Stinkt die Waschmaschine, schimmelt der Kühlschrank oder riecht die Mikrowelle nach verbranntem Essen? Das ist selten ein Defekt. Meist liegt es an zu viel Feuchtigkeit, zu niedrigen Temperaturen oder am falschen Reinigungsmittel. Viele dieser Probleme beheben Sie mit wenigen Handgriffen selbst, ohne einen Fachmann zu rufen. Wichtig ist, die Ursache zu kennen. Greifen Sie nicht blind zu Reinigungsmitteln, die den Zustand verschlimmern können.

Waschmaschine stinkt: Feuchtigkeit ist die Hauptursache

Ein muffiger Geruch in der Waschmaschine entsteht fast immer durch Restfeuchte und Waschmittelreste, die sich in der Dichtung, der Einspülkammer und dem Flusensieb ansammeln. Wenn Sie die Tür direkt nach dem Waschen schließen oder die nasse Wäsche lange in der Trommel liegen lassen, schaffen Sie ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmelpilze. Auch wer nur bei 30 oder 40 Grad wäscht und ausschließlich Flüssigwaschmittel verwendet, begünstigt die Geruchsbildung, weil sich Fett- und Kalkreste in der Maschine ablagern.

Die erste Maßnahme ist simpel: Nehmen Sie die nasse Wäsche zügig heraus. Wischen Sie die Falten der Türdichtung und die Einspülkammer trocken. Lassen Sie Tür und Einspülkammer offen, bis alles vollständig getrocknet ist. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Modell ein Flusensieb hat, und reinigen Sie es regelmäßig. Einige neuere Maschinen haben stattdessen ein selbstreinigendes Ablaufsystem. Schauen Sie also in die Bedienungsanleitung, bevor Sie nach einem Filter suchen.

Bleibt der Geruch trotzdem, empfiehlt die Verbraucherzentrale einen leeren Waschgang bei 60 Grad mit Pulverwaschmittel. Zur Vorbeugung reicht ein solcher Kochwaschgang etwa einmal im Monat. Als Hausmittel nennt die Verbraucherzentrale 50 Gramm Natron in der Hauptwaschkammer bei einem leeren 40-Grad-Programm. Halten Sie sich an die Vorgaben Ihres Geräteherstellers, denn nicht jede Methode passt zu jedem Modell.

Ein häufiger Fehler ist der Griff zur Essigessenz. Essig kann die Gummidichtungen der Maschine angreifen und auf Dauer beschädigen. Auch Hygiene-Spüler und Duftverstärker sind ungeeignet, weil sie die Chemikalienbelastung erhöhen und bei empfindlichen Personen Allergien oder Hautreizungen auslösen können. Wenn die Maschine nach der Reinigung weiter riecht, Wasser verliert oder nicht mehr richtig abpumpt, bekämpfen Sie die Ursache nicht mit weiteren Reinigungsmitteln. Kontaktieren Sie stattdessen den Hersteller oder einen Fachbetrieb.

Kühlschrank schimmelt: Lebensmittel entsorgen, Flächen richtig reinigen

Wenn sich Schimmel im Kühlschrank zeigt, sortieren Sie zuerst die Lebensmittel aus. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, sichtbar verschimmelte Lebensmittel zu entsorgen, statt die befallene Stelle einfach wegzuschneiden. Ausnahmen gelten nur für bestimmte traditionell schimmelgereifte oder luftgetrocknete Produkte wie manche Käsesorten oder Rohwürste. Lagern Sie solche Lebensmittel getrennt, damit der Schimmel nicht auf andere Lebensmittel übergreift.

Nach dem Entsorgen reinigen Sie die betroffenen Flächen mit heißem Seifenwasser und spülen sie anschließend ab. Die US-Lebensmittelbehörde USDA empfiehlt diese Methode für Kühlschrankoberflächen und rät, verschüttete Flüssigkeiten sofort zu beseitigen. Vermeiden Sie Scheuermittel und aggressive Reiniger, solange die Bedienungsanleitung nichts anderes erlaubt. Für sichtbaren Schimmel an den Gummidichtungen nennt die USDA eine verdünnte Bleichlösung. Das ist jedoch keine allgemeine Empfehlung für jedes Gerät. Manche Hersteller warnen ausdrücklich vor chlorhaltigen Reinigern an bestimmten Dichtungen. Prüfen Sie daher immer zuerst die Anleitung Ihres Kühlschranks und beginnen Sie mit einer milden, lebensmittelgeeigneten Methode.

Geruch und Aussehen eines Lebensmittels sagen nichts über seine Sicherheit aus. Krankheitserreger verändern weder Geruch noch Geschmack noch Optik. Wenn Sie also unsicher sind, ob ein Lebensmittel noch gut ist, werfen Sie es lieber weg.

