Ein Haushaltsbudget stellt regelmäßige Einnahmen den Ausgaben gegenüber. So sehen Sie, welche Kosten feststehen, wo Sie Ausgaben senken können und ob das Geld bis zum nächsten Geldeingang reicht.
Ein Haushaltsbuch hält Einnahmen und Ausgaben fest, erhöht aber nicht das verfügbare Einkommen. Beginnen Sie mit Ihren tatsächlichen Zahlen und suchen Sie Einsparmöglichkeiten, die zu Ihrem Alltag passen.
Budget mit den eigenen Zahlen erstellen
Starten Sie mit dem Geld, das Ihnen monatlich verlässlich zur Verfügung steht. Planen Sie unregelmäßige Einnahmen wie Prämien erst ein, wenn sie tatsächlich eingehen. Ziehen Sie anschließend feste Kosten wie Miete, Strom, Versicherungen und vertragliche Zahlungen ab.
Für einen einfachen Kassensturz gehen Sie so vor:
- Notieren Sie Ihre regelmäßigen Nettoeinnahmen.
- Sammeln Sie feste und wiederkehrende Ausgaben. Teilen Sie Jahresrechnungen durch zwölf und Halbjahresrechnungen durch sechs. So wissen Sie, wie viel Sie jeden Monat dafür zurücklegen müssen.
- Ziehen Sie diese Kosten von den Einnahmen ab. Der Rest muss variable Ausgaben wie Lebensmittel, Mobilität und Freizeit sowie mögliche Rücklagen abdecken.
- Halten Sie variable Ausgaben fest. Prüfen Sie dafür Konto und Kartenabrechnungen, Belege und Bargeldausgaben.
- Vergleichen Sie die Zahlen wöchentlich kurz und ziehen Sie am Monatsende Bilanz.
Sie können dafür Papier, eine Tabelle oder eine digitale Anwendung nutzen. Entscheidend ist, dass Sie die Ausgaben vollständig erfassen und wenige Kategorien wählen, die Ihnen beim Planen tatsächlich helfen. Sie können aus dem variablen Monatsbudget ein Wochenbudget berechnen. Teilen Sie den Betrag für eine genauere Planung durch die Zahl der Tage bis zum nächsten Geldeingang und multiplizieren Sie das Ergebnis mit sieben. Wenn Sie einfach durch vier teilen, unterschätzen Sie den Monatszeitraum, weil die meisten Monate länger als vier Wochen sind.
Durchschnittswerte richtig einordnen
Amtliche Zahlen geben Orientierung, aber keine Vorgabe für Ihren Haushalt. Laut der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 gab ein durchschnittlicher Haushalt jeden Monat Geld für private Konsumausgaben aus. Destatis veröffentlichte die ersten Ergebnisse im Dezember 2025. Zu den Ausgaben zählten unter anderem Wohnen, Energie und Instandhaltung, Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren sowie Verkehr.
Die Werte unterscheiden sich deutlich nach Haushaltsgröße: Einpersonenhaushalte gaben im Schnitt weniger für private Konsumausgaben aus als Zweipersonenhaushalte; bei Haushalten mit fünf oder mehr Personen lagen die Ausgaben höher. Diese Mittelwerte beziehen sich auf das Jahr 2023. Sie sagen nicht, wie hoch Ihre heutigen Kosten sein sollten, denn Wohnort, Einkommen und Lebenssituation verändern den Bedarf.
Auch das Einkommen bestimmt, wie viel Geld übrig bleibt. Wenn ein großer Teil für Grundkosten draufgeht, reichen Einsparungen bei Freizeit und kleinen Alltagskäufen oft nicht, um ein Defizit auszugleichen.
Lebensmittel geplant einkaufen
Prüfen Sie vor dem Einkauf, was noch im Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank liegt. Planen Sie daraus Mahlzeiten und schreiben Sie nur die fehlenden Zutaten auf die Einkaufsliste. So kaufen Sie gezielter und sehen leichter, welche Lebensmittel Sie tatsächlich verbrauchen.
Sonderangebote und Großpackungen lohnen sich nur, wenn Sie die Menge aufbrauchen. Planen Sie Reste für eine weitere Mahlzeit ein und richten Sie den Wochenplan nach Ihrer verfügbaren Kochzeit. Gemüse und Hülsenfrüchte können preiswerte Bestandteile von Mahlzeiten sein. Prüfen Sie außerdem Kassenzettel, um wiederkehrende Ausgaben zu erkennen. Wie viel diese Änderungen sparen, hängt von Ihrem Haushalt und Ihren bisherigen Einkaufsgewohnheiten ab.
