In Badezimmerschubladen sammeln sich Cremetiegel, abgelaufene Sonnencreme, Haargummis, vergilbte Pinsel und halb aufgebrauchte Fläschchen. Nicht nur die Unordnung ist das Problem: Feuchtigkeit und Wärme vom Duschen fördern Bakterien- und Pilzwachstum. Deshalb ist das Badezimmer zur Aufbewahrung von Kosmetik ungeeignet.

Wer die Schubladen regelmäßig ausmistet, reinigt und Produkte richtig lagert, verhindert, dass Cremes und Make-up vorzeitig verderben und die Haut belasten.

Ausmisten: Was rausfliegt

Leeren Sie die gesamte Schublade vollständig aus und legen Sie alles auf den Waschtisch oder ein Handtuch. Prüfen Sie dann jedes Produkt. Werfen Sie alles weg, was abgelaufen ist, unangenehm riecht, sich verfärbt hat oder dessen Konsistenz sich verändert hat. Eine Creme, die sich trennt oder klumpig wird, gehört in den Restmüll. Das gilt auch für Mascara, der bröckelig wird oder streng riecht.

Achten Sie auf das Symbol mit dem geöffneten Tiegel auf der Verpackung. Die Zahl darin, etwa 6M oder 12M, zeigt, wie viele Monate das Produkt nach dem ersten Öffnen haltbar ist. Viele überschreiten diese Frist deutlich, weil sie die Produkte im Schrank vergessen. Bei Naturkosmetik ohne Konservierungsstoffe ist die Haltbarkeit oft kürzer. Dann lohnt ein Blick auf die Angaben des Herstellers.

Auch Pinsel und Schwämme, die abgenutzt sind oder sich nicht mehr richtig reinigen lassen, sollten Sie aussortieren. Make-up-Schwämme sind porös und bieten Bakterien viel Angriffsfläche. Sie sollten regelmäßig ersetzt werden.

Die leere Schublade reinigen

Nach dem Ausmisten wischen Sie die leere Schublade gründlich aus. Bei Kunststoff- oder Lackoberflächen reicht ein weiches Tuch mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Bei Holzschubladen, etwa in hochwertigen Badmöbeln, nehmen Sie besser ein leicht feuchtes Tuch ohne Reinigungsmittel und trocknen die Fläche danach sofort ab, damit das Holz nicht aufquillt. Auch die Innenseiten der Schubladenfront und die Führungsschienen sollten Sie abwischen. Dort sammelt sich Staub und manchmal Schimmel.

Verzichten Sie auf antibakterielle Haushaltsreiniger. Fachleute halten sie für unnötig, weil normales Reinigen mit Spülmittel die Keimzahl ausreichend senkt. Die antibakteriellen Zusätze erhöhen nach Einschätzung von Fachleuten nur das Allergierisiko und tragen zur Resistenzbildung bei.

Lassen Sie die Schublade nach dem Wischen vollständig trocknen, bevor Sie etwas zurücklegen. Feuchte Reste und Kosmetikreste sind ein idealer Nährboden für Schimmel.

Boxen und Einsätze nutzen

Bevor Sie die Produkte zurücklegen, überlegen Sie, was in der Schublade wirklich seinen Platz haben soll. Häufig benutzte Dinge wie Zahnbürste, Zahnpasta und Tagescreme gehören nach vorn oder in die oberste Schublade. Selten genutzte Produkte wie Gästeartikel oder Reservevorräte kommen nach hinten oder in eine andere Schublade.

Einsätze aus Kunststoff oder Bambus helfen, den Platz zu strukturieren. Kleine Körbchen oder Boxen trennen verschiedene Kategorien: eine Box für Haargummis und Spangen, eine für Lippenpflege, eine für Medikamente und Pflaster. Wichtig ist, dass die Behälter offen und leicht zu reinigen sind. Geschlossene Boxen verstecken zwar Unordnung. Aber darin vergisst man schnell, was drin liegt, und die Produkte werden nicht benutzt.

Stehende Flaschen sollten Sie nicht in die Schublade legen, weil sie auslaufen können. Stellen Sie sie aufrecht in einen hohen Behälter oder bewahren Sie sie an einem anderen Ort auf.

Pinsel und Schwämme reinigen

Make-up-Pinsel und Schwämme sollten Sie nicht nur ausmisten, sondern auch regelmäßig reinigen. Pinsel mit flüssigem Make-up oder Creme waschen Sie am besten einmal pro Woche mit lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo oder einer speziellen Pinselreinigung aus. Drehen Sie die Borsten dabei vorsichtig in der Handfläche, spülen Sie gründlich und legen Sie die Pinsel zum Trocknen mit dem Kopf leicht nach unten auf ein Handtuch. So läuft kein Wasser in die Zwinge und löst den Kleber.

Pinsel für loses Puder müssen seltener gereinigt werden, etwa alle zwei bis vier Wochen. Make-up-Schwämme spülen Sie nach jeder Benutzung aus und reinigen sie regelmäßig in der Waschmaschine oder mit heißem Wasser und Seife. Sie speichern Feuchtigkeit und bilden schnell Keime.

Gerüche vermeiden und richtig lagern

Der beste Schutz gegen unangenehme Gerüche in der Schublade ist, feuchte Produkte gar nicht erst hineinzulegen. Zahnbürsten sollten Sie nach dem Benutzen ausschütteln und an der Luft trocknen lassen, bevor sie in die Schublade kommen. Rasierer und andere Utensilien, die nass werden, gehören an einen Ort, an dem sie trocknen können, nicht in eine geschlossene Schublade.

Ein kleines Säckchen mit Silikagel, wie es oft in Verpackungen liegt, bindet überschüssige Feuchtigkeit in der Schublade. Auch ein offenes Schälchen mit Natron oder Kaffeepulver kann Gerüche aufnehmen, muss aber regelmäßig erneuert werden. Wichtig ist, dass diese Mittel nicht mit Kosmetik in Kontakt kommen.

Kosmetik mit pflanzlichen Ölen oder Vitamin C reagiert empfindlich auf Licht. Diese Produkte sollten Sie dunkel lagern, also nicht in einer durchsichtigen Box auf der Fensterbank, sondern in der geschlossenen Schublade oder einem Schrank. Der beste Aufbewahrungsort für empfindliche Kosmetik ist generell ein kühler, trockener Schrank im Schlafzimmer oder Flur, nicht das Badezimmer. Wenn Sie Platz haben, lagern Sie Vorräte und selten genutzte Produkte dort und behalten im Bad nur das, was Sie täglich brauchen.