Zusätzlich sollten Sie die Temperatur prüfen. Die USDA empfiehlt für Kühlschränke eine Temperatur von 40 Grad Fahrenheit oder darunter, das entspricht etwa 4,4 Grad Celsius. Diese Angabe stammt aus den USA und ist keine deutsche Vorschrift, aber ein guter Richtwert. Wenn Ihr Kühlschrank diese Temperatur nicht erreicht, hilft Reinigen allein nicht. Dann liegt das Problem am Gerät selbst.

Mikrowelle: Eingebranntes lösen statt schrubben

Verkrustete Speisereste in der Mikrowelle lösen Sie am besten, indem Sie sie erst aufweichen und dann abwischen. Der Hersteller Bosch empfiehlt, den Drehteller herauszunehmen und separat einzuweichen, hartnäckige Rückstände im Innenraum aufzuweichen und die Flächen mit einem weichen Tuch zu reinigen. Die raue Seite eines Schwamms kann die Innenwände zerkratzen, und Ofenspray ist für die Mikrowelle zu aggressiv.

Bei starken Verschmutzungen stellen Sie eine Tasse Wasser in die Mikrowelle und erhitzen Sie sie zwei bis fünf Minuten, bis Dampf entsteht. Der Dampf löst die angetrockneten Reste, danach wischen Sie den Innenraum mit mildem Spülmittel und Wasser aus und trocknen ihn. Diese Anleitung stammt vom Hersteller Whirlpool für seine Tisch-Mikrowellen. Sie ist ein Beispiel, keine Freigabe für beliebige Geräte. Beachten Sie die Hinweise in Ihrer eigenen Bedienungsanleitung, insbesondere dazu, ob das Gerät vor der Reinigung abkühlen muss.

Reinigen Sie die Mikrowelle am besten bald nach dem Kochen, sobald sie abgekühlt ist. So brennen Rückstände nicht bei jedem Betrieb weiter ein. Achten Sie besonders auf den Bereich um die Türkontakte und die Abdeckung des Mikrowelleneingangs, wo sich Speisereste sammeln, die mit der Zeit Schäden verursachen oder Funkenbildung auslösen können.

Badschimmel: Feuchtigkeit bekämpfen, nicht nur Flecken

Schimmel im Bad kehrt immer wieder zurück, wenn nur die sichtbare Stelle behandelt wird, die Ursache aber bleibt. Die US-Umweltbehörde EPA empfiehlt, zuerst Feuchtigkeitsquellen wie undichte Stellen zu beheben, dann den Schimmel von harten Oberflächen mit Spülmittel und Wasser abzuschrubben und die Fläche vollständig zu trocknen. Poröse Materialien wie Fugenmasse oder Holz müssen im Zweifel entfernt werden, weil sich der Schimmel dort nicht vollständig entfernen lässt.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Räume nach dem Duschen oder Baden zu lüften, wobei die Dauer von der Jahreszeit abhängt: Im Winter reichen drei bis fünf Minuten bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind, im Frühjahr und Herbst zehn bis zwanzig Minuten. Als allgemeine Haushaltsempfehlung nennt sie einen vollständigen Luftaustausch drei bis vier Mal täglich. Hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit niedriger Raumtemperatur erhöht das Schimmelrisiko deutlich.

In den meisten Fällen entfernt normales Reinigen mit Seife und Wasser die Keime. Desinfizieren ist zu Hause in der Regel nicht nötig, es sei denn, jemand im Haushalt ist krank oder hatte kürzlich kranken Besuch. Wenn Sie doch zu Bleichmittel greifen, mischen Sie es niemals mit Ammoniak oder anderen Reinigern und sorgen Sie für gute Belüftung. Die EPA nennt als Faustregel, dass Haushalte Schimmelflächen unter etwa zehn Quadratfuß, also rund einem Quadratmeter, selbst bearbeiten können. Das ist eine US-Empfehlung und keine deutsche Grenze, aber ein brauchbarer Anhaltspunkt. Bei größeren Flächen, erheblichem Wasserschaden oder Schimmel hinter Wänden sollten Sie fachliche Hilfe holen.

Wann Sie den Fachmann rufen sollten

Manche Probleme lassen sich mit Putzen und Lüften nicht lösen. Dann sollten Sie die Ursache untersuchen lassen, statt weiter Reinigungsmittel einzusetzen. Wenn die Waschmaschine trotz Reinigung weiter riecht, Wasser verliert oder nicht abpumpt, liegt ein technisches Problem vor. Wenn der Kühlschrank die gewünschte Temperatur nicht erreicht oder die Türdichtung beschädigt ist, hilft kein Reinigungsmittel. Und wenn Schimmel trotz regelmäßigem Lüften und Reinigen immer wieder auftritt oder sich über eine große Fläche ausbreitet, deutet das auf eine versteckte Feuchtigkeitsquelle hin, die ein Fachbetrieb finden muss.

In diesen Fällen sollten Sie den Hersteller-Support oder einen qualifizierten Handwerker kontaktieren. Das gilt auch, wenn Sie unsicher sind, ob ein Reinigungsmittel für Ihr Gerät geeignet ist. Die Bedienungsanleitung hat immer Vorrang vor allgemeinen Tipps aus dem Internet.