Der Kühlschrank kühlt Lebensmittel, damit Bakterien sich langsamer vermehren und Vorräte länger frisch bleiben. Weil er viel aufnimmt, sammeln sich Rückstände an: ausgelaufene Milch auf dem Bodenbrett, Krümel hinter den Ablagen, vergessenes Gemüse in der Schublade. Wer diese Rückstände regelmäßig beseitigt, schützt die übrigen Lebensmittel vor Verderb und verhindert muffigen Geruch. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) nennt die regelmäßige Reinigung einen sehr wichtigen Baustein für die Lebensmittelsicherheit im Haushalt.
Eine gründliche Reinigung heißt: den Kühlschrank vollständig leeren, Ablagen und Schubladen herausnehmen, alles abwaschen, trocknen und wieder einräumen. Das dauert geplant etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde und lässt sich gut in den Wochenendeinkauf einbauen, weil Sie den Kühlschrank danach ohnehin mit frischen Vorräten füllen.
Kühlschrank ausräumen
Bevor Sie putzen, räumen Sie den Kühlschrank komplett aus und legen Sie alles auf die Arbeitsfläche oder den Küchentisch. Nutzen Sie die Gelegenheit, jedes Lebensmittel anzusehen: Prüfen Sie, ob die Gurken noch knackig sind, das Joghurt noch innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums liegt und die Wurst nicht schmierig ist. Was schlecht ist, kommt direkt in die Biotonne und nicht zurück in den Kühlschrank. Auch angebrochene Gläser mit altem Inhalt können Sie jetzt entsorgen.
Die Lebensmittel, die weiterverwendet werden, stellen Sie am besten in eine Kühlbox mit Kühlakkus. Wer keine Kühlbox hat, nutzt eine große Schüssel oder einen Topf, stellt sie an einen kühlen Ort und legt ein Kühlakku dazu. Wichtig ist, dass die Ware nicht zu lange bei Zimmertemperatur steht. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und aufgetaute Ware sollten in der Kühlbox bleiben, während Sie den Kühlschrank putzen. Planen Sie die Reinigung so, dass zwischen Ausräumen und Einräumen nicht zu viel Zeit vergeht.
Ablagen, Schubladen und Dichtungen reinigen
Schalten Sie den Kühlschrank vor der Reinigung aus, damit er nicht weiter kühlt und Sie beim Abwischen nicht im kalten Luftstrom arbeiten. Bei Geräten ohne Abtauautomatik taut dabei gleichzeitig das Eis an der Rückwand, falls sich dort welches gebildet hat. Nehmen Sie dann alle Ablagen, Schubladen und Türfächer heraus und waschen Sie sie in der Spüle mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Harte Ablagerungen weichen kurz in warmem Wasser ein. Benutzen Sie keine Scheuermittel, raue Schwämme und kratzende Bürsten, denn sie hinterlassen feine Kratzer im Kunststoff, in denen sich später wieder Schmutz festsetzt.
Den Innenraum wischen Sie mit einem weichen Lappen und warmem Wasser mit Spülmittel aus. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit kein Schmutz auf bereits saubere Flächen tropft. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Gummidichtungen an der Tür. In ihren Falten sammeln sich Krümel, Fettreste und manchmal Schimmelspuren. Ziehen Sie die Dichtung vorsichtig mit den Fingern auseinander und wischen Sie sie mit einem feuchten Lappen aus. Verkrustete Krümel lösen Sie mit einem in warmem Wasser getränkten Wattestäbchen oder einer alten Zahnbürste. Saubere und intakte Dichtungen halten die kühle Luft im Inneren und verhindern so unnötigen Stromverbrauch.
Zum Schluss wischen Sie alle Flächen mit klarem Wasser nach und trocknen sie mit einem sauberen Tuch ab. Erst wenn alles trocken ist, setzen Sie Ablagen und Schubladen wieder ein und räumen die Lebensmittel zurück. Nasse Flächen begünstigen, dass sich Bakterien und Schimmel schneller ansiedeln.
Gerüche beseitigen
Ein unangenehmer Geruch kommt fast immer von einer konkreten Quelle und nicht vom Kühlschrank selbst. Nach Angaben des Herstellers NEFF zählen dazu verdorbene Lebensmittel, Käse, Wurst, ausgelaufene Milch, verdorbenes Gemüse, übersehene Ecken, nicht mehr ganz frisches Obst sowie Lebensmittelreste hinter den Ablagen und in den Dichtungen. Der erste Schritt gegen Geruch ist deshalb, die Ursache zu suchen und zu entfernen, nicht einen Duftspender aufzustellen. Oft reicht die gründliche Reinigung der betroffenen Stelle, um den Geruch loszuwerden.
Bleibt trotzdem ein muffiger Grundton zurück, helfen milde Mittel. Eine offene Schale mit Natron oder Backpulver im leeren Kühlschrank bindet über einige Stunden überschüssige Gerüche. Lassen Sie sie über Nacht stehen und ersetzen Sie sie regelmäßig. Auch ein feuchtes Tuch mit etwas Essigwasser zum Auswischen neutralisiert Gerüche. Den Essiggeruch lüften Sie anschließend kurz aus. Benutzen Sie keine Parfümsprays oder stark duftenden Reiniger im Innenraum, denn die Rückstände können auf offene Lebensmittel übergehen und den Geschmack verändern.
Regelmäßig reinigen
Eine Routine hält den Aufwand klein, weil sich nie wieder dicke Rückstände ansammeln. Prüfen Sie nach jedem Einkauf kurz, ob etwas ausgelaufen ist, und entfernen Sie frische Flecken sofort mit einem feuchten Lappen. Einmal im Monat lohnt ein Blick in die Fächer und auf die Mindesthaltbarkeitsdaten, damit nichts übersehen wird. Die gründliche Reinigung mit Ausräumen genügt, wenn Sie sie etwa alle vier bis sechs Wochen einplanen, bei viel frischem Obst und Gemüse auch häufiger.
Damit der Kühlschrank dauerhaft hygienisch bleibt, kommen einige Gewohnheiten dazu. Bewahren Sie stark riechende Lebensmittel wie Käse oder aufgeschnittene Zwiebeln in verschließbaren Behältern auf, damit sie nicht auf andere Ware übergehen. Verpacken Sie Fleisch und Fisch so, dass keine Flüssigkeit austritt. Das LAVES empfiehlt außerdem, Lebensmittel entsprechend ihrer Art in den verschiedenen Kältezonen zu lagern: Die kältesten Bereiche liegen unten und an der Rückwand, hier gehören Fleisch und Fisch hin; in den wärmeren Türfächern halten Butter, Eier und Getränke. Prüfen Sie gelegentlich die Temperatur. Sie sollte bei etwa vier Grad Celsius liegen und nicht durch stark gefüllte oder länger offen stehende Tür nach oben steigen.