Wenn Sie Ihre Website oder Ihren Onlineshop selbst betreuen, brauchen Sie für eine solide SEO-Grundlage kein Geld auszugeben. Die wichtigsten Daten liefern kostenlose Werkzeuge von Google und Microsoft. Bezahl-Suiten wie Ahrefs, Moz Pro, SEMrush oder Surfer SEO kosten mehrere hundert US-Dollar pro Monat und lohnen sich erst, wenn Sie an konkrete Grenzen stoßen.

SEO bedeutet: Ihre Seiten in Suchmaschinen gut auffindbar machen. Dazu gehören technische Prüfungen, passende Texte und das Wissen, wonach Ihre Besucher suchen. Dafür reichen neun Werkzeuge mit kostenlosem oder günstigem Einstieg.

Wann kostenlose SEO-Tools ausreichen

Die kostenlosen Google-Werkzeuge decken den größten Teil der täglichen SEO-Arbeit ab. Sie zeigen, welche Suchanfragen Klicks bringen, ob Google Ihre Seiten in den Index aufnimmt und wie schnell Ihre Seite lädt. Ob strukturierte Daten korrekt sind, lässt sich mit ihnen ebenfalls prüfen. Ein Abo wird erst interessant, wenn Sie eine Frage haben, die diese Werkzeuge nicht beantworten.

Eine einfache Regel hilft bei der Entscheidung: Überlegen Sie zuerst, welche Frage Sie mit den kostenlosen Tools nicht beantworten können. Erst wenn diese Frage konkret ist, lohnt sich ein Abo. Für die meisten Einzelkämpfer und kleinen Shops bleibt diese Frage lange offen.

Sichtbarkeit in Google und Bing

Die Google Search Console ist das wichtigste Werkzeug für Ihre Website. Sie zeigt, für welche Suchanfragen Ihre Seiten in den Google-Ergebnissen erscheinen, wie oft Nutzer darauf klicken und an welcher Position Ihre Seite steht. Außerdem meldet sie Indexierungsfehler, also Seiten, die Google nicht aufnehmen kann, und bewertet die Nutzerfreundlichkeit auf dem Handy.

Die Einrichtung dauert wenige Minuten: Sie bestätigen über einen DNS-Eintrag oder eine kleine Datei, dass Ihnen die Domain gehört, und reichen anschließend Ihre Sitemap ein, also die Liste aller Seiten Ihrer Website. Danach prüfen Sie einmal pro Woche den Bericht „Seiten“, um zu sehen, ob Google neue Inhalte übernimmt oder Fehler meldet.

Bing Webmaster Tools ist das Gegenstück für die Microsoft-Suche. Die Bedienung ähnelt der Search Console, zusätzlich gibt es ein kostenloses Keyword-Recherche-Tool und einen Seiten-Scan. Der Marktanteil von Bing ist kleiner, aber die Daten kosten nichts und zeigen manchmal Suchbegriffe, die Google nicht anzeigt.

Besucherverhalten mit Google Analytics

Google Analytics 4 (GA4) zeigt, was Besucher auf Ihrer Website tun, nachdem sie angekommen sind. Das Tool ist kostenlos. Darin sehen Sie, welche Seiten am häufigsten aufgerufen werden und wie lange Nutzer bleiben. Woher die Besucher kommen und mit welchem Gerät sie surfen, lässt sich ebenfalls ablesen.

Der Unterschied zur Search Console: Die Search Console zeigt die Suchanfrage vor dem Klick, Analytics zeigt das Verhalten nach dem Klick. Wenn viele Besucher über eine bestimmte Suchanfrage kommen, aber sofort wieder gehen, sehen Sie das erst in GA4.

GA4 ist nicht ganz einfach zu bedienen, weil Google die Oberfläche gegenüber dem Vorgänger stark umgebaut hat. Für den Einstieg reichen zwei Berichte: „Engagement“ für die beliebtesten Seiten und „Akquise“ für die Herkunft der Besucher.

Ladezeit und Technik prüfen

PageSpeed Insights misst, wie schnell Ihre Seiten auf dem Handy und am Computer laden. Das kostenlose Tool von Google vergibt einen Punktwert und nennt konkrete Ursachen, wenn die Seite langsam ist, etwa zu große Bilder oder JavaScript, das erst nach dem Laden ausgeführt wird. Testen Sie nicht jede Seite, sondern Ihre Startseite und die zwei oder drei Seiten, die am meisten Besucher bekommen.

Screaming Frog SEO Spider arbeitet wie ein Mini-Suchroboter: Das Programm durchläuft Ihre Website und sammelt technische Daten. Sie sehen kaputte Links, doppelte Titel, fehlende Meta-Beschreibungen und Weiterleitungen. Die kostenlose Version prüft eine begrenzte Anzahl von URLs, das reicht für viele kleine Websites. Wer mehr Seiten hat, kauft eine Jahreslizenz, die im Vergleich zu den großen SEO-Suiten günstig ausfällt.

Strukturierte Daten testen

Der Rich Results Test von Google prüft, ob Ihre strukturierten Daten korrekt sind. Strukturierte Daten sind Code-Abschnitte im Hintergrund Ihrer Seite, die Google mitteilen, worum es sich handelt: ein Produkt mit Preis, eine FAQ, ein Rezept. Wenn der Code stimmt, kann Google in den Suchergebnissen Zusatzinformationen anzeigen, etwa Bewertungssterne oder aufklappbare Fragen.

Sie geben die URL einer Seite ein und sehen sofort, ob Google die Daten lesen kann und welche Fehler auftreten. Das Tool ist kostenlos und lohnt sich, wenn Sie Produkt- oder FAQ-Seiten betreiben.

Keywords und Themen finden

Google Trends zeigt, wie sich das Suchinteresse für ein Thema über die Zeit entwickelt. Sie sehen, ob ein Begriff im Sommer oder im Winter häufiger gesucht wird und in welchen Regionen er besonders gefragt ist. Das hilft bei der Planung von Inhalten, etwa wenn Sie einen Blogartikel zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichen wollen.

Ubersuggest liefert Keyword-Ideen mit Suchvolumen und einem Schwierigkeitsgrad. Der kostenlose Tarif erlaubt nur wenige Abfragen pro Tag, für erste Recherchen reicht das. Die bezahlten Pläne sind deutlich günstiger als die großen Suiten und eine Option, wenn Sie regelmäßig Keywords recherchieren.

Ahrefs Webmaster Tools ist die kostenlose Variante des Bezahltools Ahrefs. Die Webmaster-Version zeigt für Ihre eigene Website die Backlinks, also Verlinkungen von anderen Seiten, und die Suchbegriffe, für die Ihre Seiten bereits in den Suchergebnissen erscheinen. Damit sehen Sie, welche Inhalte funktionieren und welche Seiten andere Websites verlinken.

Wann sich ein bezahltes SEO-Tool lohnt

Die Grenze zwischen kostenlos und bezahlt erreichen Sie, wenn ein konkretes Werkzeug an seine Grenzen stößt. Bei Screaming Frog ist das die Begrenzung der URL-Anzahl, bei Ubersuggest die tägliche Abfragezahl. Wer regelmäßig viele Artikel schreibt, kann über ein Content-Optimierungs-Tool wie Surfer SEO nachdenken, das aber nur für intensive Produktion gedacht ist.

Prüfen Sie vor jedem Abo, ob der Funktionsumfang zu Ihrer Website passt. Die Preise der Anbieter ändern sich, und viele Tools bieten Testphasen an. Ein Jahresabo ist erst dann sinnvoll, wenn Sie das Werkzeug tatsächlich jede Woche nutzen.