Wenn am Monatsende wenig übrig bleibt, prüfen Sie Ihre Ausgaben. Im Durchschnitt geben Haushalte besonders viel für Wohnen, Energie und Lebensmittel aus. Wo Sie sparen können, hängt von Ihrem Einkommen, Ihrer Wohnung und Ihrem Verbrauch ab.
Schreiben Sie Ihre Ausgaben auf, prüfen Sie Ihren Energieverbrauch und planen Sie Ihre Einkäufe. Viele Maßnahmen kosten nichts. Wie viel Sie mit einem Sparduschkopf sparen, hängt auch von Ihrer vorhandenen Technik und davon ab, wie Sie ihn nutzen.
Ausgaben zuerst erfassen
Notieren Sie Ihre Einnahmen und regelmäßigen Kosten wie Miete, Versicherungen und Abschläge. Teilen Sie Jahresrechnungen durch zwölf, damit Sie den monatlichen Anteil sehen. Erfassen Sie anschließend einige Wochen lang variable Ausgaben, etwa für Lebensmittel, unterwegs gekaufte Getränke oder Freizeit.
So sehen Sie, ob viele kleine Ausgaben zusammenkommen oder ein Vertrag einen großen Teil Ihres Budgets kostet. Legen Sie erst danach ein Wochenbudget fest. Ein Haushaltsbuch schafft Übersicht, lässt aber nicht automatisch Geld zum Sparen übrig.
Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts zeigt, dass Wohnen, Energie und Lebensmittel wichtige Ausgabeposten privater Haushalte sind. Die dort genannten Durchschnittswerte sind kein persönliches Sparziel. Gerade bei niedrigen Einkommen bleibt oft wenig Spielraum, weil ein großer Teil der Ausgaben auf Wohnen und Lebensmittel entfällt.
Strom im Alltag sparen
Nutzen Sie Wasch- und Spülmaschinen möglichst voll beladen und wählen Sie, sofern passend, das Eco-Programm. Es dauert häufig länger, verbraucht aber weniger Wasser und Energie. Für viele Waschgänge reichen 30 Grad. Lufttrocknen spart den Strom des Wäschetrockners.
Auch beim Kochen helfen kleine Änderungen: Setzen Sie einen Deckel auf den Topf. Erhitzen Sie im Wasserkocher nur die benötigte Wassermenge. Bei geeigneten Speisen verzichten Sie auf das Vorheizen des Backofens. Umluft verbraucht laut Verbraucherzentrale etwa 15 Prozent weniger Energie als Ober- und Unterhitze.
Schalten Sie Geräte vollständig aus, wenn sie nicht gebraucht werden. Eine schaltbare Steckdosenleiste erleichtert das bei mehreren Geräten, etwa am Fernseher. Die mögliche Ersparnis hängt davon ab, welche Geräte Sie nutzen und wie lange sie im Bereitschaftsbetrieb bleiben. Pauschale Eurobeträge lassen sich daraus für den einzelnen Haushalt nicht ableiten.
Heizkosten senken und richtig lüften
Senken Sie die Raumtemperatur, wenn Sie sich damit wohlfühlen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale verringert ein Grad weniger den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent. Als Orientierung gelten rund 20 Grad im Wohnzimmer, 18 Grad im Schlafzimmer und 16 Grad in wenig genutzten Räumen. Das sind Richtwerte, keine feste Vorgabe für jedes Gebäude.
Lassen Sie Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode nicht dauerhaft stark auskühlen. Unter etwa 16 Grad steigt das Schimmelrisiko; in schlecht gedämmten Gebäuden kann eine höhere Temperatur nötig sein. Lüften Sie nach dem Duschen, Baden und Kochen zügig, damit feuchte Luft nach draußen gelangt. Halten Sie Heizkörper frei von Möbeln und langen Vorhängen. Wenn ein Heizkörper gluckert oder nur teilweise warm wird, kann Entlüften helfen.
Bei einer Wärmepumpe ist häufiges starkes Absenken der Temperatur nicht pauschal sinnvoll. Die passende Einstellung hängt von der Heizungsart und dem Gebäude ab. Achten Sie daher auf die Empfehlungen des Herstellers oder lassen Sie die Anlage bei auffälligem Verbrauch prüfen.
