Kleine regelmäßige Abbuchungen gehen leicht unter, etwa neben der Miete und den Lebensmitteln oder zwischen anderen Rechnungen. Prüfen Sie deshalb Konto, Kreditkarte und Zahlungsdienste auf wiederkehrende Kosten. Ein Abo ist ein Vertrag mit regelmäßigen Zahlungen, etwa für Streaming oder Cloudspeicher.
Behalten Sie Angebote, die Sie nutzen und deren Preis sich für Sie lohnt. Kündigen Sie doppelte oder zu teure Angebote, wenn sie Ihnen nicht genug Nutzen bieten. Bei Versicherungen und langfristigen Verträgen sollten Sie Folgen und Fristen genau prüfen.
Finden Sie alle Abo-Abbuchungen
Prüfen Sie Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen. Sehen Sie auch bei PayPal, anderen Zahlungsdiensten und App-Stores nach: Dort laufen Zahlungen, die auf dem Girokonto nicht immer direkt einem Anbieter zuzuordnen sind. Vertragsunterlagen und Jahresabrechnungen helfen, seltene Beiträge zu entdecken. Drei Monate reichen oft, um monatliche Abbuchungen zu finden. Für Jahresbeiträge sollten Sie einen längeren Zeitraum prüfen.
Achten Sie auf Streaming- und Musikdienste, digitale Zeitungen, Apps, Cloudspeicher, Software und Spiele. Auch Mitgliedschaften, Fitnessstudio, Mobilfunk, Internet, Gerätemieten und Versicherungen gehören auf die Liste. Eine unbekannte Buchung beweist noch keinen Betrug: Ein Zahlungsdienstleister kann im Auftrag eines anderen Unternehmens abbuchen. Prüfen Sie den Buchungstext und Ihre Belege und fragen Sie beim Anbieter nach, bevor Sie die Zahlung zurückgeben.
Vergleichen Sie Monats- und Jahreskosten
Vergleichen Sie alle Beiträge pro Monat und pro Jahr. So sehen Sie, was ein kleiner Betrag über längere Zeit ausmacht: 5 Euro im Monat entsprechen 60 Euro im Jahr. Einen Jahresbeitrag teilen Sie durch zwölf, damit Sie ihn mit monatlichen Kosten vergleichen können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, auch seltene feste Ausgaben wie Versicherungsbeiträge im Haushaltsbudget zu berücksichtigen.
Notieren Sie für jeden Vertrag den Betrag und wie oft Sie zahlen. Halten Sie auch fest, wer das Angebot nutzt und wann Sie es zuletzt genutzt haben. Ergänzen Sie die geltende Kündigungsfrist. Wenn mehrere Haushaltsmitglieder einen Dienst nutzen, prüfen Sie, ob sich der Preis für alle lohnt. Fragen Sie bei selten genutzten Angeboten, ob Sie eine günstigere Stufe wählen oder das Abo pausieren können.
Entscheiden Sie: behalten, reduzieren, kündigen
Behalten Sie einen Vertrag, wenn Sie ihn tatsächlich nutzen, er einen wichtigen Zweck erfüllt oder Sie den Preis bewusst dafür zahlen möchten. Auch wenn Sie ein Angebot selten nutzen, kann es sinnvoll sein, es zu behalten, etwa wenn Sie es für einen bestimmten Zweck brauchen.
Senken Sie Ihre Kosten, wenn sich Angebote überschneiden oder ein günstigerer Tarif genügt. Ein Haushalt braucht vielleicht nicht mehrere Musik- oder Videodienste gleichzeitig. Prüfen Sie auch, ob ein Mobilfunk- oder Internetpaket Leistungen enthält, die Sie nicht verwenden.
Kündigen Sie, wenn Sie den Dienst nicht mehr nutzen und keinen ausreichenden Grund zum Behalten finden. Prüfen Sie vorher die Laufzeit und Kündigungsfrist. Eine Kündigung beendet einen Vertrag nicht zwingend sofort, und Beiträge können bis zum Ende einer Mindestlaufzeit weiter anfallen.
Prüfen Sie Kündigungsfristen und Folgen
Nach der Mindestlaufzeit dürfen sich viele Verbraucherverträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, grundsätzlich nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern; die Kündigungsfrist darf dann höchstens einen Monat betragen. Bei älteren Verträgen können andere Regeln gelten. Für Telekommunikationsverträge gelten entsprechende Änderungen bereits seit dem 1. Dezember 2021. Versicherungsverträge sind von den genannten allgemeinen Regeln ausgenommen. Prüfen Sie deshalb immer den Vertragstyp, das Abschlussdatum und die Vertragsbedingungen.
Viele online angebotene Abos können Sie seit dem 1. Juli 2022 über eine Schaltfläche auf der Webseite kündigen. Suchen Sie danach und speichern Sie die Kündigungsbestätigung. Die Regel gilt nicht für jeden Vertrag; für Finanzdienstleistungen gelten zum Beispiel Ausnahmen.
Versicherungen sollten Sie gesondert prüfen, bevor Sie kündigen. Bei Lebens- und privaten Rentenversicherungen kann der Rückkaufswert unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Sie können auch den Vertrag beitragsfrei weiterführen, also keine weiteren Beiträge zahlen, oder die Beitragszahlungen aussetzen. Bei einer privaten Krankenversicherung muss der Anschluss an eine neue Versicherung lückenlos gesichert sein. Lassen Sie sich bei Unsicherheit beraten, bevor Sie einen Versicherungsvertrag beenden.
Kontrollieren Sie nach jeder Kündigung Ihre Abrechnungen. Wenn Sie eine Lastschrift zurückbuchen, endet der Vertrag dadurch nicht. Wird trotz bestätigter Kündigung weiter abgebucht, wenden Sie sich mit der Bestätigung und dem Buchungsnachweis an den Anbieter und klären Sie die nächsten Schritte.