Ein unangenehmer Geruch aus dem Kühlschrank ist nicht nur lästig. Er zeigt, dass etwas im Innenraum nicht stimmt, zum Beispiel ein vergessenes Lebensmittel, eine verschüttete Flüssigkeit oder ein Problem mit dem Ablauf. Wer sofort zu Duftsprays oder Natron greift, überdeckt das Problem nur und beseitigt die Ursache nicht.

Finden Sie zuerst die Quelle, dann reinigen Sie und binden Sie erst danach Gerüche. Dabei spielen auch Materialien und der Gerätetyp eine Rolle.

Geruchsursache systematisch eingrenzen

Bevor Sie reinigen oder ein Mittel gegen Geruch einsetzen, räumen Sie den Kühlschrank aus und prüfen Sie jeden Bereich genau. Nehmen Sie alle herausnehmbaren Teile wie Glasböden, Schubladen und Türablagen heraus. Untersuchen Sie die Lebensmittel einzeln: Riecht etwas verdorben? Ist die Verpackung aufgebläht? Sind Flüssigkeiten ausgelaufen? Achten Sie besonders auf Bereiche unter den Fächern, in den Falzen der Schubladen und an der Rückwand. Ein häufiger Fehler ist, nur die offensichtlichen Ablagen zu kontrollieren. Gerade unter der untersten Schublade oder im Türfach können sich kleine Mengen verschütteter Milch oder Saft verstecken, die mit der Zeit einen stechenden Geruch entwickeln.

Notieren Sie, ob der Geruch eher süßlich, faulig oder chemisch riecht. Ein fauliger Geruch deutet meist auf verdorbene Lebensmittel hin. Ein muffiger oder modriger Geruch ohne erkennbare Essensreste weist oft auf ein Problem mit dem Abtauwasser oder der Dichtung hin.

Fall 1: Verdorbene Lebensmittel sicher entfernen

Wenn Sie ein verdächtiges Lebensmittel gefunden haben, entsorgen Sie es sofort dicht verpackt. Probieren Sie niemals, ob es noch gut ist. Krankheitserreger lassen sich weder durch Geruch noch durch Geschmack zuverlässig erkennen. Kontrollieren Sie auch benachbarte Produkte. Ausgelaufene Flüssigkeit kann sich unter Verpackungen ausbreiten und andere Lebensmittel ungenießbar machen.

Nehmen Sie alle Einlegeböden, Schubladen und Türablagen heraus, die mit dem verdorbenen Lebensmittel in Kontakt gekommen sein könnten. Waschen Sie diese Teile mit warmem Wasser und einem milden Spülmittel. Verwenden Sie keine kratzenden Schwämme oder Scheuermittel, da diese die Oberflächen beschädigen können. Spülen Sie die Teile mit klarem Wasser ab und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor Sie sie wieder einsetzen. Wischen Sie den Innenraum des Kühlschranks ebenfalls mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel aus. Bei hartnäckigen Rückständen oder wenn rohes Fleisch oder Geflügel ausgelaufen ist, kann eine milde Desinfektion sinnvoll sein. Dies aber nur, wenn die Bedienungsanleitung Ihres Geräts dies zulässt und Sie keine aggressiven Mittel verwenden, die den Kunststoff angreifen.

Fall 2: Ablauf und Abtauwasser kontrollieren

Wenn Sie keine verdorbenen Lebensmittel finden, der Geruch aber trotzdem vorhanden ist, liegt die Ursache häufig im Bereich des Ablaufs. Viele Kühlschränke haben an der hinteren Innenwand eine kleine Öffnung, durch die das Tauwasser abfließt. Wenn diese Öffnung verstopft ist, zum Beispiel durch Lebensmittelreste oder Schmutz, sammelt sich Wasser im Gerät und beginnt zu riechen. Ein typisches Anzeichen ist stehendes Wasser auf dem Boden des Kühlschranks, ohne dass etwas verschüttet wurde.

Schalten Sie den Kühlschrank aus, wenn die Anleitung dies vorsieht. Suchen Sie die Ablauföffnung und entfernen Sie sichtbare Verschmutzungen vorsichtig mit einem weichen Tuch oder einem Wattestäbchen. Verwenden Sie auf keinen Fall spitze Gegenstände wie Draht, Messer oder Druckluft, da Sie sonst den Ablaufkanal beschädigen können. Gießen Sie auch kein heißes Wasser in die Öffnung, es sei denn, die Herstelleranleitung erlaubt dies ausdrücklich. Nach der Reinigung beobachten Sie das Gerät einige Tage. Bleibt der Geruch weg und steht kein Wasser mehr, war die Verstopfung die Ursache. Kommt der Geruch zurück oder tritt erneut Wasser aus, sollten Sie den Kundendienst hinzuziehen. Ein technisches Problem mit der Abtauautomatik lässt sich mit Hausmitteln nicht lösen.

Kühlschrank richtig reinigen

Nachdem Sie die Ursache beseitigt haben, folgt die gründliche Reinigung. Beachten Sie material- und gerätespezifische Unterschiede, denn nicht jede Methode passt für jedes Bauteil.

Glasböden: Kalte Glasböden dürfen nicht direkt mit heißem Wasser in Kontakt kommen, da sie sonst springen können. Lassen Sie sie zunächst auf Zimmertemperatur kommen und waschen Sie sie dann von Hand mit lauwarmem Wasser und Spülmittel. Legen Sie sie nicht in die Spülmaschine, wenn die Anleitung dies nicht ausdrücklich erlaubt.

