Ein günstiger Wasserkocher oder Toaster erfüllt im Alltag oft denselben Zweck wie ein teureres Gerät. Bei Waschmaschinen und Kühlschränken zählen neben dem Kaufpreis auch der Stromverbrauch und die Frage, ob sich das Gerät reparieren lässt. Entscheidend ist, wie oft Sie das Gerät nutzen und welche Funktionen Sie brauchen.
Bei Kleingeräten reicht oft die Grundfunktion
Für Geräte mit einer einfachen Aufgabe lohnt sich ein hoher Preis nicht automatisch. Wenn ein Wasserkocher Wasser zuverlässig erhitzt, sich sicher bedienen lässt und leicht zu reinigen ist, brauchen Sie vielleicht keine Temperaturwahl oder Warmhaltefunktion. Solche Extras kosten mehr und bringen Ihnen nur etwas, wenn Sie sie regelmäßig nutzen.
Günstige Geräte können im Test gut abschneiden. Die Stiftung Warentest bewertete 2025 zehn von 15 getesteten Wasserkochern und Heißwasserspendern als gut. Die Tester prüften Geräte aus verschiedenen Preisklassen. Im Toaster-Test von 2026 überzeugten gut zwei Drittel der 30 Geräte, darunter auch ein Modell aus dem unteren Preisbereich.
Die Testergebnisse zeigen, dass ein niedriger Preis gute Leistung nicht ausschließt. Sie sagen aber nicht voraus, wie lange ein Gerät hält. Prüfen Sie deshalb neben dem Testergebnis, ob Größe und Bedienung zu Ihrem Haushalt passen. Ein kleiner Wasserkocher eignet sich beispielsweise für wenige Tassen, während ein Haushalt mit mehreren Personen eher ein größeres Modell braucht.
Bei häufiger Nutzung zählen die laufenden Kosten
Je häufiger Sie ein Gerät nutzen, desto stärker fallen seine laufenden Kosten ins Gewicht. Das gilt besonders für Großgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Vergleichen Sie bei diesen Geräten den Kaufpreis, den Stromverbrauch auf dem Energielabel und Ihren Strompreis.
Das Umweltbundesamt veranschaulicht den Unterschied bei Geschirrspülern mit einem Beispiel: Ein Gerät der Effizienzklasse A verbraucht etwa 54 Kilowattstunden je 100 Eco-Programmdurchläufe, ein Gerät der Klasse G etwa 95. Bei 220 Spülgängen pro Jahr und einem Strompreis von rund 37 Cent je Kilowattstunde ergibt das im Beispiel eine Differenz von etwa 33 Euro jährlich. Ihr tatsächlicher Betrag hängt von Nutzung und Strompreis ab.
Vergleichen Sie den Kaufpreis, die erwarteten Stromkosten über die Nutzungszeit und absehbare Zusatzkosten. Multiplizieren Sie für die Stromkosten den Verbrauch des Geräts mit Ihrem Strompreis. Die Verbraucherzentrale bietet dafür auch einen Rechner an. Eine höhere Effizienzklasse lohnt sich finanziell, wenn die mögliche Ersparnis den Aufpreis während der geplanten Nutzungszeit ausgleicht.
Prüfen Sie Ersatzteile und Reparaturkosten
Vor allem bei teuren oder häufig genutzten Geräten lohnt sich ein Blick auf Ersatzteile und Reparaturmöglichkeiten. Für bestimmte Produktgruppen wie Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühlgeräte gelten EU-Vorgaben zur Bereitstellung von Ersatzteilen. Je nach Produktgruppe müssen Hersteller Ersatzteile sieben bis zehn Jahre lang verfügbar halten. Die Frist beginnt, wenn sie das letzte Exemplar eines Modells auf den Markt bringen. Das erleichtert die Planung einer Reparatur, sagt aber nichts über deren Kosten aus.
Seit dem 31. Juli 2026 gilt in Deutschland außerdem ein Recht auf Reparatur für bestimmte Produktgruppen, darunter Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlgeräte und Staubsauger. Diese Regel gilt nicht für alle Kleingeräte. Prüfen Sie bei einem konkreten Modell daher, welche Ersatzteile und Reparaturinformationen tatsächlich verfügbar sind und was die Garantiebedingungen abdecken.
Auch ein funktionierendes älteres Gerät sollten Sie nicht automatisch ersetzen, nur weil ein neues Modell sparsamer ist. Eine Studie des Umweltbundesamts zu ausgewählten Großgeräten ergab: Bei durchschnittlicher privater Nutzung lohnen sich Weiternutzung oder Reparatur in der Regel finanziell und ökologisch. Bei sehr häufiger Nutzung und besonders ineffizienten Geräten kann ein Austausch anders ausfallen. Das Ergebnis hängt vom jeweiligen Gerät und seiner Nutzung ab.
Prüfen Sie vor dem Kauf
Klären Sie vor dem Kauf, was das Gerät im Alltag leisten muss:
- Wie oft nutzen Sie das Gerät, und für wie viele Personen?
- Welche Funktionen brauchen Sie tatsächlich?
- Passen Fassungsvermögen, Maße und Bedienung zu Ihrem Haushalt?
- Wie hoch sind Verbrauch und Gesamtkosten?
- Gibt es Ersatzteile, Reparaturinformationen und passende Garantiebedingungen?
Bei Großgeräten finden Sie neben den Angaben auf dem Energielabel weitere Produktdaten in der europäischen Produktdatenbank EPREL. Je nach Gerät gehören dazu etwa Wasserverbrauch, Geräuschentwicklung oder Informationen zu Ersatzteilen. Bei Kleingeräten helfen unabhängige Tests vor allem dabei, Leistung und Bedienung zu vergleichen. Für die erwartete Lebensdauer gibt es jedoch keine verlässliche allgemeine Regel nach dem Motto „teurer hält länger“.