Kalk entsteht, wenn hartes Leitungswasser verdunstet. Die gelösten Mineralien, vor allem Calcium und Magnesium, bleiben dann als weiße Ablagerungen zurück. In Bad und Küche setzt er sich an Armaturen, Duschköpfen, Fliesen und im Wasserkocher fest. Essig und Zitronensäure sind die wirksamsten Hausmittel. Beide lösen Kalk chemisch auf. Sie unterscheiden sich aber darin, welche Materialien sie angreifen und wie man sie anwendet. Falsch angewendet beschädigen sie Dichtungen, Oberflächen oder Geräte.
Warum Essig und Zitronensäure Kalk lösen
Kalk ist ein Salz, das in Säure reagiert. Wenn Essigsäure oder Zitronensäure auf Kalk trifft, entstehen wasserlösliche Verbindungen, Kohlensäure und Wasser. Die Säure löst den festen Belag also chemisch auf. Deshalb wirken beide Hausmittel auch an schwer zugänglichen Stellen, etwa im Inneren eines Duschkopfs oder am Heizstab des Wasserkochers.
Essig und Zitronensäure unterscheiden sich in ihrer Stärke und ihren Nebenwirkungen: Essig riecht stark und greift manche Materialien an, Zitronensäure riecht weniger und gilt als etwas schonender. Dafür müssen Sie das Pulver erst in Wasser auflösen. Beide Säuren lösen Kalk zuverlässig, wenn Sie ihnen genügend Einwirkzeit geben. Ein kurzes Abwischen mit Essig entfernt dicke Kalkschichten nicht, weil die Säure Zeit braucht, um in den Belag einzudringen.
Welche Säure für welche Stelle
Im täglichen Gebrauch reicht für Armaturen und Waschbecken meist Essigessenz oder Haushaltsessig. Mischen Sie Essig mit Wasser im Verhältnis 1:1. Tragen Sie die Lösung mit einem Tuch auf und lassen Sie sie zehn bis fünfzehn Minuten einwirken. Danach spülen Sie mit klarem Wasser nach und reiben trocken. Bei hartnäckigen Ablagerungen können Sie ein mit Essig getränktes Tuch um die Armatur wickeln und über Nacht einwirken lassen.
Zitronensäure eignet sich besonders für Geräte, bei denen Sie keinen Essiggeruch möchten. Für den Wasserkocher lösen Sie zwei bis drei Esslöffel Zitronensäurepulver in einem Liter Wasser auf. Kochen Sie das Gemisch auf und lassen Sie es eine halbe Stunde stehen. Danach gießen Sie es aus, spülen mit klarem Wasser nach und kochen einmal frisch auf. Für Kaffeemaschinen verwenden Sie die gleiche Lösung. Lassen Sie sie durch den Brühvorgang laufen und spülen Sie anschließend zwei bis drei Mal mit klarem Wasser nach.
Materialien, die Sie schonen müssen
Nicht jede Oberfläche verträgt Säure. Naturstein wie Marmor oder Granit reagiert empfindlich auf Essig und Zitronensäure. Die Säure ätzt die Oberfläche an und hinterlässt matte Flecken. Für solche Flächen verwenden Sie besser neutrale Reiniger oder spezielle Kalklöser für Naturstein. Säure greift auch Aluminium und empfindliche Metalle an. Lassen Sie Essig und Zitronensäure deshalb nicht auf ungeschützten Aluminiumflächen einwirken.
Gummidichtungen und Silikonfugen vertragen Säure nur begrenzt. Wenn Sie Armaturen oder Duschköpfe längere Zeit in Essig einlegen, kann das die Dichtungen porös machen. Nehmen Sie Duschköpfe und Perlstrahler daher nur kurz in ein Essigbad, höchstens für eine Stunde. Spülen Sie sie danach gründlich ab. Bei eingebauten Dichtungen wischen Sie die Säure besser ab, statt sie einweichen zu lassen.
Mischen Sie Essig oder Zitronensäure niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder Bleiche. Dabei entsteht Chlorgas, das die Atemwege reizt und gesundheitsschädlich ist. Verwenden Sie Säuren immer separat und spülen Sie die Fläche zwischen verschiedenen Reinigern gründlich ab.
