Wenn Miete, Einkäufe oder Energie teurer werden, prüfen Sie Ihre tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben. Die Inflationsrate zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung in Deutschland. Wie stark sie Ihr Haushaltsbudget trifft, hängt davon ab, wofür Sie Geld ausgeben.

Halten Sie regelmäßige und unregelmäßige Ausgaben fest. Sichern Sie zuerst die Ausgaben für Wohnen, Energie, Lebensmittel und notwendige Medikamente. Prüfen Sie bei den übrigen Ausgaben, wo Sie sparen, Kosten verschieben oder einen günstigeren Vertrag wählen können.

Zuerst die Ausgaben erfassen

Notieren Sie Ihr regelmäßiges Nettoeinkommen und alle festen Zahlungen. Dazu gehören Miete, Energie, Telefon und Versicherungen. Auch Mitgliedsbeiträge und Kreditraten zählen dazu. Rechnen Sie jährliche oder vierteljährliche Zahlungen auf einen Monatsbetrag um. So bleiben etwa Kfz-Steuer oder eine jährliche Versicherungsrechnung auch in den Monaten berücksichtigt, in denen sie nicht abgebucht werden.

Eine einfache Rechnung zeigt, was für veränderliche Ausgaben bleibt:

Regelmäßige Einnahmen − feste Ausgaben = verfügbares Budget für veränderliche Ausgaben

Erfassen Sie anschließend für einige Wochen die tatsächlichen Ausgaben. Dazu zählen etwa Lebensmittel und Mobilität sowie Ausgaben für Kleidung, Gesundheit und Freizeit. Sammeln Sie Belege und berücksichtigen Sie auch Kartenzahlungen, die erst später vom Konto abgehen. Eine wöchentliche Übersicht zeigt, welche Ausgaben regelmäßig über Ihrem Plan liegen.

Teilen Sie den Betrag für veränderliche Ausgaben grob auf die Wochen des Monats auf. Als einfache Orientierung können Sie ihn durch vier teilen. Da Monate unterschiedlich lang sind, ist das nur eine Näherung. Prüfen Sie daher am Monatsende, ob der Wochenbetrag für Ihren Haushalt passt.

Eigene Preissteigerungen prüfen

Die amtliche Inflationsrate vergleicht die Preise für einen durchschnittlichen Warenkorb aus vielen Waren und Dienstleistungen. Sie sagt nicht, wie stark die Ausgaben eines einzelnen Haushalts steigen. Im September 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat bei 3,3 Prozent. Energieprodukte verteuerten sich im Durchschnitt um 14,9 Prozent, während Nahrungsmittel insgesamt 0,4 Prozent mehr kosteten. Bei einzelnen Produkten gab es zugleich deutliche Unterschiede.

Vergleichen Sie deshalb Ihre eigenen Belege und Rechnungen mit früheren Monaten. Wer mit Heizöl heizt oder viel Auto fährt, sollte diese Kosten besonders genau prüfen. Bei Lebensmitteln hilft ein Blick auf die Produkte, die regelmäßig im Einkaufswagen liegen. Der Durchschnitt für alle Lebensmittel kann deutliche Preissteigerungen bei einzelnen Produkten verdecken.

Bei den Energiekosten kommt es auch auf Ihren Vertrag und Ihren Verbrauch an. Prüfen Sie die letzte Abrechnung, lesen Sie den Zählerstand ab und vergleichen Sie ihn mit dem angesetzten Verbrauch. Ein hoher monatlicher Abschlag, also eine Vorauszahlung an den Versorger, bedeutet nicht automatisch, dass Sie tatsächlich viel Energie verbrauchen. Bei Unklarheiten oder einer unerwarteten Nachzahlung sollten Sie den Versorger kontaktieren und die Abrechnung klären.

Notwendige Zahlungen zuerst sichern

Wenn das Geld knapp wird, prüfen Sie zuerst, welche Folgen es hätte, wenn Sie einzelne Rechnungen nicht bezahlen. Vorrang haben Ausgaben, die Wohnen, Versorgung und Gesundheit sichern:

  • Miete und notwendige Wohnkosten
  • Energie
  • Lebensmittel
  • notwendige Medikamente sowie Gesundheitsversorgung

Telefon und Internet können für wichtige Kontakte oder Behördengänge ebenfalls nötig sein. Nehmen Sie auch Unterhaltszahlungen und Kreditraten in Ihre Übersicht auf. Prüfen Sie, welche Folgen es hat, wenn Sie sie nicht zahlen. Lassen Sie Zahlungen nicht kommentarlos ausfallen. Wenn absehbar ist, dass das Geld nicht reicht, sprechen Sie frühzeitig mit Vermietenden, Versorgern oder Kreditgebenden. Eine Schuldner- oder Sozialberatung kann dabei helfen, die nächsten Schritte zu ordnen.

Verträge und flexible Ausgaben anpassen

Bei veränderlichen Ausgaben können Sie oft schneller reagieren als bei Miete oder laufenden Verträgen. Prüfen Sie etwa, ob Einkäufe besser geplant werden können, ob häufige spontane Käufe das Wochenbudget belasten oder ob Freizeitkosten vorübergehend sinken müssen. Kürzen Sie dabei so, dass notwendige Bedürfnisse und Gesundheit nicht gefährdet werden.

Auch feste Ausgaben verdienen einen genaueren Blick. Vergleichen Sie bei passenden Kündigungsfristen beispielsweise Mobilfunk, Festnetz, Girokonto oder Versicherungen. Entscheidend sind der Gesamtpreis und die enthaltenen Leistungen. Eine Versicherung nur wegen ihrer monatlichen Kosten zu kündigen, kann später teuer werden, wenn ein wichtiges Risiko dann nicht mehr versichert ist.

Altersvorsorgeverträge sollten Sie ebenfalls nicht übereilt kündigen. Je nach Vertrag kommen eine Beitragspause, also eine vorübergehende Pause bei den Zahlungen, oder eine Beitragsfreistellung infrage, bei der Sie keine weiteren Beiträge einzahlen. Die Folgen unterscheiden sich. Lassen Sie sich vor einer Änderung unabhängig beraten und prüfen Sie, welche Kosten oder Ansprüche betroffen sind.

Energiekosten im Haushaltsbudget prüfen

Bleibt nach den notwendigen Zahlungen wenig übrig, prüfen Sie zuerst, welche Ausgaben Sie streichen oder aufschieben und welche Verträge Sie günstiger gestalten können. Planen Sie außerdem unregelmäßige Rechnungen monatlich ein, damit sie nicht plötzlich das Geld für laufende Ausgaben aufbrauchen.

Die Verbraucherzentrale nennt Energieausgaben von mehr als zehn Prozent des Haushaltsnettoeinkommens als Richtwert für eine genauere Prüfung. Der Wert ist nur eine Orientierung und zeigt nicht allein, ob die Energiekosten für Ihren Haushalt zu hoch sind. Wie stark die Kosten belasten, hängt auch vom Zustand der Wohnung und vom Heizsystem ab. Ebenso spielt der Verbrauch eine Rolle. Wenn die Energiekosten schwer zu tragen sind, prüfen Sie Abschlag und Abrechnung und holen Sie Beratung ein.