Sie sparen im Haushalt Strom, indem Sie Geräte passend einstellen, nur bei Bedarf einschalten und unnötigen Bereitschaftsverbrauch vermeiden. Mit passenden Einstellungen bleiben Räume hell genug, Lebensmittel richtig gekühlt und Wäsche sauber.
Setzen Sie zuerst bei Geräten an, die regelmäßig oder lange laufen: passende LED-Lampen, ein richtig eingestellter Kühlschrank und volle Waschmaschinen bringen meist mehr als der tägliche Blick auf einzelne Ladegeräte.
Beleuchtung passend wählen
Ersetzen Sie Glüh- und Halogenlampen durch LEDs. Sie liefern bei deutlich geringerem Stromverbrauch die gewünschte Helligkeit. Vergleichen Sie die Helligkeit anhand des Lichtstroms in Lumen, nicht anhand der Wattzahl. Lumen zeigen, wie viel Licht eine Lampe abgibt. Die Angabe in Kelvin beschreibt die Lichtfarbe. Warmweißes Licht wirkt gemütlich; für Arbeitsplätze eignet sich häufig eine kühlere Lichtfarbe.
Eine LED kann im Vergleich zu einer Glüh- oder Halogenlampe bis zu 90 Prozent Strom sparen. Wie viel es tatsächlich ist, hängt von der ersetzten Lampe und der täglichen Leuchtdauer ab. Als Beispiel: Eine 60-Watt-Glühlampe, die täglich vier Stunden leuchtet, verbraucht rund 88 Kilowattstunden im Jahr. Eine 6-Watt-LED kommt bei gleicher Nutzung auf etwa 9 Kilowattstunden. Die benötigte Beleuchtung müssen Sie dafür nicht reduzieren.
Schalten Sie Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen und niemand es dort braucht. Prüfen Sie bei einem Lampentausch außerdem, ob LED, Dimmer und vorhandener Trafo zusammenpassen. Ungeeignete Kombinationen können flackern oder gar nicht funktionieren.
Stand-by gezielt abschalten
Stand-by bezeichnet den Bereitschaftsbetrieb, in dem ein Gerät ausgeschaltet wirkt, aber weiter Strom verbraucht. Prüfen Sie zuerst, welche Geräte tatsächlich dauerhaft Strom ziehen. Ein Strommessgerät zeigt, wie viel einzelne Geräte verbrauchen. Manche Netzteile werden warm, wenn sie Strom aufnehmen.
Bei Fernsehern und Zubehör wie Receivern oder Soundsystemen hilft eine schaltbare Steckdosenleiste. Mit einem Schalter trennen Sie die Gerätegruppe vom Netz, wenn Sie sie nicht nutzen. Lassen Sie Geräte im Stand-by, wenn Sie die Funktion benötigen: Eine Spielekonsole kann etwa Updates laden oder USB-Anschlüsse versorgen. Ferngesteuerte Steckdosen sind bequem, verbrauchen selbst jedoch ebenfalls etwas Strom.
Die Einsparung hängt stark von den angeschlossenen Geräten ab. Ein älterer Fernseher mit hohem Bereitschaftsverbrauch fällt stärker ins Gewicht als ein modernes Ladegerät mit sehr niedrigem Verbrauch. Messen oder prüfen Sie deshalb zuerst den Verbrauch, bevor Sie sich mit einzelnen kleinen Netzteilen beschäftigen.
Geräte sinnvoll einstellen
Kühlschrank und Gefriergerät laufen rund um die Uhr. Für den Kühlschrank empfiehlt die Verbraucherzentrale 7 °C im oberen Fach, für das Gefriergerät −18 °C. Eine um 1 °C niedrigere Kühlschranktemperatur erhöht den Stromverbrauch nach ihrer Angabe um etwa 6 Prozent. Öffnen Sie die Tür nur kurz. Lassen Sie warme Speisen erst abkühlen. Tauen Sie angesammeltes Eis ab. Wenn Sie häufig sehr schnell verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch lagern, kann eine niedrigere Kühlschranktemperatur nötig sein.
Wasch- und Spülmaschinen sollten möglichst voll beladen laufen. Eco-Programme brauchen zwar mehr Zeit, verbrauchen aber weniger Energie; Kurzprogramme können mehr Strom und Wasser benötigen. Bei normal verschmutzter Wäsche reicht häufig eine niedrigere Waschtemperatur. Regelmäßige Waschgänge bei 60 °C helfen zugleich, die Maschine hygienisch zu halten und Gerüche zu vermeiden.
Trocknen Sie Wäsche an der Luft, wenn es in Ihren Alltag passt. Wenn Sie einen Trockner nutzen, schleudert die Waschmaschine die Wäsche vorher möglichst gut. Ein passender Topfdeckel senkt den Energiebedarf beim Kochen. Erhitzen Sie im Wasserkocher nur so viel Wasser, wie Sie benötigen.
Stromverbrauch messen und Geräte vergleichen
Prüfen Sie zunächst einige Geräte, die viel Strom verbrauchen oder lange laufen, etwa den Kühlschrank, den Fernseher mit Zubehör oder den Computerarbeitsplatz. Ein Strommessgerät hilft, den tatsächlichen Verbrauch eines Geräts einzuschätzen. So konzentrieren Sie sich auf Geräte, bei denen sich eine Änderung im Alltag lohnt.
Achten Sie beim Neukauf auf den angegebenen Jahresverbrauch in Kilowattstunden und auf die passende Gerätegröße. Eine gute Effizienzklasse allein sagt noch nicht, wie viel Strom ein Gerät bei Ihrer Nutzung verbraucht. Bei sehr alten Großgeräten kann sich ein Austausch lohnen; vergleichen Sie dafür den Verbrauch und die Anschaffungskosten. Ein funktionierendes Gerät allein wegen seines Alters zu ersetzen, ist nicht automatisch sinnvoll.