Dunkle, graue oder fleckige Fugen bei sauberen Fliesen liegen am Material: Zementfugen sind offenporig und saugen Feuchtigkeit, Seifenreste, Hautschüppchen und Kalk auf. Ist der Schmutz erst eingedrungen, hilft normales Wischen nicht mehr.
Mit der richtigen Reinigungsmethode werden die Fugen wieder hell, ohne das Material zu beschädigen. Prüfen Sie zuerst, welche Fugenart Sie haben, denn nicht jedes Hausmittel passt zu jeder Fuge.
Warum Fugen im Bad schnell wieder schmutzig werden
Zementfugen nehmen Feuchtigkeit und Schmutz wie ein Schwamm auf. Beim Duschen setzen sich Seifenreste und Kalk auf den Fugen ab, Hautschüppchen und Staub kommen hinzu. Diese Mischung dringt in die offenen Poren ein und verfärbt die Fuge dauerhaft, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt wird. Besonders in Ecken und an schlecht belüfteten Stellen kommt noch Feuchtigkeit dazu und fördert Schimmelbildung. Schimmel entsteht genau dort, wo die Fuge lange nass bleibt und nicht trocknen kann.
Ohne Schutzschicht wiederholt sich das Problem nach jeder Reinigung: Die Fuge ist zwar oberflächlich sauber, saugt aber sofort wieder Feuchtigkeit und Schmutz auf. Eine Imprägnierung schließt die Poren von innen, ohne die Fuge zu versiegeln. So bleibt sie atmungsaktiv, nimmt aber deutlich weniger Schmutz und Wasser auf. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der gründlichen Reinigung, wenn die Fugen sauber und trocken sind.
Reinigung je nach Fugenart
Bevor Sie zum Putzmittel greifen, prüfen Sie, womit die Fugen hergestellt wurden. Es gibt vier gängige Typen: Zementfugen, Epoxidharzfugen, Fugen aus Naturstein und solche mit Zusätzen wie Quarzsand. Jede verträgt andere Reiniger.
Zementfugen mit alkalischen Mitteln reinigen
Für die meisten Zementfugen im Bad eignen sich alkalische Hausmittel wie Natron, Soda oder eine milde Seifenlauge. Mischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer Paste. Tragen Sie sie mit einer alten Zahnbürste oder Fugenbürste auf und lassen Sie sie kurz einwirken. Danach spülen Sie gründlich mit klarem Wasser nach. Bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft eine längere Einwirkzeit, aber lassen Sie die Paste nicht eintrocknen.
Für stärkere Verschmutzungen gibt es spezielle Fugenreiniger aus dem Handel. Achten Sie darauf, dass das Produkt für Zementfugen geeignet ist und keine Säuren enthält. Säurehaltige Reiniger greifen den Zement an und machen die Fuge rau. Dann setzt sich neuer Schmutz noch leichter fest.
Keine Säuren auf Zementfugen und Naturstein
Haushaltsessig und andere säurehaltige Reiniger wie Zitronensäure gehören nicht auf Zementfugen. Die Säure löst den Zement an, die Oberfläche wird porig und matschig. Auch Naturstein wie Marmor oder Kalkstein reagiert empfindlich auf Säuren: Die Oberfläche wird angeätzt und verliert ihren Glanz. Verwenden Sie für diese Materialien ausschließlich pH-neutrale Reiniger, die speziell für Naturstein oder Zementfugen ausgewiesen sind.
Epoxidharzfugen sind unempfindlicher
Epoxidharzfugen sind dichter und unempfindlicher als Zementfugen. Sie nehmen kaum Wasser auf und lassen sich in der Regel mit handelsüblichen, auch leicht säurehaltigen Reinigern bearbeiten. Trotzdem sollten Sie auch hier auf die Herstellerangaben achten, denn manche Oberflächenstrukturen können durch zu aggressive Reiniger matt werden. Im Zweifel testen Sie den Reiniger an einer unauffälligen Stelle.
Schimmel in Fugen entfernen
Schwarzgraue Flecken in den Fugen sind meist Schimmel. Er braucht Feuchtigkeit und findet sie in schlecht trocknenden Ecken, an der Badewanne oder unter dem Waschbecken. Beheben Sie zuerst die Ursache: Lüften Sie das Bad nach dem Duschen, wischen Sie stehendes Wasser ab und beseitigen Sie Undichtigkeiten an Armaturen oder Duschwänden.
Zur Entfernung von Schimmel gibt es im Handel chlorhaltige oder chlorfreie Schimmelentferner. Tragen Sie das Mittel auf die betroffenen Stellen auf, lassen Sie es einwirken und spülen Sie gründlich nach. Tragen Sie dabei Handschuhe und lüften Sie den Raum gut. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei Schimmelbefall zunächst die Ursache zu beheben und dann die betroffenen Stellen zu reinigen. Bei großflächigem Befall oder wenn der Schimmel immer wiederkehrt, sollten Sie eine Fachfirma hinzuziehen, weil gesundheitliche Risiken bestehen können.
Fugen imprägnieren
Imprägnieren Sie die Fugen erst, wenn sie gründlich gereinigt und trocken sind. Das Mittel dringt in die Poren der Fuge ein und bildet eine unsichtbare Schutzschicht, die Wasser und Schmutz abperlen lässt. Die Fuge bleibt atmungsaktiv, nimmt also weiterhin Feuchtigkeit auf, aber eben deutlich weniger als ohne Schutz. Dadurch bleibt sie länger hell und sauber.
Tragen Sie die Imprägnierung mit einem Pinsel oder einem kleinen Schwamm gleichmäßig auf die sauberen, trockenen Fugen auf. Lassen Sie das Mittel je nach Herstellerangabe einwirken und wischen Sie überschüssige Reste von den Fliesen ab, bevor sie eintrocknen. Je nach Produkt hält die Imprägnierung mehrere Jahre, danach müssen Sie sie erneuern. Eine regelmäßige Auffrischung alle ein bis zwei Jahre hält den Schutz aufrecht.
Fugen länger sauber halten
Neben der Imprägnierung hilft regelmäßige Pflege, damit sich Schmutz erst gar nicht festsetzt. Wischen Sie die Fliesen und Fugen nach dem Duschen mit einem Abzieher ab, um stehendes Wasser zu entfernen. Lüften Sie das Bad ausreichend, besonders nach dem Duschen oder Baden. Verwenden Sie milde, pH-neutrale Reiniger für die tägliche Reinigung und vermeiden Sie aggressive Scheuermittel, die die Fugenoberfläche aufrauen.
Wenn Sie diese Gewohnheiten beibehalten, bleiben die Fugen deutlich länger sauber, und eine gründliche Reinigung mit der Bürste ist seltener nötig. Sollten sich trotzdem wieder dunkle Stellen bilden, wiederholen Sie die Reinigung und prüfen Sie, ob die Imprägnierung noch intakt ist.