Wenn Lebensmittel, Strom und andere laufende Ausgaben teurer werden, lohnt es sich, das Haushaltsbudget genau anzusehen. Sparsam leben heißt, Käufe zu planen, vermeidbare Kosten zu senken und gezielt zu entscheiden, welche Ausgaben Sie reduzieren. Destatis meldete für September 2026 eine Inflationsrate von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; Energieprodukte verteuerten sich im selben Zeitraum um 14,9 Prozent.

Im Alltag helfen vier Ansätze: Ausgaben erfassen, Einkäufe planen, Strom bewusster nutzen und Gebrauchtwaren prüfen. Wie viel sich dadurch sparen lässt, hängt von den bisherigen Gewohnheiten, der Haushaltsgröße und den Preisen ab.

Ausgaben sichtbar machen

Prüfen Sie zuerst, wohin Ihr Geld fließt. Notieren Sie für einige Wochen Einnahmen und Ausgaben oder gehen Sie Kontoauszüge und regelmäßige Abbuchungen durch. So erkennen Sie regelmäßige Ausgaben, etwa für Abonnements oder Tarife, und können deren Kosten prüfen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ein Haushaltsbuch, um Einnahmen und Ausgaben besser im Blick zu behalten.

Auch kleine Beträge zählen, aber nicht jeder Haushalt hat gleich viel Spielraum. In einer von der Postbank beauftragten YouGov-Onlinebefragung aus dem September 2025 gaben 80 Prozent der 2.004 Befragten an, regelmäßig Geld zurückzulegen. Unter den Sparenden hielten zugleich 63 Prozent ihre Rücklagen für unzureichend. Die Umfrage misst nicht amtlich die finanzielle Lage aller Haushalte. Ihr Ergebnis zeigt aber, warum Sparratschläge nicht davon ausgehen sollten, dass jeder Haushalt viel sparen kann.

Lebensmittel geplant einkaufen

Ein Einkaufsplan beginnt mit einem Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank. Planen Sie Mahlzeiten passend zum Wochenablauf und schreiben Sie nur auf, was dafür fehlt. Verwenden Sie empfindliche Zutaten zuerst und lagern Sie länger haltbares Gemüse für spätere Tage. Große Packungen und Sonderangebote lohnen sich nur, wenn Sie die Lebensmittel tatsächlich verbrauchen.

So sinkt das Risiko, Lebensmittel wegzuwerfen, und der Einkauf bleibt übersichtlicher.

Digitale Hilfen können die Planung ergänzen. Die kostenlose App „Zu gut für die Tonne!“ bietet laut Verbraucherzentrale Rezeptideen für Reste sowie Hinweise zum Lagern und Einfrieren. Die App enthält auch ein digitales Küchentagebuch. Einen bestimmten Geldbetrag, den die Nutzung spart, belegen diese Angaben nicht.

Strom im Alltag senken

Heizen, Beleuchtung und Elektrogeräte machen zusammen etwa ein Viertel des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus. Damit ist die Energie gemeint, die bei Verbrauchern ankommt, so das Umweltbundesamt. Prüfen Sie zuerst Ihren Verbrauch und passen Sie einfache Gewohnheiten an. Verbraucherzentralen empfehlen, Wasch- und Spülmaschinen möglichst voll beladen und passende Sparprogramme zu nutzen. Für Wäsche, die dafür geeignet ist, reicht eine niedrigere Waschtemperatur.

Für den Kühlschrank nennt die Verbraucherzentrale etwa 7 °C als passende Einstellung, für das Gefriergerät −18 °C.

Ein neues Gerät lohnt sich nicht automatisch. Vergleichen Sie vor dem Kauf den tatsächlichen Stromverbrauch des alten Geräts mit dem des neuen und beziehen Sie den Kaufpreis ein. Laut Verbraucherzentrale sind Kühl- und Gefriergeräte deutlich effizienter geworden; bei Waschmaschinen und Geschirrspülern kann der Vorteil eines Austauschs kleiner ausfallen. Die Verbraucherzentrale nennt eine mögliche Senkung der Stromkosten um bis zu 50 Prozent. Das ist ein Höchstwert, keine typische oder zugesicherte Ersparnis.

Gebrauchtes sorgfältig auswählen

Gebrauchte oder wiederaufbereitete Waren können den Kaufpreis senken und Produkte länger nutzbar machen. Eine Nachhaltigkeitsstudie des TÜV-Verbands aus dem Jahr 2025 ergab, dass 35 Prozent der Befragten in den zwei Jahren zuvor ein gebrauchtes oder wiederaufbereitetes technisches Gerät gekauft hatten. Die Befragung umfasste 1.009 Personen und bezieht sich auf technische Geräte. Sie belegt keine vergleichbare Verbreitung bei Möbeln oder Haushaltsgeräten allgemein.

Vergleichen Sie bei einem gebrauchten Gerät die Kosten und den voraussichtlichen Nutzen: Neben dem Preis zählen Zustand, Transport, die erwartete Nutzungsdauer und mögliche Reparaturen. Bei Elektrogeräten kommen die laufenden Stromkosten hinzu. Ein niedriger Kaufpreis ist daher allein noch kein verlässlicher Hinweis auf die günstigere Wahl.

Balkonsolar prüfen

Steckersolargeräte, umgangssprachlich oft Balkonkraftwerke genannt, erzeugen Strom mit kleinen Solarmodulen, die etwa auf einem Balkon angebracht werden. Die Bundesnetzagentur verzeichnete für 2025 rund 430.000 registrierte Anlagen in Deutschland. Die Zahl zeigt, dass die Technik genutzt wird; sie sagt nichts darüber aus, wie schnell sich eine Anlage in einem einzelnen Haushalt rechnet.

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sich die Module passend und sicher anbringen lassen und wie viel des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen. Die mögliche Kostensenkung hängt unter anderem von Sonneneinstrahlung und den Bedingungen am Standort ab. Eine feste Zeit, bis die Ersparnis die Anschaffungskosten ausgleicht, gilt deshalb nicht für alle Haushalte.