Kunststoffteile: Schubladen, Türablagen und Ablagen aus Kunststoff sind meist unempfindlicher. Sie können sie in warmem Wasser mit Spülmittel reinigen. Ob die Teile spülmaschinenfest sind, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung. Bei vielen Geräten wird davon abgeraten, da die Hitze Verformungen verursachen kann.

Türdichtungen: Die Gummidichtung an der Tür nimmt besonders leicht Gerüche an. Reinigen Sie sie vorsichtig mit einem weichen Tuch und klarem Wasser. Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel, da diese das Gummi angreifen können. Trocknen Sie die Dichtung anschließend gründlich ab, besonders in den Falten und Ecken, wo sich Feuchtigkeit sammelt.

Innenwände: Wischen Sie die Innenflächen mit einem feuchten Tuch und einem milden Spülmittel oder einem vom Hersteller empfohlenen Kühlschrankreiniger ab. Verwenden Sie keine Scheuermittel, keine lösungsmittelhaltigen Produkte und keine stark parfümierten Reiniger, da diese den Kunststoff beschädigen oder Geschmack auf Lebensmittel übertragen können. Nach der Reinigung wischen Sie alles mit klarem Wasser nach, um Rückstände zu entfernen. Lassen Sie die Tür dann für etwa 15 Minuten offen stehen, damit der Innenraum gut trocknen kann.

Edelstahl außen: Wenn Ihr Kühlschrank außen aus Edelstahl ist, reinigen Sie die Außenflächen getrennt vom Innenraum. Wischen Sie in Richtung der sichtbaren Maserung und trocknen Sie die Fläche mit einem Mikrofasertuch nach. Vermeiden Sie Essiglösungen, es sei denn, der Hersteller hat sie ausdrücklich freigegeben.

Gerüche erst danach binden

Erst wenn die Ursache beseitigt ist und der Kühlschrank sauber und trocken ist, können Sie ein Mittel zur Geruchsbindung einsetzen. Diese Mittel ersetzen die Reinigung nicht, sondern helfen nur zusätzlich gegen verbleibende Restgerüche.

Aktivkohle: Aktivkohle filtert flüchtige Geruchsstoffe aus der Luft. Einige Kühlschränke haben integrierte Aktivkohlefilter, die nach Herstellerangabe gewechselt werden müssen. Sie können auch lose Aktivkohle in einer offenen Schale in den Kühlschrank stellen. Beachten Sie, dass die Kapazität begrenzt ist. Bei starken Gerüchen müssen Sie die Kohle möglicherweise nach einigen Tagen erneuern.

Natron oder Backpulver: Eine offene Schale mit einigen Esslöffeln Natron oder Backpulver kann verbleibende Gerüche reduzieren. Dieser Effekt ist nicht garantiert und hängt von der Menge und der Sättigung des Materials ab. Wechseln Sie das Pulver nach einigen Tagen aus, wenn der Geruch noch nicht verschwunden ist. Natron ersetzt die Ursachenprüfung und die Reinigung nicht.

Kaffee: Kaffeesatz oder gemahlener Kaffee in einer Schale kann ebenfalls Gerüche binden. Allerdings bringt Kaffee einen eigenen intensiven Geruch mit, der unter Umständen nur überdeckt, statt zu neutralisieren. Diese Methode ist ein kurzfristiger Versuch und nicht für jeden geeignet.

Essig: Eine Mischung aus gleichen Teilen Essig und Wasser kann nach der Reinigung zum Auswischen verwendet werden, wenn die Oberflächen dafür geeignet sind. Essig eignet sich vor allem bei hartnäckigen Schimmelgerüchen. Nach der Anwendung müssen Sie gründlich mit klarem Wasser nachwischen, da der Essiggeruch selbst intensiv ist. Verwenden Sie Essig nicht auf empfindlichen Dichtungen oder Edelstahl, es sei denn, die Anleitung erlaubt dies. Mischen Sie Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigern.

Was Sie nicht tun sollten: Verzichten Sie auf Duftsprays, ätherische Öle oder Parfüm im Kühlschrank. Diese überdecken den Geruch nur, lösen das Problem nicht und können auf Lebensmittel übergehen.

Wann der Kundendienst nötig ist

Nicht jedes Geruchsproblem lässt sich mit Hausmitteln beheben. Wenn der Kühlschrank trotz gründlicher Reinigung und freiem Ablauf immer noch riecht, kann eine technische Störung vorliegen. Das gilt besonders, wenn der Geruch aus unzugänglichen Bereichen kommt, der Kühlschrank nicht richtig kühlt oder sich immer wieder Wasser ansammelt. In solchen Fällen sollten Sie den Kundendienst kontaktieren. Versuchen Sie nicht, mit eigenem Werkzeug in schwer zugängliche Kanäle oder hinter Verkleidungen zu gelangen.

Neue Kühlschrankgerüche vorbeugen

Ein sauberer Kühlschrank riecht in der Regel neutral. Mit einigen Gewohnheiten können Sie Gerüchen vorbeugen. Überprüfen Sie regelmäßig das Mindesthaltbarkeitsdatum und entsorgen Sie angebrochene oder verdorbene Lebensmittel rechtzeitig. Wischen Sie verschüttete Flüssigkeiten sofort auf. Reinigen Sie den Kühlschrank etwa alle zwei Monate gründlich, auch wenn nichts sichtbar verschmutzt ist. Achten Sie auf die richtige Temperatur: etwa 2 bis 4 Grad Celsius im Kühlraum. Lagern Sie rohes Fleisch, Geflügel und Fisch stets in verschlossenen Behältern, damit keine Säfte austreten können. Tauschen Sie integrierte Aktivkohlefilter nach Herstellerangabe aus.