Wasser unter dem Gemüsefach entsteht meist durch eine verstopfte Tauwasserrinne oder ein blockiertes Ablaufloch. Wer Draht oder einen Schraubendreher benutzt, riskiert Schäden an Kunststoffteilen oder der Isolierung.

Welche Reinigung möglich ist, hängt vom Kühlschrankmodell ab. Prüfen Sie zuerst, ob der Ablauf zugänglich ist und welche Methode der Hersteller vorsieht.

Warum sich Wasser unter dem Gemüsefach sammelt

Bei Kühlschränken ohne vollständige No-Frost-Technik bildet sich an der kalten Rückwand Kondenswasser oder Reif. Während der automatischen Abtauphase läuft dieses Tauwasser über eine Rinne in ein kleines Ablaufloch und von dort in eine Verdunstungsschale auf der Geräterückseite. Geraten Lebensmittelreste, Staub oder gefrorenes Wasser in die Rinne oder das Loch, staut sich das Wasser und läuft auf den Boden des Kühlfachs. Das passiert häufig direkt unter den Gemüseschubladen.

Bei Kühlschränken mit Wasserspender oder Festwasseranschluss können Undichtigkeiten an den Leitungen die Ursache sein. Prüfen Sie zuerst, ob Wasser von oben oder von der Seite kommt. Reinigen Sie den Ablauf erst danach.

Das Ablaufloch finden und prüfen

Entfernen Sie das Gemüsefach und die darüber liegende Glasplatte, wenn Ihr Modell das vorsieht. Meist sehen Sie dann an der Rückwand eine waagerechte Rinne, die in der Mitte oder seitlich in eine kleine Öffnung mündet. Bei manchen Geräten ist die Öffnung von einem Gitter oder einer Kunststoffabdeckung geschützt. Liegt das Loch direkt unter einem 0-Grad-Fach oder einer Frischezone, kann es verdeckt sein, und eine Reinigung durch den Nutzer ist dann oft nicht vorgesehen.

Schauen Sie in Ihre Bedienungsanleitung. Viele Hersteller zeigen dort, wo sich der Tauwasserablauf befindet und ob er zugänglich ist. Ist das Loch deutlich sichtbar und nicht durch Einbauten versperrt, können Sie es vorsichtig reinigen.

So reinigen Sie das Ablaufloch richtig

Orientieren Sie sich an den Angaben des Geräteherstellers. Stecken Sie keine harten oder scharfen Gegenstände in die Öffnung. Verwenden Sie stattdessen ein Wattestäbchen oder einen weichen Pfeifenreiniger. Diese werden in verschiedenen Herstelleranleitungen genannt (Bosch, Liebherr, Electrolux). Führen Sie das Hilfsmittel vorsichtig ein und drehen Sie es leicht. Üben Sie keinen Druck aus. Sobald Sie auf Widerstand stoßen, brechen Sie ab. Es könnte sich um eine Krümmung im Schlauch, ein Ventil oder eine Isolierung handeln.

Bei manchen Electrolux- und AEG-Geräten befindet sich in der Öffnung ein grünes Kunststoffteil. Das ist eine mitgelieferte Reinigungshilfe. Sie bleibt im Kühlschrank und darf mit einem Pfeifenreiniger gesäubert werden.

Manche Hersteller erlauben das Durchspülen mit Wasser und Spülmittel, andere raten ab, weil die Verdunstungsschale überlaufen kann. Prüfen Sie daher immer die Anleitung Ihres Modells und geben Sie nur dann Wasser hinein, wenn der Hersteller es empfiehlt.

Trocknen Sie nach der Reinigung die Rinne und den Bereich unter dem Gemüsefach gründlich mit einem weichen Tuch. Entfernen Sie auch sichtbare Schmutz- oder Schimmelreste.

Diese Werkzeuge sind geeignet – und diese nicht

Sicher und vom Hersteller vorgesehen sind Wattestäbchen, weicher Pfeifenreiniger und die mitgelieferte Reinigungshilfe.

Nicht verwenden sollten Sie Schraubendreher, Metallstäbe, Draht, Messer, Scheuerschwämme, Dampfreiniger oder aggressive Reiniger mit Alkohol, Chlor oder Säure. Auch eine Rohrreinigungsspirale wird nur bei wenigen Modellen (z. B. einige Beko-Geräte) als Option genannt. Dann nur nach genauer Anleitung und ohne Gewalt. Für einen allgemeinen Ratgeber ist dieses Werkzeug zu riskant. Es kann Kunststoffteile oder Dichtungen beschädigen.

Besonderheiten bei No-Frost, 0-Grad-Fach und Frischezonen

Bei No-Frost-Geräten kann der Ablauf hinter einer Abdeckung liegen, die nicht für den Nutzer zugänglich ist. Die Reinigung der sichtbaren Rückwand hilft dann nicht gegen stehendes Wasser. Auch Kühlschränke mit 0-Grad-Fach oder LongFresh-Zone haben oft einen verdeckten Ablauf. Laut Electrolux muss dieser gar nicht gereinigt werden. Wenn Sie Ihr Modell nicht eindeutig zuordnen können, ist die Bedienungsanleitung die verlässliche Quelle. Bei Unsicherheit oder wiederkehrendem Wasser sollten Sie den Kundendienst kontaktieren.

So beugen Sie neuer Feuchtigkeit vor

Das Nutzungsverhalten beeinflusst die Kondenswasserbildung. Öffnen Sie die Kühlschranktür nur so kurz und selten wie nötig. Das reduziert das Eindringen feuchter Raumluft. Lagern Sie feuchtes Gemüse wie Salat am besten in den dafür vorgesehenen Fächern oder verpackt im Innenraum. Eine überfüllte Kühlkammer behindert die Luftzirkulation und begünstigt Feuchtigkeitsstau.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Türdichtung. Ist sie verschmutzt oder beschädigt, kann warme Luft eindringen und zusätzliches Kondenswasser verursachen. Eine Temperatur von maximal 7 °C, besser unter 5 °C, ist aus lebensmittelhygienischen Gründen empfehlenswert. Sie vermeidet auch unnötige Kälte, die die Vereisung fördern kann. Laut Verbraucherzentrale und BfR sollte die oberste Kühlschrankebene nicht wärmer als 7 °C sein.

Wann Sie den Kundendienst rufen sollten

Bleibt das Wasser trotz freier Rinne und sauberem Ablauf bestehen, kann eine tiefer liegende Ursache vorliegen. Mögliche Ursachen sind ein vereister Ablauf hinter der Rückwand, eine undichte Türdichtung, ein defektes Abtausystem oder ein Problem mit der Wasserleitung bei Geräten mit Anschluss. Auch wenn Sie die Öffnung nicht erreichen oder das Ablaufsystem nicht eindeutig identifizieren können, ist der Kundendienst der richtige Ansprechpartner. Versuchen Sie nicht, Verkleidungen eigenständig zu öffnen. Das kann Garantieansprüche gefährden.