Wenn Gläser trüb bleiben, Teller sich körnig anfühlen oder die Maschine unangenehm riecht, liegt die Ursache oft an einer Stelle, die viele übersehen: dem Filter am Boden des Spülraums. Dieses kleine Bauteil fängt Speisereste aus dem umgewälzten Wasser. Wenn der Filter verstopft oder falsch eingesetzt ist, gelangen Partikel zurück auf das Geschirr, der Wasserfluss wird schwächer und das Spülergebnis wird schlechter. Die Reinigung ist einfach, benötigt kein Spezialwerkzeug und ist in wenigen Minuten erledigt. Wichtiger als ein festes Reinigungsintervall ist es, auf Warnzeichen zu achten und richtig zu reagieren.
Filter ausbauen
Zuerst müssen Sie an das Filtersystem gelangen. Nehmen Sie dazu den unteren Geschirrkorb heraus. Das Filtersystem befindet sich meist am Boden des Spülraums, unter dem unteren Sprüharm. Je nach Hersteller und Modell funktioniert der Ausbau anders: Bei vielen Geräten von Bosch, Siemens oder Samsung wird die Filtereinheit gegen den Uhrzeigersinn gedreht und dann angehoben. Bei LG-Modellen wird der Innenfilter ebenfalls gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Bei Miele ziehen Sie den Mikrofilter am Kunststoffring nach unten ab.
Lesen Sie vor dem Ausbau die Gebrauchsanleitung Ihres Geräts. Sie zeigt die genaue Position und die richtige Entriegelungsrichtung. Einige Hersteller empfehlen, das Gerät vom Stromnetz zu trennen, bevor Sie am Filter arbeiten, besonders wenn Sie den Bereich dahinter prüfen. Dahinter können scharfkantige Gegenstände wie Glasscherben liegen. Samsung empfiehlt in diesem Fall Schutzhandschuhe. Ohne ausdrückliche Anleitung sollten Sie keine Pumpenabdeckungen oder fest montierten Gitter entfernen.
Die Filtereinheit hat oft mehrere Teile: einen Grobfilter, einen flachen Haupt- oder Feinfilter und einen zylindrischen Mikrofilter. Trennen Sie die Teile nur, wenn die Anleitung es vorsieht. Bei vielen Modellen lösen Sie die Teile durch leichtes Drücken oder Drehen.
Abspülen und Bürsten
Grobe Speisereste kommen in den Müll, nicht in den Abfluss. Spülen Sie die Filterteile dann unter fließendem Wasser ab. Das entfernt lose Partikel und verhindert, dass sie beim Bürsten tiefer ins Sieb gedrückt werden. Bei leichter Verschmutzung ist dieser Schritt ausreichend.
Für festsitzende Fett-, Stärke- oder Speisereste nehmen Sie eine weiche Bürste. Geeignet sind eine kleine Haushaltsbürste, eine weiche Zahnbürste oder eine kleine Flaschenbürste für enge Stellen. Bosch, Samsung und LG empfehlen alle eine weiche Bürste. Vermeiden Sie auf jeden Fall Drahtbürsten, Stahlwolle, harte Schwämme oder spitze Gegenstände. Diese können Kunststoffteile, Dichtungen und Metallgewebe zerkratzen oder verformen. Ein beschädigter Filter sitzt vielleicht nicht mehr richtig und funktioniert nicht mehr gut.
Bei stark fettigen Ablagerungen verwenden Sie lauwarmes Wasser mit etwas mildem Spülmittel. Bosch empfiehlt Seifenwasser und eine weiche Bürste. Verwenden Sie keine aggressiven Abflussreiniger, Chlorbleiche oder starke Säuren. Essig oder Natron sind nicht generell empfohlen, weil die Hersteller dazu keine einheitlichen Angaben machen.
Filter wieder einsetzen
Nach dem Reinigen lassen Sie die Teile kurz abtropfen. Samsung empfiehlt, die Filter gut trocknen zu lassen. Im Alltag reicht es, wenn die Teile abgetropft sind und keine losen Speisereste mehr im Sieb sitzen.
