Ob Hausmittel oder Spezialreiniger besser sind, hängt vom Problem und der betroffenen Oberfläche ab. Im Bad reichen im Alltag oft wenige Mittel; bei der Waschmaschine kommt es auf die richtige Maßnahme an. Kalk auf Fliesen, Geruch in der Trommel und Schimmel in der Fuge brauchen jeweils eigene Mittel.

Waschmaschine: Geruch, Biofilm und Kalk

Eine müffelnde Waschmaschine entsteht meist durch Feuchtigkeit und Waschmittelreste, die Bakterien und Schimmel als Nährboden dienen. Die einfachste Vorbeugung kostet kein Geld: Lassen Sie die Wäsche nicht lange nass in der Trommel liegen, wischen Sie Dichtung und Waschmittelfach trocken und lassen Sie Tür und Einspülfach offen, damit die Maschine auslüften kann. Das Flusensieb sollten Sie regelmäßig reinigen.

Gegen vorhandene Gerüche empfiehlt die Verbraucherzentrale einen leeren 60-Grad-Waschgang mit pulverförmigem Vollwaschmittel, das sauerstoffbasiertes Bleichmittel enthält. Wer die Maschine regelmäßig pflegen will, kann etwa einmal im Monat so eine Wäsche einlegen. Das Umweltbundesamt nennt als Prävention einen 60-Grad-Waschgang alle zwei Wochen beziehungsweise alle sechs Wäschen. Die beiden Empfehlungen weichen voneinander ab; einen exakt bewiesenen Wert gibt es nicht. Orientieren Sie sich an dem, was zu Ihrem Waschverhalten passt.

Bei hartnäckigen Gerüchen empfiehlt die Verbraucherzentrale 50 Gramm Natron und einen Esslöffel Sauerstoffbleiche bei 40 Grad. Wichtig ist die Warnung vor Essig in der Waschmaschine: Essig kann die Gummidichtungen angreifen. Auch der Hersteller Bosch rät bei seinen Geräten von säurehaltigen Haushaltsmitteln ab und empfiehlt stattdessen einen eigenen Maschinenreiniger bei 90 Grad alle drei Monate. Diese Angabe kommt vom Hersteller, der dabei auch sein eigenes Produkt empfiehlt. Sie zeigt aber: Die Bedienungsanleitung Ihres Geräts hat Vorrang.

Kalkablagerungen sind in modernen Waschmaschinen laut Verbraucherzentrale seltener geworden, weil Waschmittel heute andere Rezepturen enthalten. Falls Entkalken nötig ist, empfiehlt sie, 120 Gramm Zitronensäurepulver in 500 Milliliter Wasser aufzulösen und bei 60 Grad ohne Vorwäsche durchlaufen zu lassen. Bosch empfiehlt für seine Geräte einen eigenen Entkalker bei 60 Grad im Abstand von drei bis sechs Monaten. Prüfen Sie vorher die Anleitung Ihres Geräts, denn nicht jede Maschine verträgt Säuren gleich gut.

Bad: Alltagsdreck, Kalk und Schimmel

Für die normale Reinigung von Waschbecken, Badewanne und Fliesen genügen meist Wasser und ein neutraler Allzweckreiniger. Das Umweltbundesamt sagt: Im normalen Haushalt sind keine Desinfektionsmittel nötig, solange keine Krankheitsfälle vorliegen. Eine kleine Grundausstattung mit Allzweckreiniger und einem sauren Kalklöser deckt den Alltag ab.

Gegen Kalkablagerungen und Urinstein eignen sich Essigreiniger oder Zitronensäure. Ein spezieller Sanitärreiniger ist bequem, aber nicht nötig. Achten Sie auf das Material: Auf säureempfindlichen Oberflächen wie Marmor oder Naturstein dürfen Sie diese Mittel nicht einsetzen. Konzentrierte Essigessenz kann außerdem verchromte Armaturen schädigen. Ein mild formulierter Essigreiniger ist hier die sicherere Wahl als die Essenz aus der Flasche.

Bei kleinflächigem, oberflächlichem Befall auf glatten Flächen kann Reinigung ausreichen, aber die eigentliche Ursache ist Feuchtigkeit. Solange Sie die nicht beheben, kommt der Schimmel wieder. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei Befall unter 0,5 Quadratmetern selbst zu reinigen und bei größerem Befall Fachleute hinzuzuziehen. Stark verschimmelte Silikonfugen lassen sich in der Regel nicht retten und sollten erneuert werden. Spezielle Schimmelentferner enthalten oft Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit; das Umweltbundesamt hält den Einsatz solcher Mittel nur in Ausnahmefällen für sinnvoll, weil sie die Feuchteursache nicht beseitigen.

Worin sich Hausmittel und Spezialreiniger unterscheiden

Der Unterschied liegt weniger in der Reinigungsleistung als im Komfort und in der Frage, ob das Mittel zum Gerät passt. Hausmittel wie Zitronensäure, Natron und Essigreiniger sind günstig, in fast jedem Haushalt vorhanden und für viele Aufgaben ausreichend. Spezialreiniger bieten den Vorteil, auf bestimmte Materialien oder Geräte abgestimmt zu sein, etwa Maschinenreiniger mit Dosierung und Anwendungsintervall. Dafür kosten sie mehr und nehmen Platz im Schrank weg.

Ein fairer Vergleich braucht keine Rangliste, denn belastbare Tests, die Hausmittel und Spezialreiniger unter identischen Bedingungen vergleichen, liegen nicht vor. Die Entscheidung sollten Sie von der Aufgabe abhängig machen: Für den Badalltag reichen wenige Mittel, für die Waschmaschine zählen Pflege, Trocknung und die Angaben des Herstellers mehr als die Frage nach der Produktkategorie.

Sicherheits- und Materialhinweise beachten

Lesen Sie vor dem Einsatz eines Mittels das Etikett und die Bedienungsanleitung des Geräts. Säuren gehören nicht auf Marmor, Naturstein oder empfindliche Beschichtungen. Essigessenz kann Armaturen angreifen, Essig in der Waschmaschine die Dichtungen. Scheuermittel und abrasive Schwämme verkratzen glänzende oder beschichtete Oberflächen. Und Desinfektionsmittel sind für den normalen Haushalt keine sinnvolle Routine, sondern ein Mittel für besondere Situationen.