Kalk im Wasserkocher lässt sich kaum vermeiden, vor allem bei hartem Wasser. Welche Entkalkungsmethode geeignet ist, hängt vom Material ab: Edelstahl, Kunststoff, Aluminium und beschichtete Innenflächen reagieren unterschiedlich auf Säuren. Eine falsche Methode kann Dichtungen angreifen, Beschichtungen beschädigen und die Lebensdauer verkürzen.
Die Bedienungsanleitung ist die wichtigste Quelle
Bevor Sie Essig, Zitronensäure oder einen Spezialreiniger verwenden, sehen Sie in die Bedienungsanleitung. Hersteller wie Tefal, Bosch, Philips oder AEG nennen dort meist konkrete Verfahren zum Entkalken. Diese Verfahren unterscheiden sich nicht nur zwischen Marken, sondern auch zwischen Modellen derselben Marke. Was für einen Edelstahl-Wasserkocher von Tefal geeignet ist, kann für ein Kunststoffmodell ungeeignet sein. Die Anleitung nennt das erlaubte Mittel, die richtige Dosierung, die Einwirkzeit und oft auch die Temperatur. Wenn die Anleitung fehlt, können Sie die Modellnummer auf der Herstellerseite suchen oder den Kundendienst kontaktieren.
Geeignete Methoden für Edelstahl-Wasserkocher
Edelstahl verträgt verdünnte organische Säuren in der Regel gut, wenn der Hersteller es erlaubt. Viele Hersteller nennen Zitronensäure oder verdünnten Haushaltsessig als mögliche Mittel. Tefal gibt für seine Edelstahlmodelle zwei Verfahren an: entweder 0,5 Liter weißen Essig eine Stunde lang ohne Erhitzen einwirken lassen oder 0,5 Liter Wasser erhitzen, 25 Gramm Zitronensäure zugeben und 15 Minuten einwirken lassen. Medion nennt für ein vergleichbares Modell ähnliche Werte. Halten Sie die Dosierung genau ein und lassen Sie die Lösung nicht länger einwirken als angegeben. Nach der Behandlung müssen Sie den Wasserkocher gründlich ausspülen. Bei Tefal sind es fünf- bis sechsmal, bei anderen Herstellern reichen drei Durchgänge mit klarem Wasser. Essigessenz sollten Sie nur verwenden, wenn die Anleitung eine genaue Verdünnung vorgibt. Die höhere Konzentration kann Schäden verursachen.
Kunststoff, Aluminium und Beschichtungen erfordern besondere Vorsicht
Bei Kunststoff-Wasserkochern ist die Verträglichkeit des Materials nicht nur für den Korpus wichtig. Dichtungen, Ventile und Sichtfenster bestehen oft aus anderen Kunststoffen. Diese können empfindlicher reagieren. Tefal empfiehlt bei Kunststoffmodellen spezielle Entkalkungsprodukte. Wenn die Anleitung Zitronensäure oder Essig nennt, können Sie diese verwenden. Verwenden Sie aber keine scheuernden Werkzeuge und lassen Sie die Lösung nicht über Nacht stehen.
Aluminium ist der problematischste Fall. Säuren können die natürliche Oxidschicht angreifen und Korrosion verursachen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Zitronensäure Aluminiumlegierungen angreifen kann. Ein Wasserkocher kann außen wie Edelstahl aussehen, während Heizboden oder Innenteile aus Aluminium bestehen. Ohne ausdrückliche Herstellerfreigabe sollten Sie keine selbstgemischten Säuren verwenden. Nutzen Sie stattdessen einen freigegebenen Spezialentkalker. Das Gleiche gilt für beschichtete Innenflächen. Scheuermittel, Stahlwolle und harte Bürsten sind hier nicht geeignet, da sie die Antihaft- oder Dekorbeschichtung zerstören.
Abnehmbare Teile und Filter separat behandeln
Reinigen Sie herausnehmbare Kalkfilter, Deckel und Dichtungen getrennt vom restlichen Wasserkocher. Tefal erlaubt es, den Filter in weißem Essig oder verdünnter Zitronensäure einzuweichen. Nach der Behandlung spülen Sie das Teil gründlich ab, bevor Sie es wieder einsetzen. Dichtungen und Ventile können Sie mit einem weichen, feuchten Tuch reinigen. Legen Sie sie nicht in hoch konzentrierte Säure, es sei denn, die Anleitung erlaubt es. Sockel, Kabel, Stecker und elektrische Kontakte dürfen nicht mit Wasser oder Entkalkerlösung in Berührung kommen. Ziehen Sie vor der Reinigung den Netzstecker.
Nach dem Entkalken spülen
Das Spülen ist nicht nur eine Formalität. Rückstände von Entkalkern oder Säuren können den Geschmack des nächsten Wassers beeinträchtigen. Bei empfindlichen Personen können sie Reizungen verursachen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nach dem Entkalken mehrmals mit klarem Wasser zu spülen. Philips rät zusätzlich, mindestens einmal frisches Wasser aufzukochen und auszugießen. Bei Essig sollten Sie so lange spülen und frisches Wasser aufkochen, bis kein Essiggeruch mehr wahrnehmbar ist. So vermeiden Sie auch, dass jemand versehentlich die Entkalkerlösung trinkt.