Zitronensäure entfernt Kalk in Wasserkocher, Armaturen und Kaffeemaschine. Das Pulver oder die flüssige Lösung ist biologisch abbaubar und kostet weniger als handelsübliche Entkalker.

Bei falscher Anwendung schädigt die Säure jedoch empfindliche Oberflächen. Deshalb gilt: Wenden Sie Zitronensäure nur auf geeigneten Materialien an, meiden Sie ungeeignete und behandeln Sie die Geräte richtig.

Wie Zitronensäure Kalk löst

Zitronensäure ist eine organische Säure, die in vielen Früchten vorkommt. Industriell wird sie meist mithilfe des Schimmelpilzes Aspergillus niger gewonnen. Sie reagiert mit Kalk, also mit Kalzium- und Magnesiumverbindungen aus hartem Leitungswasser. Dabei wandelt sie ihn in wasserlösliche Salze um. Deshalb löst sie Ablagerungen in Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Wasserhähnen zuverlässig auf.

Im Handel gibt es zwei Formen: flüssige Zitronensäure in technischer Qualität und Zitronensäure-Granulat in Lebensmittelqualität. Für den Haushalt eignet sich das Granulat, weil Sie die Konzentration selbst bestimmen können. Es ist preiswert, in Drogerien und Supermärkten erhältlich und verursacht weniger Verpackungsmüll als fertige Entkalker.

Trotz ihrer natürlichen Herkunft sollten Sie Zitronensäure nicht unterschätzen. Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass viele Menschen sie wegen ihres natürlichen Vorkommens für unbedenklich halten. In konzentrierter Form reizt die Säure Haut und Augen. Auf empfindlichen Oberflächen kann sie bleibende Schäden hinterlassen.

Geeignete Oberflächen und Grenzen

Zitronensäure verträgt sich gut mit Edelstahl, Glas, Keramik und den meisten Kunststoffen, die in Haushaltsgeräten verbaut sind. Diese Materialien finden Sie in Wasserkochern, Kaffeemaschinen, Spülmaschinen und an verchromten Armaturen.

Vorsicht ist bei Naturstein geboten. Marmor, Kalkstein und Granit reagieren mit der Säure und bekommen matte Flecken oder Ätzungen. Auch offenporige Fliesen und unversiegelte Natursteinböden sollten Sie nicht mit Zitronensäure behandeln. Aluminium ist ebenfalls empfindlich. Die Säure greift die schützende Oxidschicht an. Das Metall kann sich verfärben oder korrodieren. Bei emaillierten Oberflächen kommt es auf die Qualität der Emaille an; beschädigte Stellen sollten Sie meiden.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Material geeignet ist, testen Sie die Lösung an einer unauffälligen Stelle. Tragen Sie etwas Zitronensäurelösung auf, warten Sie einige Minuten und wischen Sie sie ab. Verfärbt sich die Fläche oder wird sie matt, verzichten Sie auf die Anwendung.

Die richtige Mischung ansetzen

Für die meisten Entkalkungsarbeiten reicht eine Lösung aus einem bis zwei Teelöffeln Zitronensäure-Granulat auf 500 Milliliter Wasser. Rühren Sie das Granulat vollständig auf, bevor Sie die Lösung verwenden. Warmes Wasser beschleunigt die Reaktion, kochendes Wasser ist nur in Geräten nötig, die dafür ausgelegt sind.

Bei hartnäckigen Ablagerungen können Sie die Menge auf drei Teelöffel erhöhen. Mehr Konzentration bringt selten einen Vorteil, erhöht aber das Risiko, empfindliche Dichtungen oder Beschichtungen anzugreifen. Nach der Einwirkzeit spülen Sie alle behandelten Flächen gründlich mit klarem Wasser nach, damit keine Säurereste zurückbleiben.

Wasserkocher entkalken

Ein Wasserkocher sammelt besonders schnell Kalk, wenn Sie hartes Leitungswasser verwenden. Die Ablagerungen beeinträchtigen nicht nur die Funktion und Lebensdauer des Geräts, sondern auch den Geschmack von Tee und Kaffee. Füllen Sie 500 Milliliter Wasser in den Kocher, geben Sie ein bis zwei Teelöffel Zitronensäure hinzu und lassen Sie das Gemisch aufkochen. Schalten Sie den Kocher aus und lassen Sie die Lösung etwa 15 Minuten einwirken. Danach gießen Sie sie weg und spülen den Kocher mehrmals mit klarem Wasser aus. Bei starkem Kalk können Sie die Prozedur wiederholen.

Wer den Wasserkocher nur mit weichem oder gefiltertem Wasser betreibt, muss ihn deutlich seltener reinigen. Das schont das Gerät und verbessert den Geschmack von Tee und Kaffee spürbar.

Kaffeemaschine und andere Geräte

Bei einer Kaffeemaschine füllen Sie die Zitronensäurelösung in den Wassertank und lassen Sie das Gerät ohne Kaffeepulver einen kompletten Durchlauf machen. Danach folgen zwei bis drei Durchläufe mit klarem Wasser, um alle Säurereste aus den Leitungen zu spülen. Die gleiche Methode funktioniert bei Wasserspendern und Dampfgarern, sofern die Hersteller keine abweichenden Anweisungen geben.

Prüfen Sie vorher die Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Manche Hersteller empfehlen bestimmte Entkalkungsmittel oder verbieten den Einsatz von Zitronensäure, weil sie Dichtungen oder Ventile angreifen könnte. Wenn der Hersteller ausdrücklich ein anderes Mittel vorschreibt, folgen Sie dieser Vorgabe.

Armaturen und Badflächen reinigen

An Wasserhähnen und Duschköpfen setzt sich Kalk als weißer Belag ab. Für Armaturen aus verchromtem Metall oder Edelstahl eignet sich eine dünnere Lösung: ein Teelöffel Zitronensäure auf 500 Milliliter Wasser. Tränken Sie ein Tuch oder Küchenpapier mit der Lösung, wickeln Sie es um die betroffene Stelle und lassen Sie es zehn bis fünfzehn Minuten einwirken. Danach spülen Sie mit klarem Wasser nach und polieren die Oberfläche trocken.

Für Duschköpfe mit verstopften Düsen hilft ein Bad in der Lösung: Lösen Sie den Duschkopf ab und legen Sie ihn für eine halbe Stunde in ein Gefäß mit Zitronensäurelösung. Anschließend spülen Sie ihn gründlich ab. Bei fest verbauten Duschköpfen können Sie einen Beutel mit der Lösung befestigen, sodass die Düsen darin eintauchen.