Beim Reinigen von Haushaltsgeräten richten falsche Mittel und zu viel Kraft den meisten Schaden an. Essig kann in der Waschmaschine Gummidichtungen angreifen, Scheuermittel zerkratzen die Kühlschranktür, und das Mischen von Reinigern kann im Bad giftiges Chlorgas freisetzen. Die Anleitung Ihres Geräts hat Vorrang vor allgemeinen Haushaltstipps: Hersteller empfehlen für ihre Modelle unterschiedliche Mittel und Intervalle. Was der einen Maschine gut tut, kann der anderen schaden.

Essig in der Waschmaschine nur nach Anleitung

Essig ist ein beliebtes Hausmittel gegen Kalk, aber nicht für jede Waschmaschine. Bosch warnt für die eigenen Geräte ausdrücklich davor, mit Essig zu entkalken, weil das Mittel Gummiteile angreifen kann. Das gilt für Bosch-Maschinen. Bei anderen Modellen kann die Empfehlung anders aussehen. Schauen Sie deshalb in der Anleitung Ihres Modells, ob Essig oder Zitronensäure überhaupt vorgesehen sind.

Wenn Sie das Waschmittel richtig dosieren, müssen Sie nach einer Bosch-Bedienungsanleitung nicht regelmäßig entkalken. Stattdessen empfiehlt sie, gelegentlich ein 60-Grad-Programm mit Pulvervollwaschmittel zu fahren und bei Geruch oder nach der Trommelreinigung ein 90-Grad-Programm ohne Wäsche. Das Umweltbundesamt nennt für die Hygiene im Privathaushalt einen ähnlichen Rhythmus: nach jeder fünften Wäsche oder alle zwei Wochen ein 60-Grad-Programm mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel. Wenn Sie entkalken möchten, folgen Sie den Angaben des Entkalkungsmittelherstellers.

Auch die Intervalle für Reiniger und Entkalker sind nicht fest vorgegeben. Bosch nennt für den eigenen Waschmaschinenreiniger eine Anwendung alle drei Monate und für den Entkalker drei bis sechs Monate. Diese Angaben gelten für Bosch-Produkte und Bosch-Geräte, nicht für jede Maschine. Entscheidend ist, was in Ihrer Anleitung steht und wie Sie dosieren.

Waschmittelschublade ohne Wasserstrahl reinigen

Spülen Sie die Waschmittelschublade und das Gehäuse nicht unter fließendem Wasser ab. Reinigen Sie beide mit einem weichen, feuchten Tuch, entfernen Sie Waschmittelreste und lassen Sie die Schublade danach offen stehen, damit Restwasser trocknen kann. So vermeiden Sie, dass Feuchtigkeit in Ritzen gelangt und sich Rückstände festsetzen.

Kühlschrankdichtung mit klarem Wasser abwischen

Die Türdichtung des Kühlschranks verträgt keine aggressiven Reiniger und kein Scheuern. Wischen Sie sie mit einem Tuch und klarem Wasser ab und reiben Sie sie anschließend trocken. Für den Innenraum reichen ein weiches Tuch, lauwarmes Wasser und etwas mildes, pH-neutrales Spülmittel. Schalten Sie das Gerät vor der Reinigung aus und lagern Sie die Lebensmittel währenddessen kühl.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine monatliche Grundreinigung. Ob das für Ihr Modell passt, entscheidet die Geräteanleitung. Wichtiger als ein starres Intervall ist die regelmäßige Kontrolle: Ein zu voll gepackter Kühlschrank erhöht die Temperatur, und eine Dichtung, die nicht richtig schließt, lässt Wärme hinein. Als allgemeine Grenze nennt die Verbraucherzentrale maximal sieben Grad Celsius; für empfindliche Lebensmittel wie bestimmte Fleischprodukte gelten niedrigere Temperaturen.

Spritzer in der Mikrowelle sofort entfernen

Eingetrocknete Spritzer in der Mikrowelle sollten Sie nicht mit Scheuermitteln, harten Schwämmen oder scharfen Reinigern bearbeiten. Die LG-Bedienungsanleitung für das Modell MH6535GIS empfiehlt, Verschmutzungen zeitnah abzuwischen, Fettspritzer mit einem mit Spülmittel angefeuchteten Tuch zu lösen und danach feucht nachzuwischen und zu trocknen. Ob der Drehteller in die Spülmaschine darf, hängt vom Modell ab; bei diesem LG-Gerät ist es erlaubt, bei anderen nicht. Halten Sie außerdem die Kontaktflächen an Tür und Gerät sauber; die Anleitung weist ausdrücklich darauf hin.

Im Bad niemals Reiniger mischen

Der gefährlichste Fehler im Bad ist, Reiniger zu mischen. Wenn Chlorreiniger und saure Badreiniger zusammenkommen, kann giftiges Chlorgas entstehen, das schwere Atemwegsschäden verursachen kann. Setzen Sie solche Mittel deshalb niemals gleichzeitig ein und trennen Sie die Anwendungen vollständig voneinander.

Saure Entkalker wie Essigreiniger oder Zitronensäure lösen Kalk und Urinstein, aber nicht auf jeder Oberfläche. Auf säureempfindlichen Materialien wie Marmor richten sie Schäden an. Prüfen Sie vorher die Materialverträglichkeit und beachten Sie die Herstellerangabe.

Für die normale Haushaltsreinigung brauchen Sie keine Desinfektionsmittel. Das Umweltbundesamt hält sie in Privathaushalten in der Regel für unnötig, ebenso wie antibakterielle Spezialreiniger. Einfache Reinigungsmittel reichen. Waschen Sie Putzlappen regelmäßig bei 60 Grad und lassen Sie sie gut trocknen. Verwenden Sie getrennte Lappen für Bad und Küche, damit Sie Schmutz und Keime nicht von einem Bereich in den anderen tragen.