Wenn am Monatsende wenig übrig bleibt, prüfen Sie zuerst ungenutzte Verträge, unnötigen Energieverbrauch und Lebensmittel, die verderben. So senken Sie Ausgaben, ohne Essen, Heizen oder Freizeit pauschal einzuschränken.
Bei Wohn- und Energiekosten, Lebensmitteln und Verkehr finden Sie oft Sparmöglichkeiten. Welche Maßnahme sich lohnt, hängt von Ihrer Wohnung, Ihren Gewohnheiten und Ihren Verträgen ab. Durchschnittswerte geben eine Orientierung; entscheidend sind Ihre eigenen Kosten.
Regelmäßige Haushaltskosten prüfen
Beginnen Sie mit den regelmäßigen Ausgaben. Die Kontoauszüge der vergangenen Monate zeigen, welche Beträge für Abos, Versicherungen und andere Verträge abgebucht werden. Prüfen Sie bei jeder Position, ob Sie die Leistung noch nutzen und ob der Umfang zu Ihrer Lebenssituation passt. Einen kaum genutzten Vertrag können Sie oft leichter kündigen, als auf eine alltägliche Annehmlichkeit zu verzichten.
Die durchschnittlichen Ausgaben geben eine grobe Orientierung: Laut Statistischem Bundesamt gaben private Haushalte 2023 im Durchschnitt 3.030 Euro pro Monat für private Konsumausgaben aus. Davon entfielen 38 Prozent auf Wohnen, 14 Prozent auf Lebensmittel und 12 Prozent auf Verkehr. Das sind Durchschnittswerte, keine persönlichen Sparziele. Haushalte mit niedrigerem Nettoeinkommen verwendeten 2023 einen größeren Anteil ihrer Konsumausgaben für Wohnen und Lebensmittel als Haushalte mit höherem Nettoeinkommen. Bei knappem Budget bleibt deshalb nicht automatisch viel Geld, auf das Sie verzichten können.
Notieren Sie neben jeder wiederkehrenden Zahlung den Betrag und den nächsten Kündigungstermin. Bei Versicherungen zählt neben dem Preis, welche Schäden der Vertrag abdeckt und welche ausgeschlossen sind; prüfen Sie den Schutz etwa alle zwei bis drei Jahre und nach größeren Veränderungen im Leben. Streichen Sie nicht vorschnell eine Absicherung, die ein existenzielles Risiko abdeckt.
Energie gezielt sparen
Senken Sie die Raumtemperatur nur so weit, dass Sie sich wohlfühlen und die Einstellung beibehalten. Das Umweltbundesamt nennt rund sechs Prozent weniger Heizkosten pro Grad niedrigerer Raumtemperatur als Faustregel. Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt unter anderem vom Gebäude, der Heizung und der bisherigen Temperatureinstellung ab. Wählen Sie eine Temperatur, bei der Sie sich wohlfühlen. Für Wohnräume empfiehlt das Umweltbundesamt möglichst höchstens 20 Grad, wenn das für Sie angenehm ist.
Prüfen Sie auch die Temperatureinstellungen Ihrer Geräte. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für das obere Kühlschrankfach 7 Grad und für Gefriergeräte −18 Grad. Wird der Kühlschrank um ein Grad kälter eingestellt, steigt sein Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um etwa sechs Prozent. Bei häufig verwendeten, schnell verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch kann eine niedrigere Kühlschranktemperatur sinnvoll sein. Für normal verschmutzte Wäsche reichen in vielen Fällen 30 Grad; volle Trommeln und Eco-Programme helfen ebenfalls, Energie zu sparen.
Prüfen Sie außerdem Ihren Strom- oder Gastarif. Sie können Ihren Strom- oder Gaslieferanten kostenfrei wechseln. Vergleichen Sie dabei nicht nur den Preis im ersten Jahr: Einmalige Boni können ihn günstiger erscheinen lassen, während Vorkasse, Kautionen oder Verbrauchspakete zusätzliche Risiken bergen. Achten Sie auch auf Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie.