Stromkosten ohne große Anschaffung senken
Beginnen Sie mit Änderungen, für die Sie nichts neu kaufen müssen. Schalten Sie Geräte aus, wenn Sie sie nicht brauchen. Lassen Sie Wasch- und Spülmaschinen möglichst nur laufen, wenn sie gut gefüllt sind. Waschen Sie bei niedrigeren Temperaturen, wenn das für die Wäsche geeignet ist, und nutzen Sie Eco-Programme, um Strom zu sparen. Als Richtwerte nennt die Verbraucherzentrale für den Kühlschrank plus 7 Grad Celsius und für das Gefriergerät minus 18 Grad Celsius. Beachten Sie dabei die Herstellerangaben zu Ihrem Gerät und zu den gelagerten Lebensmitteln.
Wenn Sie eine Glühlampe durch eine LED ersetzen, verbrauchen Sie weniger Strom für die Beleuchtung. Die Verbraucherzentrale rechnet als Beispiel mit einer 60-Watt-Glühlampe, die täglich vier Stunden leuchtet: Bei einem angenommenen Strompreis von 40 Cent je Kilowattstunde entstehen dafür laut Rechnung 35,20 Euro Stromkosten im Jahr. Für eine 6-Watt-LED wären es bei gleicher Nutzungsdauer 3,52 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Strompreis und davon ab, wie lange die Lampe leuchtet. Die Rechnung gilt nur für die genannten Werte.
Ein neues Gerät passt nicht immer zu einem knappen Budget. Bei alten Kühl- und Gefriergeräten kann sich ein Austausch eher rechnen als bei Wasch- oder Spülmaschinen. Vergleichen Sie vor einem Kauf den Anschaffungspreis mit dem erwarteten Verbrauch und Ihrer tatsächlichen Nutzung.
Tarife und Verträge prüfen
Lesen Sie Ihren Jahresverbrauch aus der letzten Strom- oder Gasabrechnung ab. Vergleichen Sie Angebote. Achten Sie dabei auf Laufzeit und Kündigungsfrist. Prüfen Sie außerdem Preisgarantie, mögliche Preisanpassungen und Zahlungsweise. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass der Wechsel des Energieanbieters für Haushaltskunden kostenfrei ist. Seien Sie bei Angeboten mit Vorkasse vorsichtig: Wenn der Anbieter insolvent geht, kann Ihr vorausgezahltes Geld verloren sein.
Prüfen Sie bei einer angekündigten Preiserhöhung die Mitteilung und Ihren Vertrag. Lieferanten müssen Haushaltskunden grundsätzlich spätestens einen Monat vor einer geplanten Preisänderung informieren. Für bestimmte Preiserhöhungen gibt es ein Sonderkündigungsrecht, allerdings gelten Ausnahmen. Prüfen Sie daher die konkrete Mitteilung, statt von einem allgemeinen Kündigungsrecht auszugehen.
Auch Versicherungen und Abonnements verdienen einen regelmäßigen Blick. Kündigen Sie eine Versicherung nicht allein wegen des Beitrags, sondern prüfen Sie zuerst, welchen Schutz Sie tatsächlich brauchen. Ein günstigerer Vertrag ist nur dann sinnvoll, wenn die Leistungen zu Ihrer Lebenssituation passen.
Wenn das Geld trotzdem nicht reicht
Ein Haushaltsbuch macht sichtbar, wohin das Geld fließt. Eine Übersicht über die Ausgaben gleicht ein dauerhaftes Missverhältnis zwischen Einkommen und notwendigen Kosten nicht aus. Wenn nach Miete, Energie und anderen Grundausgaben kaum Geld für den Alltag bleibt, suchen Sie frühzeitig eine kostenlose Schuldnerberatung auf, statt Rechnungen oder Mahnungen liegen zu lassen.
Prüfen Sie auch mögliche staatliche Leistungen. Wohngeld kann einen Zuschuss zu Mietkosten oder zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums bieten. Ob ein Anspruch besteht, hängt unter anderem von Einkommen, Wohnkosten und Haushaltsgröße ab; der Antrag geht an die zuständige Wohngeldbehörde. Familien mit Kindern können außerdem den Kinderzuschlag prüfen. Das Familienportal des Bundes bietet Informationen zu den Voraussetzungen und verweist auf den zuständigen Anspruchscheck beziehungsweise die Familienkasse.