem Fall können Sie einen Nebenluftsteller öffnen. Eine Elektrobürste hat einen eigenen Antrieb. Dreht sie nicht, können zusätzlich Antrieb, Stromkontakte oder eine Schutzabschaltung betroffen sein. Eine reine Bodendüse ohne Bürstenwalze kann durch falsche Umschaltung, verstopfte Öffnungen oder eine beschädigte Dichtung auffällig werden.