Vergleichen Sie bei Internet- und Handytarifen die Gesamtkosten mit Ihrem tatsächlichen Bedarf: Wie viel Datenvolumen brauchen Sie? Wie gut ist der Empfang an Ihren üblichen Aufenthaltsorten? Welche Festnetzgeschwindigkeit benötigen Sie? Rechnen Sie auch mögliche Kosten für Router, Gerät und Zusatzoptionen ein.

Der niedrigste Werbepreis spart nur dann Geld, wenn die Leistung im Alltag zu Ihnen passt und später keine zusätzlichen Kosten anfallen. Ermitteln Sie zuerst Ihren Verbrauch. Vergleichen Sie dann die Vertragskosten über denselben Zeitraum.

Internet- und Mobilfunkbedarf prüfen

Für die Wahl eines Handytarifs ist Ihr tatsächlicher Datenverbrauch hilfreicher als eine Schätzung. Sehen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones oder in der Anbieter-App nach, wie viel mobiles Datenvolumen Sie nutzen. Streaming unterwegs verbraucht viel Datenvolumen; automatische Aktualisierungen und Synchronisierungen können ebenfalls über das Mobilfunknetz laufen. Wenn Sie Updates auf WLAN beschränken, vermeiden Sie unnötigen Verbrauch.

Beim Festnetz ist neben der Downloadgeschwindigkeit auch der Upload wichtig. Der Upload gibt an, wie schnell Sie Daten ins Internet senden. Das spielt zum Beispiel bei Videokonferenzen und großen Dateiübertragungen eine Rolle. Überlegen Sie außerdem, wie viele Personen gleichzeitig streamen, telefonieren oder im Homeoffice arbeiten. Im Produktinformationsblatt des Tarifs finden Sie Angaben zur minimalen, normalerweise verfügbaren und maximalen Download- und Uploadgeschwindigkeit. Diese Werte helfen beim Vergleich, ersetzen aber nicht die Prüfung der Verfügbarkeit an Ihrer Adresse.

Empfang und Anschluss prüfen

Die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur zeigt, welcher Empfang im Freien zu erwarten ist. In Wohnungen kann die Verbindung anders ausfallen: Wände, Fenster, das Smartphone und die Auslastung des Netzes beeinflussen die Qualität. Prüfen Sie deshalb die Netzabdeckung an Orten, an denen Sie regelmäßig telefonieren oder Daten nutzen. Testen Sie nach Möglichkeit vor dem Wechsel ein anderes Netz mit einer SIM-Karte zum Ausprobieren.

Beim Festnetz sollten Sie vor allem prüfen, welche Anschlussarten an Ihrer Adresse verfügbar sind und welche Leistung der Anbieter dort nennt. Die beworbene Höchstgeschwindigkeit sagt nicht automatisch aus, was bei Ihnen tatsächlich ankommt. Bei DSL hängt die erreichbare Geschwindigkeit unter anderem von der Leitung ab. Auch bei Kabelanschlüssen können Verfügbarkeit und Leistung regional unterschiedlich sein.

Gesamtkosten vergleichen

Vergleichen Sie Angebote über denselben Zeitraum. Rechnen Sie dabei auch den Preis nach einer möglichen Rabattphase ein. Berücksichtigen Sie Anschluss- und Versandkosten sowie die Kosten für Router, ein mitgebuchtes Smartphone und TV- oder andere Zusatzpakete. In der Vertragszusammenfassung und im Produktinformationsblatt des Anbieters finden Sie Preise, Leistungen, Laufzeit und Kündigungsbedingungen zum Vergleich.

Achten Sie bei Handytarifen auf den Abrechnungszeitraum. Ein Paket für vier Wochen wird 13-mal im Jahr bezahlt; ein monatlich abgerechneter Tarif kostet 12 Monatsraten im Jahr. Für einen Jahresvergleich multiplizieren Sie den Paketpreis bei vier Wochen mit 13 und bei monatlicher Abrechnung mit 12. Bei vierwöchigen Paketen erhalten Sie zugleich 13-mal neues Datenvolumen.