Lebensmittel besser planen
Ein Wochenplan hilft Ihnen, nicht doppelt einzukaufen oder spontan zu viel mitzunehmen. Prüfen Sie vor dem Einkauf, was im Kühlschrank, Tiefkühlfach und Vorratsschrank liegt. Planen Sie außerdem ein, an welchen Tagen wenig Zeit zum Kochen bleibt. So kaufen Sie nur, was Sie tatsächlich brauchen, statt Zutaten für Gerichte mitzunehmen, die Sie später nicht kochen.
Sonderangebote und Großpackungen sparen nur dann, wenn Sie die Ware rechtzeitig verbrauchen. Eine größere Menge, die im Müll landet, kostet mehr als eine kleinere Packung zum regulären Preis. Wer den Speiseplan abwechslungsreich halten möchte, kann einzelne teure Zutaten durch preiswertere Alternativen ersetzen, etwa Gemüse, Hülsenfrüchte oder Eier statt Fleisch oder Fisch. Saisonales Obst und Gemüse kann ebenfalls eine passende Wahl sein.
Anschaffungen durchrechnen
Ein neues Gerät spart nicht automatisch Geld. Bei alten Kühl- und Gefriergeräten kann ein hoher Stromverbrauch für einen Austausch sprechen. Bei Wasch- und Spülmaschinen kann die Ersparnis durch einen vorzeitigen Austausch dagegen geringer sein. Vergleichen Sie den Verbrauch des vorhandenen Geräts mit dem eines Ersatzgeräts. Stellen Sie dann den Kaufpreis der erwarteten Ersparnis gegenüber. Bei einem defekten Gerät gehört auch ein Reparaturangebot in den Vergleich.
Prüfen Sie bei größeren Anschaffungen auch, ob Sie im Alltag tatsächlich genug Stromkosten sparen. Bei einem Steckersolargerät hängt der Nutzen zum Beispiel davon ab, wie viel Strom Sie während der Erzeugung selbst verbrauchen und wie gut Standort und Ausrichtung passen. Eine Beispielrechnung oder eine allgemeine Amortisationsdauer, also die Zeit, bis sich der Kauf durch Einsparungen bezahlt macht, zeigt nicht, ob sich die Anschaffung für Ihren Haushalt rechnet.
Häufige Sparfehler vermeiden
Kleine Einzelmaßnahmen senken nicht unbedingt Ihre größten Ausgaben: Das Ausschalten selten genutzter Geräte spart möglicherweise etwas Strom, während ein hoher Dauerverbrauch oder ein ungünstiger Vertrag Ihr Budget stärker belasten kann. Prüfen Sie deshalb zuerst größere und regelmäßig wiederkehrende Kosten.
Auch der niedrigste Tarifpreis ist nicht immer das beste Angebot. Ein Bonus kann den Einstiegspreis drücken, ohne die Kosten im Folgejahr zu senken. Lesen Sie die Vertragsbedingungen und vergleichen Sie die Kosten für den Zeitraum, in dem Sie voraussichtlich an den Vertrag gebunden sind.
Pauschale Kürzungen beim Versicherungsschutz sind ebenfalls riskant. Welche Versicherung sinnvoll ist, hängt von Ihrer Lebenslage und davon ab, welchen Schaden Sie selbst bezahlen könnten. Eine schnelle Entscheidung nur nach dem Beitrag kann dazu führen, dass eine wichtige Absicherung fehlt.
Wenn das Geld nicht reicht
Wenn Sie Miete, Energie oder Lebensmittel trotz genauer Prüfung Ihrer Ausgaben dauerhaft nicht mehr bezahlen können, kürzen Sie notwendige Ausgaben nicht einfach weiter. Wenden Sie sich an eine anerkannte gemeinnützige Schuldnerberatung, bevor Zahlungsrückstände wachsen. Ein Dispokredit ist keine dauerhafte Lösung, weil die Schulden damit bestehen bleiben und zusätzliche Kosten entstehen.