Warmwasser gezielt verwenden
Wenn Sie weniger warmes Wasser nutzen, sparen Sie Wasser und Energie zum Erhitzen. Kürzer zu duschen und tropfende Wasserhähne reparieren zu lassen, sind einfache erste Schritte. Eine volle Waschmaschine und der Verzicht auf eine unnötige Vorwäsche verringern ebenfalls den Wasserverbrauch.
Ein Sparduschkopf kann den Warmwasserverbrauch laut Verbraucherzentrale um bis zu 50 Prozent senken. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen Durchfluss von weniger als neun Litern pro Minute. Prüfen Sie vor dem Kauf außerdem, ob der Duschkopf zu Ihrem Durchlauferhitzer passt. Hydraulische Geräte benötigen einen Mindestdurchfluss und funktionieren nicht mit jedem Modell zuverlässig.
Lebensmittel planen und Reste nutzen
Schauen Sie vor dem Einkauf in Kühlschrank und Vorräte. Schreiben Sie auf, was fehlt, und kaufen Sie Mengen, die Sie tatsächlich verbrauchen. So landen weniger Lebensmittel ungeöffnet oder vergessen im Abfall.
Lagern Sie Lebensmittel passend und frieren Sie Reste ein, wenn Sie sie nicht bald essen. Aus übrig gebliebenem Gemüse, Reis oder Nudeln lässt sich oft eine weitere Mahlzeit zubereiten. Prüfen Sie bei Lebensmitteln mit Mindesthaltbarkeitsdatum Aussehen, Geruch und Geschmack, bevor Sie sie wegwerfen, denn das Datum bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt danach ungenießbar ist.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass private Haushalte einen großen Anteil der Lebensmittelabfälle verursachen. Ein Teil davon besteht allerdings aus nicht essbaren Bestandteilen wie Schalen und Knochen. Aus diesen Zahlen lässt sich daher nicht genau ablesen, wie viele Lebensmittel vermeidbar wären oder wie viel ein einzelner Haushalt sparen kann.
Verträge und Tarife prüfen
Vergleichen Sie Ihren Strom- oder Gastarif, wenn Ihr Vertrag teuer wirkt oder Sie noch den Tarif des örtlichen Grundversorgers nutzen. Prüfen Sie dabei den Gesamtpreis. Achten Sie auch auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsbedingungen. Bei Vergleichsportalen sollten Sie voreingestellte Filter kontrollieren und Bonuszahlungen nicht als dauerhafte Preisersparnis behandeln. Lesen Sie die Konditionen beim Anbieter nach, bevor Sie wechseln.
Ein günstigerer Tarif ist nicht automatisch für jeden Haushalt die beste Wahl. Dynamische Stromtarife richten sich nach dem zeitabhängigen Strompreis und passen eher, wenn Sie größere Verbrauchsmengen in günstigere Zeiten verlegen können. Vergleichen Sie den Tarif mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch und berücksichtigen Sie Grundgebühren sowie weitere Preisbestandteile. Wenn Sie weniger Strom verbrauchen, sinkt Ihre Rechnung nicht unbedingt um denselben Prozentsatz.
Eine Ausgabe gezielt prüfen
Wählen Sie zunächst eine Ausgabe aus, die Sie leicht überprüfen können. Notieren Sie zum Beispiel, was Sie einkaufen, nutzen Sie beim nächsten Waschgang ein passendes Eco-Programm oder prüfen Sie, ob Geräte unnötig im Standby bleiben. Nach einigen Wochen sehen Sie besser, welche Änderung in Ihrem Haushalt tatsächlich etwas spart.
Kaufen Sie Zubehör erst, wenn es zu Ihrer Wohnung und Ihren Geräten passt. Hohe Heizkosten können auch am Zustand des Gebäudes oder an der Einstellung der Heizung liegen. Alltagstipps helfen beim Verbrauch, ersetzen aber keine bauliche Verbesserung, wenn dort die Ursache liegt.