Ein Smartphone im Tarif macht den Preisvergleich schwieriger, weil Sie dabei Geräte- und Mobilfunkkosten zusammen bezahlen. Prüfen Sie, ob Sie ein neues Gerät brauchen und was es unabhängig vom Vertrag kostet. Vergleichen Sie den Gerätepreis mit den Gesamtkosten des Tarifangebots.

Auch beim Festnetzrouter lohnt sich die Rechnung über die Vertragslaufzeit. Für Mietrouter mit WLAN oder besserer Ausstattung fallen laut Verbraucherzentrale häufig drei bis sieben Euro pro Monat an. Ein eigener Router kann sich rechnen, wenn er technisch zum Anschluss passt und Sie Einrichtung, Aktualisierungen und Fehlerbehebung selbst übernehmen. Ein Mietgerät kostet laufend, kann bei einem Defekt aber die Unterstützung durch den Anbieter erleichtern.

Laufzeit und Wechsel planen

Die anfängliche Laufzeit eines Telekommunikationsvertrags darf höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen auch einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Nach Ende der Mindestlaufzeit können Sie einen automatisch verlängerten Vertrag jederzeit mit einer Kündigungsfrist von einem Monat kündigen. Das gilt auch für ältere Verträge, deren Mindestlaufzeit bereits abgelaufen ist. Prüfen Sie das konkrete Kündigungsdatum in Ihren Vertragsunterlagen oder im Kundenkonto.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, den Festnetzwechsel möglichst etwa drei Monate vor Vertragsende zu planen. Prüfen Sie die Verfügbarkeit am neuen Anschluss und lassen Sie den neuen Anbieter die Kündigung und Umschaltung koordinieren. Wenn Sie den Wechsel rechtzeitig einleiten, muss der bisherige Anbieter grundsätzlich bis zur Umschaltung weiterversorgen. Die Rufnummernmitnahme ist kostenlos. Achten Sie darauf, dass die Angaben beim neuen Anbieter mit Ihren bisherigen Vertragsdaten übereinstimmen.

Anbieter müssen Verbraucherinnen und Verbraucher einmal jährlich über einen passenden Tarif informieren. Nutzen Sie diese Mitteilung, um Ihre Kosten zu prüfen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Tarif der günstigste am Markt ist.

Aktionspreise und Tarifgröße prüfen

Ein niedriger Einstiegspreis zeigt nicht, wie viel der Tarif nach dem Rabatt kostet. Prüfen Sie, wie lange ein Aktionspreis gilt und welcher Preis danach berechnet wird. Kontrollieren Sie auch Datenautomatiken: Wenn Ihr Datenvolumen aufgebraucht ist, wird die Verbindung je nach Tarif gedrosselt oder ein kostenpflichtiges Zusatzpaket gebucht.

Wählen Sie einen Festnetztarif, der zu Ihrem Bedarf passt. Ist er zu klein, kann der Anschluss langsamer werden, wenn mehrere Personen ihn gleichzeitig nutzen. Bei Glasfaser ist ein späteres Herunterstufen häufig erst zum Ende der Mindestlaufzeit möglich. Planen Sie deshalb neben der heutigen Nutzung auch absehbare Änderungen ein, etwa mehr Videokonferenzen oder zusätzliche Nutzer im Haushalt.

Zu niedrige Internetgeschwindigkeit nachweisen

Liegt die Festnetzgeschwindigkeit dauerhaft deutlich unter den Vertragsangaben, reicht ein einzelner spontaner Geschwindigkeitstest als Nachweis nicht aus. Die Bundesnetzagentur bietet dafür eine Desktop-App an, die durch eine festgelegte Messkampagne führt. Das Messprotokoll lässt sich dem Anbieter vorlegen. Die Messkampagne prüft unter anderem, ob die vereinbarten Grenzwerte an mehreren Messtagen unterschritten werden.

Für Mobilfunk gelten seit dem 20. April 2026 eigene Regeln und ein eigenes Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur. Die Messkampagne kann bis zu 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen umfassen; die maßgeblichen Schwellen hängen auch von der Bevölkerungsdichte des Gebiets ab. Wenn die Messungen eine geringere Leistung als vereinbart nachweisen, kommen grundsätzlich eine Preisminderung oder eine außerordentliche Kündigung infrage. Die Höhe einer Minderung hängt vom Einzelfall ab.