Wenn am Monatsende wenig übrig bleibt, prüfen Sie zuerst, welche regelmäßigen Ausgaben am höchsten sind und welche sich senken lassen. Dazu zählen regelmäßige Zahlungen und Alltagsausgaben für Wohnen, Energie, Lebensmittel, Mobilität und Verträge. Anhand von Belegen und Kontoauszügen erkennen Sie, bei welchen Ausgaben sich eine Änderung lohnt.

Prüfen Sie zuerst die größten veränderbaren Ausgaben: senken Sie den Energieverbrauch, vergleichen Sie Verträge, planen Sie Einkäufe und teilen Sie Jahresrechnungen auf die Monate um. Wie viel sich sparen lässt, hängt von Verbrauch, Wohnort, Haushaltsgröße und Vertragsbedingungen ab.

Ausgaben sichtbar machen

Notieren Sie einen Monat lang Ihre Einnahmen und Ausgaben. Kontoauszüge, Rechnungen und Kassenbelege helfen dabei, auch kleinere regelmäßige Zahlungen zu erfassen. Teilen Sie jährliche oder halbjährliche Kosten, etwa für Versicherungen oder die Kfz-Steuer, durch zwölf. So sehen Sie, welchen Betrag Sie dafür monatlich zurücklegen sollten.

Trennen Sie feste Kosten von veränderlichen Ausgaben. Zu den festen Kosten zählen zum Beispiel Miete, Abschläge für Energie und Vertragsbeiträge. Zu den veränderlichen Ausgaben zählen Einkäufe, Restaurantbesuche und Freizeit. Ein wöchentlicher Überblick zeigt früh, ob Sie mehr ausgeben als eingeplant; ein Monatsabschluss macht sichtbar, welche Posten sich verändert haben. Ein Haushaltsbuch liefert eine Grundlage für konkrete Entscheidungen; eine Kostensenkung folgt daraus nicht von selbst.

Durchschnittswerte helfen bei der Einordnung, sind jedoch kein Sparziel. Für den Vergleich eignen sich ähnliche Haushalte besser als ein allgemeiner Mittelwert.

Strom und Heizung prüfen

Bei Stromkosten lohnt sich zuerst ein Blick auf den Verbrauch und die Jahresabrechnung. Waschen und spülen Sie möglichst mit voll beladenen Geräten und nutzen Sie, wenn es zum Programm und zur Wäsche passt, Eco-Einstellungen. Schalten Sie Geräte, die im Bereitschaftsbetrieb Strom verbrauchen, vollständig aus. Stellen Sie die Temperatur passend ein und prüfen Sie regelmäßig die Türdichtung.

Ein neues Großgerät spart nicht automatisch Geld. Vergleichen Sie vor dem Kauf den angegebenen Jahresverbrauch in Kilowattstunden mit dem des vorhandenen Geräts und berücksichtigen Sie den Anschaffungspreis. Bei älteren Geräten sollte die erwartete Ersparnis beim Stromverbrauch die Anschaffungskosten rechtfertigen.

Beim Heizen zählt die Raumtemperatur. Eine Faustregel von co2online besagt, dass ein Grad weniger die Heizenergie um etwa sechs Prozent senken kann. Das ist eine Orientierung, keine feste Ersparnis für jeden Haushalt: Gebäude, Heizsystem und Energiepreis beeinflussen das Ergebnis. Stellen Sie Thermostate passend zum Bedarf ein und lüften Sie kurz und kräftig, statt Fenster längere Zeit gekippt zu lassen.

Eigentümerinnen und Eigentümer sollten auch die Heizungsanlage prüfen. Eine moderne Hocheffizienzpumpe verbraucht laut Verbraucherzentrale deutlich weniger Strom als ältere Pumpen. Die mögliche Ersparnis von bis zu 120 Euro im Jahr hängt jedoch von der bisherigen Anlage und dem Strompreis ab. In einer Mietwohnung sollten Änderungen an der Heizungsanlage mit der vermietenden Person abgestimmt werden.

