Wenn Kühlschrank, Waschmaschine, Mikrowelle und Bad gleichzeitig sauber werden müssen, gibt es keine feste Reihenfolge, die immer richtig ist. Die Entscheidung hängt vom Anlass ab: Was ist verschmutzt, was birgt ein Hygiene- oder Sicherheitsrisiko, und was können Sie selbst erledigen? Der Entscheidungsbaum führt von der aktuellen Situation zur nächsten sinnvollen Handlung.
Akute Lebensmittelreste zuerst
Der stärkste Grund, sofort zu handeln: ein frischer Auslauf im Kühlschrank. Wenn Fleischsaft oder andere Flüssigkeit ausgelaufen ist, wischen Sie die Stelle direkt auf. Die US-Behörde FoodSafety.gov begründet das mit Bakterienwachstum, das auch bei Kühlschranktemperaturen nicht ausbleibt, und mit dem Risiko, dass Keime auf andere Lebensmittel übergehen. Ein solcher Auslauf wartet nicht auf den nächsten Großputztermin.
Ähnlich verhält es sich mit der Mikrowelle. Wenn gerade etwas übergekocht oder angebrannt ist, lassen Sie das Gerät zuerst abkühlen und wischen Sie den Garraum danach aus. Je länger die Reste antrocknen, desto mühsamer wird die Reinigung. Verwenden Sie keine scheuernden Schwämme und keinen Backofenspray, sondern ein mildes Spülmittel auf einem weichen Tuch. Die Herstellerhinweise in Ihrer Bedienungsanleitung haben dabei Vorrang.
Für die regelmäßige Grundreinigung des Kühlschranks nennt die Verbraucherzentrale einen Rhythmus von etwa einmal im Monat. Das ist ein sinnvoller Anhaltspunkt, aber kein Grund, einen frischen Auslauf liegen zu lassen, nur weil der Monatstermin noch nicht erreicht ist.
Waschmaschine nur bei Anzeichen
Die Waschmaschine sollte dann zuerst gereinigt werden, wenn sie unangenehm riecht, sichtbare Rückstände in der Trommel oder der Waschmittelschublade zeigt oder ein Pflegeprogramm anfordert. In diesen Fällen prüfen Sie die Anleitung Ihres Geräts und wählen die dort vorgesehene Reinigung. Manche Hersteller empfehlen für ihre Modelle eine regelmäßige Trommelreinigung oder einen Waschgang mit mindestens 60 Grad, andere geben eigene Intervalle für Reiniger und Entkalker vor. Diese Angaben gelten für die jeweiligen Produkte und lassen sich nicht pauschal auf jede Maschine übertragen.
Ohne solche Anzeichen gibt es keinen belegten Grund, die Waschmaschine vor Kühlschrank, Mikrowelle oder Bad zu setzen. Ein Geruch oder ein Pflegehinweis ist dagegen ein klares Signal, das Sie nicht aufschieben sollten, weil sich Rückstände und Bakterien sonst weiter vermehren.
Schimmel im Bad ist ein Sonderfall
Sichtbarer Schimmel im Bad verlangt eine andere Entscheidung als normales Putzen. Bevor Sie über die Reihenfolge nachdenken, klären Sie, ob Sie den Schimmel selbst entfernen dürfen. Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale nennen übereinstimmend eine Grenze von etwa einem halben Quadratmeter für kleine, oberflächliche Stellen, die man selbst entfernen darf. Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Feuchtigkeitsursache ist bekannt und beseitigt, und Sie gehören nicht zu den Personen mit Schimmelpilzallergie, chronischen Atemwegserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. In diesen Fällen sollten andere die Arbeit übernehmen.
Bei größerem Befall oder unbekannter Ursache ist eine schnelle Reinigung keine dauerhafte Lösung. Sie müssen Fachleute einschalten, weil der Schimmel sonst nach kurzer Zeit wiederkommt. Auch wenn die Fläche klein ist, aber die Ursache weiterbesteht, etwa ein undichtes Fenster oder eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit, bleibt die Reinigung wirkungslos. Lüften Sie das Bad nach dem Duschen und halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnraum zwischen 40 und 60 Prozent, wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt.
Ohne akuten Anlass pragmatisch entscheiden
Wenn keiner der genannten Auslöser vorliegt, gibt es keine falsche Wahl. Sie können das Gerät nehmen, dessen Pflege laut Anleitung gerade fällig ist, oder mit einer kleinen, überschaubaren Aufgabe beginnen, um überhaupt ins Putzen zu kommen. Eine feste Reihenfolge ist dann reine Geschmackssache.
Achten Sie vor der Reinigung auf Sicherheitsaspekte. Wenn die Türdichtung der Mikrowelle beschädigt ist oder Wasser am Gerät austritt, schrubben Sie nicht einfach weiter. Solche Anzeichen deuten auf einen Defekt hin. Schlagen Sie in der Bedienungsanleitung nach oder wenden Sie sich an den Kundendienst. Gleiches gilt, wenn ein Gerät ungewöhnliche Geräusche macht oder sich Teile nicht mehr richtig schließen lassen.