Doppelte Vorräte und verdorbene frische Lebensmittel kosten Geld. Prüfen Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte, planen Sie einige Mahlzeiten und notieren Sie die benötigten Zutaten und Mengen. So kaufen Sie gezielter ein und greifen seltener spontan zu.
Eine Einkaufsliste zeigt nicht, wie viel Sie sparen. Sie hilft Ihnen aber, nur das einzukaufen, was Sie wirklich brauchen. Mit gut sortierten Vorräten behalten Sie den Überblick und verbrauchen Lebensmittel rechtzeitig.
Prüfen Sie zuerst Ihre Vorräte
Sehen Sie vor dem Planen im Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank nach. Notieren Sie, was knapp wird und was bald verbraucht werden sollte. Verwenden Sie einen angebrochenen Beutel Reis, eingefrorene Reste oder Gemüse, das bald verdirbt, für ein geplantes Essen.
Stellen Sie neu gekaufte Lebensmittel hinter die älteren Packungen. Stellen Sie angebrochene Lebensmittel sichtbar nach vorn und beschriften Sie Eingefrorenes bei Bedarf mit Inhalt und Datum. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Vorräte übersichtlich zu ordnen. So geraten Lebensmittel in Schränken oder Gefrierfächern nicht in Vergessenheit.
Machen Sie aus dem Plan eine Mengenliste
Legen Sie grob fest, was Sie in den nächsten Tagen kochen möchten. Berücksichtigen Sie dabei, an welchen Tagen wenig Zeit zum Kochen bleibt und für wie viele Personen Sie planen. Ein Gericht mit Linsen kann zum Beispiel gleich mehrere vorhandene Zutaten aufbrauchen. Reste lassen sich als Mittagessen oder Bestandteil einer weiteren Mahlzeit einplanen.
Schreiben Sie anschließend die Zutaten und benötigten Mengen auf. Streichen Sie Zutaten von der Liste, die Sie schon zu Hause haben. Statt „Tomaten“ notieren Sie zum Beispiel, wie viele Sie für das geplante Gericht brauchen und ob noch welche im Kühlschrank liegen. So stehen auf der Liste nur die Lebensmittel, die Sie für Ihre geplanten Gerichte noch brauchen.
Verwenden Sie leicht verderbliche Lebensmittel an den ersten Tagen. Planen Sie Salat und frisches Gemüse eher für den Wochenanfang ein. Zutaten, die länger haltbar sind, können Sie später verwenden. Lassen Sie Raum für Änderungen. Einige fest geplante Gerichte und eine Mahlzeit aus Resten lassen sich leichter an den Alltag anpassen als ein starres Menü.
Kaufen Sie nach Bedarf ein
Orientieren Sie sich im Geschäft an Ihrer Liste. Angebote können sinnvoll sein, wenn das Produkt ohnehin gebraucht wird und die gekaufte Menge rechtzeitig verbraucht werden kann. Eine große Packung lohnt sich nur, wenn Sie alles verbrauchen. Sonst landet ein Teil im Müll.
Vergleichen Sie bei unterschiedlichen Packungsgrößen den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Der Packungspreis allein zeigt nicht, welches Produkt pro Kilogramm oder Liter günstiger ist. Prüfen Sie außerdem, ob die angebotene Menge zu Ihrem Verbrauch und zu den vorhandenen Vorräten passt.
Eine Einkaufsliste kann auch spontane Käufe begrenzen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Einkauf zu planen und sich an der Liste zu orientieren. Das hilft besonders, wenn Angebote oder Sonderangebotsflächen dazu verleiten, mehr mitzunehmen als geplant. Kaufen Sie etwas zusätzlich, prüfen Sie kurz, ob Sie das Produkt ohnehin brauchen und die Menge verbrauchen.
Halten Sie die Routine klein
Für den Anfang genügen diese Schritte vor und nach dem Einkauf:
- Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank durchsehen.
- Einige Mahlzeiten festlegen und vorhandene Zutaten einplanen.
- Fehlende Lebensmittel mit Mengen auf die Liste setzen.
- Berücksichtigen Sie Angebote nur, wenn Sie das Produkt brauchen und rechtzeitig verbrauchen.
- Stellen Sie ältere Ware nach dem Einräumen nach vorn und prüfen Sie den Kassenzettel.
Prüfen Sie nach dem Einkauf, welche Lebensmittel übrig geblieben sind und welche Einkäufe besonders teuer waren. Wenn Sie eine Zutat immer wieder übrig haben, kaufen Sie beim nächsten Mal weniger davon. Bleibt von einem Gericht regelmäßig etwas übrig, passen Sie die Menge an oder planen Sie die Reste für eine weitere Mahlzeit ein. So wird die Liste mit der Zeit genauer.
Was Zahlen über Einkaufslisten zeigen
In Deutschland entstanden 2022 rund 6,3 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Das entsprach laut Umweltbundesamt 58 Prozent aller erfassten Lebensmittelabfälle und rund 74,5 Kilogramm pro Kopf. In dieser Menge stecken auch nicht vermeidbare Bestandteile wie Schalen und Knochen. Die Zahl zeigt daher nicht, wie viel davon ein einzelner Haushalt durch bessere Planung einsparen könnte.
Eine Befragung von Beschäftigten zweier Forschungsstandorte aus dem Jahr 2015 ergab, dass Personen mit Einkaufsliste weniger Lebensmittelabfälle angaben als Personen ohne Liste. Die Unterschiede betrugen in Karlsruhe 162 gegenüber 131 Gramm pro Person und Woche und in Ispra 157 gegenüber 117 Gramm. Daraus lässt sich keine sichere Wirkung für alle Haushalte ableiten: Die Befragung war freiwillig und erfasste nur eine begrenzte Gruppe. Sie zeigt einen Zusammenhang, aber nicht, dass die Einkaufsliste die Ursache war. Für eine konkrete monatliche Ersparnis durch Einkaufslisten gibt es daraus ebenfalls keine verlässliche Zahl.