Wer Lebensmittel lagert, steht vor der Wahl zwischen Glas- und Plastikdosen. Glas ist schwerer und zerbrechlich. Dafür ist es geschmacksneutral, langlebig und leicht zu reinigen. Plastik ist leicht, stoßfest und günstiger, nimmt aber mit der Zeit Gerüche und Verfärbungen an. Welches Material passt, hängt davon ab, was Sie lagern, wie oft Sie die Dosen in Mikrowelle oder Gefrierfach stellen und wie viel Gewicht Sie in Kauf nehmen.

Glas und Plastik im Vergleich

Glas gibt keine Stoffe an die Lebensmittel ab und nimmt keine Gerüche oder Aromen auf. Ein Glasbehälter, in dem gestern Tomatensauce stand, riecht nach der Reinigung neutral. Plastik verhält sich anders: Je nach Kunststoffsorte können Weichmacher, Färbemittel oder andere Zusätze in das Lebensmittel übergehen, besonders wenn der Behälter erhitzt wird. Deshalb steht auf vielen Plastikdosen ein Hinweis, ob sie für die Mikrowelle geeignet sind.

Plastik hat dafür einen praktischen Vorteil: Es bricht nicht. Eine Dose, die aus der Hand rutscht oder im Rucksack gegen andere Gegenstände stößt, übersteht das unbeschadet. Glas zerspringt bei einem harten Aufprall, und die Scherben sind eine Verletzungsgefahr. Wer Kinder hat oder viel unterwegs ist, sollte diesen Punkt ernst nehmen.

Wann Glas die bessere Wahl ist

Glas eignet sich für alles, was lange lagern soll oder stark riecht. Kräuter, Gewürze, Mehl, Nüsse und getrocknete Hülsenfrüchte bleiben in einem dicht schließenden Glasbehälter länger frisch. Das Material lässt weder Feuchtigkeit noch Fremdgerüche durch. Auch säurehaltige Speisen wie eingelegtes Gemüse oder Tomatensauce vertragen sich besser mit Glas, weil die Säure keine Stoffe aus dem Behälter löst.

Glas verträgt Hitze gut, und Sie können es in den meisten Fällen direkt vom Kühlschrank in die Mikrowelle stellen. Achten Sie auf den Deckel: Viele Glasdosen haben einen Kunststoffdeckel, der nicht für hohe Temperaturen geeignet ist. Nehmen Sie den Deckel ab oder verwenden Sie einen passenden Glasdeckel, bevor Sie das Gericht erhitzen.

In der Spülmaschine ist Glas die hygienischere Wahl. Es übersteht unzählige Spülgänge, ohne matt zu werden oder sich zu verformen. Wenn Sie Wert auf ein sauberes, neutrales Gefäß legen, das nach Jahren noch wie neu aussieht, setzen Sie auf Glas.

Wann Plastik die bessere Wahl ist

Plastik ist die bessere Wahl, wenn Gewicht und Bruchfestigkeit zählen. Eine Brotdose für die Arbeit, ein Behälter für den Wanderrucksack oder eine Dose, die das Kind in die Schule mitnimmt, sollte nicht bei jedem Stoß zerbrechen. Auch im Gefrierfach ist Plastik praktisch, weil die Dosen stapelbar sind und weniger Platz einnehmen als schwere Glasbehälter.

Plastikdosen sind in der Anschaffung günstiger als Glasdosen vergleichbarer Größe. Wenn Sie ein ganzes Schranksystem neu ausstatten wollen, macht das einen spürbaren Unterschied. Allerdings halten Glasdosen in der Regel länger, weil Plastik mit der Zeit spröde wird, Kratzer bekommt und sich verfärbt. Auf lange Sicht kann sich die teurere Glasdose also rechnen.

Bei Plastik kommt es auf die richtige Sorte an. Achten Sie auf das Dreieckssymbol mit der Kennzeichnung und wählen Sie Behälter ohne Bisphenol A, kurz BPA. Viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte ausdrücklich als BPA-frei. Vermeiden Sie es, alte Plastikdosen mit sichtbaren Kratzern weiterzuverwenden, denn in den Rillen können sich Keime festsetzen.

Beim Kauf auf Deckel, Temperatur und Form achten

Der Deckel entscheidet über die Qualität einer Vorratsdose, unabhängig vom Material. Ein Deckel mit Silikondichtung schließt luftdicht und hält Feuchtigkeit und Schädlinge fern. Das ist wichtig für Mehl, Zucker und Trockenwaren. Bei Glasdosen mit Bügelverschluss lässt sich die Dichtung meist einzeln ersetzen, wenn sie nach Jahren porös wird.

Achten Sie auf die Mikrowellen- und Gefrierverträglichkeit. Bei Glas steht auf dem Boden oder in der Verpackung, ob es Temperaturschwankungen verträgt. Ein Glasbehälter kann springen, wenn er direkt aus dem Gefrierfach in den heißen Ofen kommt. Lassen Sie ihn kurz bei Zimmertemperatur stehen oder erwärmen Sie ihn langsam.

Für den Schrank zählt die Form: Rechteckige Dosen nutzen den Platz besser als runde, weil sie sich ohne Lücken aneinanderstellen lassen. Stapelbare Systeme mit einheitlicher Größe erleichtern die Ordnung, besonders wenn Sie viele verschiedene Vorräte lagern. Messen Sie vor dem Kauf Ihre Schrankfächer aus, damit die Dosen nicht zu hoch geraten.

Glas und Plastik reinigen und pflegen

Glas reinigen Sie am gründlichsten in der Spülmaschine. Bei hartnäckigen Rückständen von Öl oder Tomatensauce weichen Sie das Glas vor dem Spülen kurz in warmem Wasser mit etwas Spülmittel ein. Gegen Gerüche in Glasbehältern hilft eine Mischung aus Wasser und Natron oder Essig; spülen Sie danach gründlich nach.

Plastikdosen sollten Sie möglichst von Hand spülen oder nur ins oberste Fach der Spülmaschine stellen, denn die hohe Temperatur im unteren Fach kann das Material verformen. Verfärbungen durch Currysauce oder Tomatenmark bekommen Sie oft mit einer Paste aus Natron und Wasser heraus. Trocknen Sie Plastikdosen immer vollständig ab, bevor Sie sie verschließen, sonst bildet sich im Inneren Kondenswasser.

Wenn eine Plastikdose dauerhaft riecht oder stark verkratzt ist, sollten Sie sie aussortieren, weil das Material dann nichts Gutes mehr an die Lebensmittel abgibt. Glasdosen mit defekter Dichtung müssen Sie dagegen nicht wegwerfen, eine neue Silikondichtung verlängert die Lebensdauer deutlich.