Kalk in der Küche entfernen
Im Wasserkocher setzt sich Kalk vor allem am Heizstab und am Boden ab. Je härter das Wasser in Ihrer Region ist, desto schneller bildet sich die Schicht. Entkalken Sie den Wasserkocher regelmäßig, etwa alle vier bis sechs Wochen. Sonst verlängert sich die Aufheizzeit und der Energieverbrauch steigt. Die Zitronensäurelösung aus dem vorherigen Abschnitt löst auch dicke Schichten, wenn Sie die Einwirkzeit auf eine Stunde verlängern.
Bei Kaffeemaschinen ist regelmäßiges Entkalken wichtig für Hygiene und Funktion. Verkalkte Leitungen und Heizungen lassen das Gerät langsamer arbeiten und können im schlimmsten Fall Defekte verursachen. Führen Sie die Entkalkungslösung ohne Kaffeepulver durch den Brühvorgang und spülen Sie danach gründlich. So landet kein säuerlicher Geschmack im nächsten Kaffee.
Küchenarmaturen und Spülen aus Edelstahl reinigen Sie am besten mit einer Essig-Wasser-Lösung. Edelstahl verträgt Essig gut, wenn Sie die Fläche danach mit klarem Wasser abspülen und trockenreiben. Lassen Sie die Säure nicht zu lange auf der Oberfläche. Sonst bilden sich Wasserflecken oder leichte Verfärbungen. Für verchromte Armaturen gilt dasselbe: Einweichen hilft gegen Kalk, aber spülen Sie die Chromschicht danach gründlich ab.
Kalk im Bad entfernen
Der Duschkopf gehört im Bad zu den am stärksten verkalkten Teilen. Er kommt ständig mit Wasser in Kontakt, und die feinen Düsen setzen schnell zu. Bei einem abnehmbaren Duschkopf legen Sie ihn in ein Gefäß mit Essig-Wasser-Lösung oder Zitronensäurelösung und lassen ihn eine Stunde einwirken. Danach bürsten Sie die Düsen mit einer alten Zahnbürste durch und spülen gründlich ab. Bei fest installierten Duschköpfen füllen Sie die Lösung in einen Plastikbeutel, binden ihn mit einem Gummiband um den Duschkopf und lassen ihn einwirken.
Kalkflecken auf Fliesen und in Fugen entfernen Sie mit einer Essig-Wasser-Lösung und einer Bürste. Bei stark verkalkten Fugen lassen Sie die Lösung länger einwirken und schrubben dann mit einer Fugenbürste. Silikonfugen sparen Sie dabei aus, weil die Säure das Silikon angreifen kann. Wenn die Fugen bereits porös sind, hilft nur neues Abdichten. Reiniger helfen dann nicht mehr.
Für Badarmaturen und Waschbecken gilt die gleiche Methode wie in der Küche: Essig-Wasser-Lösung auftragen, einwirken lassen, abspülen, trockenreiben. Bei sehr hartnäckigen Ablagerungen am Waschbeckenrand tränken Sie Küchenpapier in Essig, legen es auf die Stelle und lassen es über Nacht einwirken. Danach lässt sich der Kalk meist mit einem Schwamm abwischen.
Kalk vorbeugen
Kalk vermeiden Sie am einfachsten, wenn Sie Armaturen und Flächen nach dem Gebrauch abtrocknen. Ein Wisch mit einem trockenen Tuch verhindert, dass das Wasser verdunstet und die Mineralien zurückbleiben. Das klingt aufwendig, spart aber langfristig das regelmäßige Entkalken.
Für Wasserkocher und Kaffeemaschinen können Sie abgekochtes oder gefiltertes Wasser verwenden. Ein handelsüblicher Wasserfilter entfernt einen Teil der Mineralien, die das Wasser hart machen. Dadurch setzt sich weniger Kalk ab. Die Ablagerung verhindert er nicht vollständig, aber Sie müssen deutlich seltener entkalken.
Wenn Sie in einer Region mit sehr hartem Wasser leben, lohnt sich ein Blick auf die Wasserhärte Ihrer Gemeinde. Die Werte finden Sie beim örtlichen Wasserversorger. Je härter das Wasser, desto häufiger müssen Sie entkalken. Planen Sie die Methoden aus diesem Ratgeber dann als feste Routine ein.