Beim Wiedereinbau sind vier Punkte entscheidend:
- Alle Filterteile gehören an ihren Platz. Ein Grobfilter darf nicht fehlen, wenn das Gerät einen vorsieht.
- Die Einbaurichtung muss stimmen. Samsung warnt davor, den zylindrischen Mikrofilter falsch herum einzusetzen.
- Die Filtereinheit muss verriegelt werden. Je nach Modell wird sie im Uhrzeigersinn gedreht, bis sie fest sitzt oder einrastet.
- Der Filter darf nicht lose aufliegen. Eine lose Abdeckung verschlechtert die Filterleistung.
Nach dem Einsetzen prüfen Sie am Griff, ob sich die Filtereinheit nicht mehr herausheben oder verdrehen lässt. Das ersetzt nicht die Anleitung, hilft aber, einen offensichtlichen Fehler zu erkennen.
Warnzeichen
Die Hersteller empfehlen unterschiedliche Reinigungsintervalle. Samsung empfiehlt eine monatliche Reinigung, LG mindestens einmal im Monat, Bosch alle paar Monate. Consumer Reports nennt einen typischen Bereich von zwei bis drei Monaten. Diese Unterschiede zeigen, dass ein festes Intervall nicht sinnvoll ist.
Stattdessen orientieren Sie sich an sichtbaren Warnzeichen. Kontrollieren und reinigen Sie den Filter, wenn:
- Essenspartikel auf sauberem Geschirr zurückbleiben
- Gläser oder Teller sich körnig anfühlen
- die Maschine unangenehm riecht
- Wasser nach dem Programm im Spülraum stehen bleibt
- der Ablauf langsamer wirkt
- ungewöhnliche Pumpengeräusche auftreten
- sichtbare Reste auf dem Filter liegen
- die Reinigungsleistung nachlässt
- das Gerät eine Filter- oder Ablaufmeldung anzeigt
Miele gibt bei manchen Geräten einen Hinweis zur Filterreinigung nach einer bestimmten Anzahl von Programmen. Automatische Erinnerungen sind modellabhängig und ersetzen nicht die regelmäßige Sichtkontrolle.
Was der Filter nicht leistet
Die Filterreinigung ersetzt keine vollständige Maschinenpflege. Sie entfernt weder Kalk aus dem ganzen Gerät noch Fett von Sprüharmen, Türdichtung oder Innenraum. Ein Maschinenpflegeprogramm oder ein spezieller Reiniger kann diese Bereiche reinigen, ersetzt aber nicht das manuelle Entfernen von Speiseresten aus dem Filter.
Wenn nach der Filterreinigung weiterhin Probleme bestehen, prüfen Sie zusätzlich:
- Drehen sich die Sprüharme frei?
- Sind die Düsen verstopft?
- Blockiert Geschirr den Sprühstrahl?
- Ist das Gerät überladen?
- Ist das richtige Programm gewählt?
- Ist das Spülmittel vollständig aufgelöst?
- Stimmen Klarspüler- und Wasserhärteeinstellung?
- Ist der Ablaufschlauch geknickt?
Electrolux empfiehlt, bei häufiger Nutzung kurzer Programme auch längere Programme zu verwenden, weil Kurzprogramme Fett- und Kalkablagerungen fördern.
Gerätespezifische Besonderheiten
Nicht jeder Geschirrspüler hat einen herausnehmbaren Filter: Einige Geräte nutzen selbstreinigende Filtersysteme oder Zerkleinerer, bei denen der Filter nicht zugänglich ist. Consumer Reports unterscheidet zwischen manuellen und selbstreinigenden Filtersystemen. Bei einem nicht zugänglichen System erklärt die Gebrauchsanleitung, welche Pflege nötig ist.
Auch die Materialien sind unterschiedlich. Kunststoffteile können durch harte Bürsten oder scharfe Werkzeuge beschädigt oder verformt werden. Edelstahl- oder Metallgewebe können durch abrasive Reinigung aufgeraut oder verbogen werden. Sichtbare Risse, gebrochene Laschen oder eine verzogene Filterform sollten Sie nicht weiter schrubben, sondern prüfen, ob ein Ersatzteil nötig ist, oder den Kundendienst kontaktieren.