Bei Lebensmitteln, Waschmitteln und Toilettenpapier sagt ein großer Rabatt allein wenig über den Preis aus. Vergleichen Sie den Grundpreis pro Kilogramm oder Liter und prüfen Sie, ob Inhalt, Qualität und Leistung vergleichbar sind und Sie die Menge tatsächlich brauchen.
Grundpreis vergleichen
Bei Produkten, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkauft werden, vergleichen Sie den Grundpreis. Er muss neben dem Gesamtpreis stehen. In Deutschland wird er grundsätzlich je Kilogramm, Liter, Meter, Quadratmeter oder Kubikmeter angegeben. So vergleichen Sie kleine und große Packungen, auch wenn die kleinere Packung an der Kasse weniger kostet.
Der Grundpreis zeigt, wie viel Produkte im Verhältnis zu ihrer Menge kosten. Qualität und Leistung vergleicht er nicht. Prüfen Sie deshalb auch die Zutaten und das Material sowie die übrigen Produktangaben. Bei Waschmittel zählt zum Beispiel die empfohlene Dosierung. Sie hängt unter anderem davon ab, wie viel Wäsche Sie waschen, wie hart das Wasser ist und wie stark die Wäsche verschmutzt ist. Ein niedriger Preis pro Liter sagt allein wenig über die Kosten pro Waschladung aus.
Angebote fair vergleichen
Vergleichen Sie möglichst gleiche Produkte und dieselbe Maßeinheit. Bei ähnlichen Produkten achten Sie auf Unterschiede, die den Preis erklären können, etwa eine konzentrierte Rezeptur oder andere Inhaltsstoffe. Bei Artikeln, die nicht nach Gewicht oder Volumen verkauft werden, vergleichen Sie den Preis pro Stück oder pro Anwendung. Das klappt, wenn die Packungsangaben einen fairen Vergleich erlauben.
Auch der Name des Geschäfts ist kein zuverlässiger Preismaßstab. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verglich 2023 stichprobenartig 20 Lebensmittel bei vier Händlern. Bei 15 Produkten lagen die günstigste und die teuerste gefundene Variante mehr als doppelt so weit auseinander. Die Untersuchung bezog sich auf bestimmte Produkte und einen begrenzten Erhebungszeitraum; sie sagt daher nichts über die heutigen Preise aus. Sie zeigt aber, warum der konkrete Produktpreis mehr aussagt als die pauschale Annahme, eine bestimmte Ladenart sei immer günstiger.
Großpackungen prüfen
Eine größere Packung lohnt sich nur, wenn ihr Grundpreis niedriger ist und Sie die Menge aufbrauchen. Verderbliche Waren können verderben. Andere Produkte nehmen dann unnötig lange Platz weg. Bei Reinigungs- und Waschmitteln prüfen Sie außerdem, wie viel Sie pro Anwendung benötigen.
Ein Beispiel von Stiftung Warentest aus einem Marktbesuch im September 2022 zeigt, warum die Packungsgröße allein nicht reicht: Eine 250-Gramm-Packung Merci kostete damals 2,99 Euro, also 11,96 Euro pro Kilogramm. Die 400-Gramm-Packung kostete 5,89 Euro und damit 14,73 Euro pro Kilogramm. Diese Preise sind historisch und kein aktueller Marktvergleich. Sie veranschaulichen, dass Bezeichnungen wie „Familienpackung“ oder „XL“ keinen niedrigeren Grundpreis garantieren.
Rabatte richtig einordnen
Bei einer bekanntgegebenen Preisermäßigung muss der Händler grundsätzlich den niedrigsten Gesamtpreis nennen, den er in den vergangenen 30 Tagen verlangt hat. Ausnahmen gelten etwa für individuell gewährte Rabatte. Sie gelten auch für schnell verderbliche Ware, wenn Verderb oder das Ende der Haltbarkeit drohen und der Händler darauf hinweist.
Die Angabe zeigt den niedrigsten Gesamtpreis, den dieser Händler in den vergangenen 30 Tagen verlangt hat. Sie sagt nicht, ob das Produkt langfristig günstig ist oder ob ein anderer Laden einen niedrigeren Preis verlangt. Vergleichen Sie deshalb den aktuellen Gesamt- und Grundpreis auch mit ähnlichen Angeboten. Achten Sie auf den Vergleichswert in der Werbung: Er kann sich auf einen früheren Händlerpreis oder eine unverbindliche Preisempfehlung beziehen.
Packungsänderungen erkennen
Eine bekannte Verpackung sagt wenig darüber aus, ob Inhalt und Preis gleich geblieben sind. Bei der sogenannten Shrinkflation sinkt die Füllmenge, während der Preis gleich bleibt oder steigt. Prüfen Sie bei häufig gekauften Produkten gelegentlich die Mengenangabe und den Grundpreis, auch wenn Farbe und Gestaltung der Packung vertraut wirken.
Ein höherer Grundpreis kann auf eine veränderte Menge hindeuten, erklärt aber nicht jede Veränderung der Zusammensetzung. Wer die Rezeptur beurteilen will, muss die Zutatenlisten vergleichen. Eine geringere Füllmenge ist nicht automatisch rechtswidrig. Ob sie zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Preisvergleichs-Apps prüfen
Apps und Prospekte helfen bei der Suche nach Angeboten, ersetzen aber nicht den Blick auf die Packung und das Preisschild. Ein Test von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2023 fand bei den untersuchten Preisvergleichs-Apps unter anderem unvollständige Angebote. Außerdem stimmten angezeigte Preise teils nicht mit den Preisen im Geschäft überein. Die Ergebnisse beziehen sich auf die damals getesteten Apps und Geschäfte.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die App die richtige Filiale, Packungsgröße und Produktvariante anzeigt. Ein günstiger Preis bringt wenig, wenn Sie dafür extra weit fahren oder ein Produkt kaufen, das Sie nicht brauchen. Berücksichtigen Sie auch die Fahrtkosten und mögliche Zusatzkäufe.
Angebote für den Bedarf auswählen
Legen Sie vor dem Einkauf fest, welche Produkte Sie ohnehin brauchen. Notieren Sie bei häufig gekauften Waren gelegentlich den Grundpreis. So erkennen Sie leichter, ob ein Sonderpreis tatsächlich unter dem üblichen Niveau liegt.
Eigenmarken sind eine sinnvolle Vergleichsmöglichkeit. Wenn Sie auf eine Eigenmarke wechseln, vergleichen Sie die Eigenschaften, die Ihnen wichtig sind, etwa Zutaten, Haltbarkeit oder Ergiebigkeit.