Mit einem Haushaltsbuch sehen Sie, wie viel von Ihren monatlichen Einnahmen nach festen Kosten und geplanten Rücklagen für den Alltag übrig bleibt. Es schafft Überblick. Wenn kaum finanzieller Spielraum bleibt, sorgt es allein aber nicht für Ersparnisse.

1. Eine passende Methode wählen

Ein Heft, eine Tabelle oder eine App reichen aus. Entscheiden Sie sich für die Methode, die Sie regelmäßig nutzen und mit der Sie alle Ausgaben erfassen können. Papier und Stift sind unkompliziert; eine Tabelle können Sie flexibel anpassen. Apps erleichtern das Erfassen unterwegs und bieten oft automatische Auswertungen.

Bei einer App mit Bankanbindung geben Sie einem Drittanbieter Zugriff auf sensible Finanzdaten. Prüfen Sie deshalb die Datenschutzinformationen und die angeforderten Berechtigungen. Wenn Sie keine Kontodaten teilen möchten, führen Sie das Haushaltsbuch auf Papier oder in einer lokal gespeicherten Tabelle.

2. Verlässliche Einnahmen erfassen

Notieren Sie das monatliche Nettoeinkommen aller Personen, die zum gemeinsamen Haushalt beitragen. Dazu zählen auch regelmäßig eingehende Leistungen oder andere verlässliche Einnahmen. Einmalzahlungen wie Geschenke oder Weihnachtsgeld führen Sie getrennt auf. So planen Sie laufende Verpflichtungen mit Geld, das tatsächlich regelmäßig zur Verfügung steht.

Wenn Ihr Einkommen stark schwankt, können Sie sich an einem vorsichtig berechneten Durchschnitt orientieren. Halten Sie die einzelnen Einnahmen trotzdem sichtbar fest. Dann erkennen Sie, ob ein Monat nur wegen einer Einmalzahlung besser ausfällt als sonst.

3. Feste Kosten und Rücklagen berechnen

Prüfen Sie Kontoauszüge, Rechnungen und Verträge. Erfassen Sie Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Raten, Mitgliedschaften und weitere regelmäßige Abbuchungen. Ein Blick auf die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate hilft, auch seltene Zahlungen zu finden.

Rechnen Sie unregelmäßige Rechnungen in monatliche Beträge um. Teilen Sie Jahresrechnungen durch zwölf und Quartalsrechnungen durch drei, um den jeweiligen monatlichen Rücklagenbetrag zu ermitteln. Legen Sie diese Beträge als Rücklage zurück. Wenn Sie den Betrag für eine Rechnung bereits monatlich zurücklegen, erfassen Sie die spätere Abbuchung nicht noch einmal als Ausgabe.

4. Das verfügbare Budget ausrechnen

Ziehen Sie die festen Kosten und Rücklagen von den verlässlichen Einnahmen ab. Das Ergebnis ist der Betrag für veränderliche Ausgaben wie Lebensmittel, Drogerieartikel, Mobilität und Freizeit.

Monatliche Einnahmen − feste Kosten und Rücklagen = Budget für laufende Ausgaben

Sie können den Rest zum Beispiel zurücklegen oder für eine geplante Anschaffung einplanen.

Wenn Sie lieber mit einem Wochenbetrag planen, teilen Sie den Monatsbetrag durch etwa 4,33. Im Jahresdurchschnitt hat ein Monat etwa 4,33 Wochen. Die vereinfachte Rechnung „durch vier teilen“ ergibt einen höheren Wochenbetrag und eignet sich deshalb nur als grobe Orientierung.

5. Laufende Ausgaben vollständig notieren

Erfassen Sie Bargeld, Kartenzahlungen und Lastschriften. Auch kleine Beträge zählen, denn viele kleine Ausgaben summieren sich im Monat. Notieren Sie möglichst zeitnah Datum, Betrag und passende Kategorie. Sie können Belege sammeln und die Ausgaben einmal pro Woche ins Haushaltsbuch übertragen.

Für den Einstieg reichen wenige Kategorien, zum Beispiel Wohnen, Lebensmittel und Drogerie, Mobilität, Gesundheit sowie Freizeit. Ergänzen Sie weitere Bereiche, wenn sie für Ihren Haushalt wichtig sind. Zu viele Unterteilungen machen das Eintragen mühsam und erschweren den Überblick.

6. Monatsende prüfen und anpassen

Vergleichen Sie am Monatsende Ihre tatsächlichen Ausgaben mit dem verfügbaren Budget. Prüfen Sie, in welchen Kategorien Sie mehr oder weniger ausgegeben haben als erwartet. Passen Sie anschließend die Planung für den nächsten Monat an, statt einzelne ungewöhnliche Ausgaben als dauerhafte Regel zu behandeln.

Führen Sie das Haushaltsbuch zunächst über mehrere Monate. Für erste Auswertungen reichen laut dem Beratungsdienst Geld und Haushalt ein bis drei Monate. Längere Aufzeichnungen machen wiederkehrende Kosten und saisonale Schwankungen besser sichtbar. Wenn Sie eine Woche lang nichts eintragen, holen Sie die fehlenden Einträge mithilfe von Belegen und Kontoauszügen nach.

Wenn das Budget dauerhaft nicht reicht

Liegen die Ausgaben regelmäßig über den Einnahmen, zeigt das Haushaltsbuch, wie groß die Lücke ist und welche Ausgaben sie verursachen. Prüfen Sie zuerst, ob Sie vermeidbare Verträge beenden oder veränderliche Ausgaben anpassen können. Wenn die laufenden Verpflichtungen trotzdem nicht bezahlbar sind, wenden Sie sich frühzeitig an eine kostenlose Schuldnerberatung.