Ihre laufenden Kosten sinken, wenn Sie passend heizen und weniger Warmwasser verbrauchen. Auch der effiziente Einsatz von Haushaltsgeräten trägt dazu bei. Dafür sind keine größeren Umbauten nötig. Wie viel Sie sparen, hängt von Ihrer Wohnung, der Heiztechnik und Ihren bisherigen Gewohnheiten ab.
Im Alltag meint „Nebenkosten“ oft alle Wohnkosten zusätzlich zur Kaltmiete. Die Betriebskostenabrechnung erfasst jedoch nur bestimmte laufende Gebäudekosten. Ihre Stromrechnung kommt in der Regel separat dazu. Betrachten Sie Betriebskosten und Stromkosten deshalb getrennt.
Was zählt zu den Nebenkosten?
Betriebskosten sind laufende Kosten für den Betrieb des Gebäudes. Dazu gehören zum Beispiel Heizkosten und bestimmte Kosten für Wasser oder gemeinschaftlich genutzte Bereiche. Verwaltungs- und Reparaturkosten zählen nicht dazu. Haushaltsstrom, etwa für Kühlschrank, Waschmaschine und Beleuchtung, zahlen Mieterinnen und Mieter meist direkt an ihren Stromanbieter.
Bei den Heizkosten richtet sich die Abrechnung nicht immer nur nach Ihrem Verbrauch. Ein Teil kann nach der Wohnfläche verteilt werden. Wenn Sie weniger heizen, sinkt Ihr Energieverbrauch. Dadurch sinkt aber nicht jede Position der Abrechnung im gleichen Verhältnis.
Heizung passend einstellen
Stellen Sie das Thermostat auf die gewünschte Raumtemperatur. Es steuert, wie viel Wärme der Heizkörper abgibt. Bei einem üblichen Thermostat entspricht Stufe 3 ungefähr 20 °C, Stufe 2,5 etwa 18 °C und Stufe 2 ungefähr 16 °C. Das sind Richtwerte. Laut Verbraucherzentrale sparen Sie pro Grad niedrigerer Raumtemperatur rund sechs Prozent Heizenergie. Das bedeutet nicht, dass Ihre gesamte Abrechnung um sechs Prozent sinkt.
Wenn Sie das Thermostat höher drehen, stellen Sie eine höhere Zieltemperatur ein. Der Raum wird dadurch nicht schneller warm. Halten Sie Heizkörper frei von Möbeln und langen Vorhängen, damit sich die Wärme im Raum verteilt. Wenn Sie nicht zu Hause sind oder nachts, können Sie die Temperatur etwas absenken. Lassen Sie wenig genutzte Räume aber nicht stark auskühlen; als Richtwert gelten mindestens etwa 16 °C.
Lüften Sie im Winter kurz und kräftig, statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen. Öffnen Sie nach dem Duschen oder Kochen das Fenster, um feuchte Luft abzuführen. Lüften und angemessenes Heizen helfen, Feuchtigkeit und Schimmel vorzubeugen. Sie beheben jedoch keine baulichen Mängel. Wenn trotz vernünftiger Nutzung Feuchtigkeit oder Schimmel auftritt, dokumentieren Sie das Problem und informieren Sie die Vermieterseite.
Warmwasser beim Duschen sparen
Wenn Sie kürzer duschen und den Wasserfluss verringern, brauchen Sie weniger Warmwasser. Ein Sparduschkopf kostet laut Verbraucherzentrale etwa 20 Euro. Je nach bisherigem Verbrauch kann er den Warmwasserbedarf beim Duschen deutlich senken. Die Verbraucherzentrale nennt ein mögliches Einsparpotenzial von bis zu 50 Prozent. Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt davon ab, wie lange Sie duschen und wie viel Wasser bisher durch den Duschkopf fließt. Auch die Kosten für Wasser, Abwasser und Energie spielen eine Rolle.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Duschkopf zu Ihrer Warmwassertechnik passt. Hydraulische Durchlauferhitzer, die ihre Heizleistung über den Wasserdurchfluss steuern, benötigen häufig mindestens etwa 8 Liter Wasser pro Minute. Ein Duschkopf mit zu geringem Durchfluss kann dadurch Probleme verursachen. Begriffe wie „sparsam“ oder „Eco“ sagen allein nicht, wie viel Wasser tatsächlich fließt.
Senken Sie die Temperatur der zentralen Warmwasseranlage nicht eigenmächtig ab. Für die Hygiene in Trinkwasserleitungen gelten Anforderungen an die Warmwassertemperatur. Sparen Sie stattdessen beim Verbrauch, etwa indem Sie beim Einseifen das Wasser abstellen.
Strom im Haushalt senken
Wasch- und Spülmaschinen laufen sparsamer, wenn Sie sie voll beladen und passende Eco-Programme nutzen. Für normal verschmutzte Wäsche reichen oft niedrigere Waschtemperaturen. Trocknen Sie Wäsche auf der Leine, wenn das möglich ist, statt einen Wäschetrockner zu verwenden.
Stellen Sie den Kühlschrank auf etwa 7 °C und den Gefrierschrank auf −18 °C ein. Lassen Sie die Türen nicht unnötig offen und tauen Sie vereiste Geräte ab. Beim Kochen spart ein Deckel auf dem Topf Energie. Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der benötigten Wassermenge. Geräte mit Stand-by-Verbrauch lassen sich bei Bedarf vollständig ausschalten, zum Beispiel über eine schaltbare Steckdosenleiste. Wie viel das bringt, hängt von den Geräten ab.
Diese Maßnahmen senken Ihre eigene Stromrechnung. Sie ändern nicht automatisch die Betriebskostenabrechnung, weil Haushaltsstrom meist separat abgerechnet wird.
Abrechnung und Vorauszahlung prüfen
Wenn Ihre Abrechnung auffällig hoch ist, prüfen Sie zuerst die Zählerstände, den Abrechnungszeitraum, den Verteilerschlüssel und die berechneten Kosten. Bei Unklarheiten können Sie die Belege einsehen. Wenn Sie Vorauszahlungen vereinbart haben, muss die Vermieterseite jährlich abrechnen. Einwendungen gegen eine Abrechnung müssen Sie grundsätzlich innerhalb von zwölf Monaten nach ihrem Zugang vorbringen.
Wenn Sie monatlich weniger vorauszahlen, überweisen Sie zunächst nur einen kleineren Betrag. Ihr tatsächlicher Verbrauch und die Gesamtkosten sinken dadurch nicht. Nach einer Abrechnung können Sie eine Anpassung auf eine angemessene Vorauszahlung verlangen. Setzen Sie den Betrag nicht ohne Grundlage zu niedrig an, sonst droht bei der nächsten Abrechnung eine Nachzahlung.