Energievertrag vergleichen

Prüfen Sie auf der letzten Jahresabrechnung Ihren Strom- oder Gasverbrauch. Vergleichen Sie damit passende Angebote. Achten Sie neben dem Preis auf Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist. Prüfen Sie auch Preisgarantie und Preisanpassung sowie die Zahlungsweise. Zahlen Sie nicht lange im Voraus. Wird der Anbieter zahlungsunfähig, kann Ihr bereits gezahltes Geld verloren gehen.

Der Wechsel des Strom- oder Gaslieferanten ist laut Bundesnetzagentur grundsätzlich kostenlos. Fragen Sie auch beim bisherigen Anbieter nach einem günstigeren Tarif. Ein Wechsel spart nicht automatisch Geld; entscheidend sind Ihr Verbrauch, Ihr Wohnort und die konkreten Vertragsbedingungen. Bei Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen oder Wallboxen ist die Auswahl an passenden Tarifen eingeschränkt.

Verträge und Abos durchgehen

Suchen Sie in Kontoauszügen und Rechnungen nach regelmäßigen Abbuchungen für Internet, Mobilfunk, Mitgliedschaften und Versicherungen. Prüfen Sie bei jedem Vertrag, ob Sie die Leistung noch nutzen und ob sie zu Ihrem Bedarf passt. Kündigen Sie Versicherungen nicht pauschal: Kontrollieren Sie zunächst, ob der Schutz nötig ist oder ob sich Leistungen überschneiden.

Bei Internet- und Telefonverträgen finden Sie Laufzeit und Kündigungsfrist in den Vertragsunterlagen oder auf der Rechnung. Vergleichen Sie Angebote für Ihre Adresse, denn die verfügbaren Anschlüsse unterscheiden sich je nach Standort. Beginnen Sie den Vergleich rechtzeitig vor dem Vertragsende. Nach Ablauf der anfänglichen Vertragslaufzeit lässt sich ein stillschweigend verlängerter Vertrag laut Bundesnetzagentur jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Lebensmittel besser planen

Eine Einkaufsliste verhindert, dass Sie Vorräte doppelt kaufen oder mehr mitnehmen, als Sie verbrauchen. Prüfen Sie vor dem Einkauf Kühlschrank und Vorratsschrank und wählen Sie Packungsgrößen, die zu Ihrem Haushalt passen. Lagern Sie Lebensmittel entsprechend ihrer Anforderungen und verwerten Sie Reste, bevor Sie neue Zutaten kaufen.

Die Verbraucherzentrale beziffert Lebensmittelabfälle in Deutschland auf rund 74 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Etwa 30 Kilogramm davon gelten als vermeidbar. Daraus lässt sich keine allgemeine Ersparnis in Euro ableiten, denn dafür wären unter anderem die weggeworfenen Produkte und ihre Einkaufspreise entscheidend. Prüfen Sie regelmäßig, welche Lebensmittel bald verbraucht werden sollten, und planen Sie Mahlzeiten danach.

Mobilitätskosten einzeln rechnen

Die Ausgaben für Verkehr lagen in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 durchschnittlich bei 361 Euro pro Haushalt und Monat. Der Betrag sagt wenig darüber aus, wie viel ein einzelner Haushalt sparen kann. Notieren Sie deshalb die tatsächlichen Kosten. Erfassen Sie Fahrkarten und einzelne Wege ebenso wie die Ausgaben fürs Auto. Bei der Autorechnung berücksichtigen Sie Kraftstoff sowie Versicherung und Steuer. Auch Wartung und Reparaturen gehören dazu.

Wenn Sie Wege anders zurücklegen können, vergleichen Sie die Gesamtkosten für den eigenen Alltag. Ein Wechsel lohnt sich finanziell nur, wenn die neue Lösung zu Strecke, Fahrplan und Nutzung passt. Eine allgemeingültige Ersparnis lässt sich dafür nicht ansetzen.

Bei finanzieller Überlastung handeln

Wenn die festen Monatsausgaben bereits höher sind als Ihre Einnahmen, reicht ein genauerer Einkaufsplan möglicherweise nicht aus. Prüfen Sie zuerst, welche Verträge sich ändern lassen, und wenden Sie sich bei anhaltender Überlastung frühzeitig an eine kostenlose Schuldnerberatung. Die Beratung kann helfen, die finanzielle Lage zu ordnen und nächste Schritte zu planen.