Wenn Sie Internet, Mobilfunk und Zusatzleistungen getrennt bezahlen, verlieren Sie leicht den Überblick über die monatlichen Kosten. Erfassen Sie alle Verträge und Rechnungen im Haushalt. Vergleichen Sie dann die tatsächlich genutzten Leistungen mit dem Angebot am Wohnort und berechnen Sie die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

Der Monatspreis allein zeigt nicht, was Sie insgesamt zahlen: Nach einem Rabattzeitraum kann der Preis steigen. Dazu können Gebühren für Router, Anschluss oder Zusatzdienste kommen. Eine Bestandsaufnahme zeigt, welche Kosten entfallen können und welcher Tarif zu Ihrem Haushalt passt.

Verträge und Rechnungen sammeln

Notieren Sie für jede Person und jeden Anschluss den monatlichen Rechnungsbetrag sowie Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist. Halten Sie auch den Preis nach einem Rabatt fest. Nehmen Sie auch Prepaid-Karten, TV-Pakete, Routermiete und kostenpflichtige Zusatzdienste auf. Die Rechnungen der vergangenen Monate zeigen, ob die tatsächlichen Kosten vom beworbenen Preis abweichen.

Schauen Sie auch nach, welche Leistungen Sie tatsächlich nutzen. Bei Mobilfunkverträgen finden Sie den Datenverbrauch meist in den Einstellungen des Smartphones oder in der Anbieter-App. Auf der Festnetzrechnung sehen Sie, ob zusätzliche Telefon- oder Fernsehleistungen berechnet werden. Markieren Sie Optionen, die niemand im Haushalt benötigt, und fragen Sie beim Anbieter nach, wie Sie sie kündigen können.

Gesamtkosten vergleichen

Vergleichen Sie Angebote über denselben Zeitraum, zum Beispiel über die gesamte Mindestlaufzeit. Berücksichtigen Sie neben dem Monatspreis nach Ende des Rabatts auch Bereitstellungs- oder Aktivierungskosten. Rechnen Sie Routerkosten und Zusatzoptionen ebenfalls ein. Bei einem Handyvertrag mit Gerät gehört auch die Finanzierung des Smartphones zu den Kosten.

Gutschriften und Rabatte sollten Sie getrennt notieren. Prüfen Sie, wann sie gelten und ob bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen. Ein Kombipaket aus Internet und Mobilfunk ist nur dann günstiger, wenn sein Gesamtpreis niedriger ist als der Preis passender Einzelangebote und Sie die enthaltenen Leistungen auch nutzen.

Vergleichsportale bieten einen ersten Überblick. Prüfen Sie ein interessantes Angebot anschließend anhand der Angaben auf der Website des Anbieters und in den Vertragsunterlagen. Notieren Sie, wie viel der Tarif während des Rabatts und danach kostet. Das Produktinformationsblatt fasst wichtige Angaben wie Kosten, Laufzeit und verfügbare Internetgeschwindigkeiten zusammen.

Internetanschluss passend auswählen

Prüfen Sie zuerst, welche Anschlüsse an Ihrer Adresse verfügbar sind. Verfügbarkeit und Leistung unterscheiden sich je nach Wohnort und Anschluss. Eine allgemeine Tarifübersicht zeigt nicht zuverlässig, welche Angebote bei Ihnen tatsächlich zur Verfügung stehen.

Richten Sie die Geschwindigkeit nach der Nutzung im Haushalt aus. Überlegen Sie, wie viele Personen gleichzeitig online sind und ob regelmäßig Videoanrufe, Filme in hoher Qualität oder große Downloads anstehen. Ein Haushalt, in dem mehrere Personen oft gleichzeitig Videos streamen oder im Homeoffice arbeiten, braucht eine andere Internetgeschwindigkeit als ein Haushalt, in dem vor allem Nachrichten gelesen und gelegentlich Videos geschaut werden. Eine feste Geschwindigkeit für jede Haushaltsgröße gibt es nicht.

Rechnen Sie auch die Routerkosten mit ein. Für bestimmte leistungsfähigere oder WLAN-fähige Mietgeräte nennt die Verbraucherzentrale monatliche Zusatzkosten von 3 bis 7 Euro. Über 24 Monate sind das 72 bis 168 Euro. Ein eigener Router kann günstiger sein, muss aber zum Anschluss passen und eventuell selbst eingerichtet werden.

Handytarife am Verbrauch ausrichten

Vergleichen Sie das monatliche Datenpaket mit dem tatsächlichen Verbrauch jeder Person. Wer unterwegs hauptsächlich Nachrichten liest und chattet, braucht meist weniger Daten als jemand, der regelmäßig Videos streamt. Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für gelegentliches Surfen und Chatten 2 bis 6 Gigabyte im Monat. Für die Tarifwahl zählt vor allem der Verbrauch Ihres eigenen Smartphones.

Klären Sie, was passiert, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. Manche Anbieter drosseln die Geschwindigkeit, andere unterbrechen die Verbindung oder buchen weitere Daten kostenpflichtig nach. Achten Sie besonders darauf, ob eine automatische Nachbuchung aktiviert ist. Auch zusätzliche Dienste wie Musik- oder Videopakete sollten nur im Tarif bleiben, wenn sie tatsächlich genutzt werden.

Prüfen Sie bei Prepaid-Angeboten und anderen kurzen Laufzeiten, ob das Paket einen Kalendermonat oder vier Wochen gilt. Ein Paket, das sich alle vier Wochen erneuert, wird im Jahr 13-mal bezahlt. Dafür erhalten Sie auch 13-mal neues Datenvolumen.

Empfang an wichtigen Orten prüfen

Ein günstiger Mobilfunktarif hilft wenig, wenn der Empfang zu Hause oder an häufig besuchten Orten schlecht ist. Prüfen Sie die Versorgung an Ihrer Adresse, am Arbeitsplatz und an anderen wichtigen Orten. Karten der Bundesnetzagentur zeigen eine Prognose für den Empfang im Freien. In Gebäuden können Wände und Fenster das Signal abschwächen. Auch das Smartphone und die Auslastung des Netzes beeinflussen den Empfang.

Wenn Sie das Netz wechseln möchten, testen Sie den Empfang nach Möglichkeit vor Vertragsabschluss, etwa mit einer Testkarte. Verlassen Sie sich bei der Entscheidung nicht allein auf eine Abdeckungskarte.

Laufzeit und Wechsel planen

Für Verbraucher darf die anfängliche Vertragslaufzeit höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen zusätzlich eine Vertragsoption mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Wenn sich der Vertrag automatisch verlängert, können Sie jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen; prüfen Sie dennoch Vertragsende und Kündigungsfrist auf der Rechnung oder in den Vertragsunterlagen.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, den Wechsel möglichst drei Monate vor Vertragsende einzuleiten. Der neue Anbieter kann häufig die Kündigung und die Abstimmung des Anschlusswechsels übernehmen. Prüfen Sie die Auftragsbestätigung und die Angaben zum Wechseltermin selbst. Wenn Sie Ihre Festnetz- oder Mobilfunknummer mitnehmen möchten, geben Sie das ausdrücklich an. Achten Sie darauf, dass Ihre Kundendaten beim alten und neuen Anbieter übereinstimmen. Die Rufnummernmitnahme ist kostenfrei.

Bei einem Umzug läuft der Vertrag grundsätzlich weiter, wenn der Anbieter die vereinbarte Leistung am neuen Wohnort erbringen kann. Ist das nicht möglich, gilt ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von einem Monat.