Klären Sie vor der Reise, wer Post und Wohnung kontrolliert und wie Heizung und Warmwasser laufen. Überlegen Sie außerdem, wie Sie mit Urlaubsinfos umgehen. Ein voller Briefkasten oder eine öffentlich angekündigte Abwesenheit kann zeigen, dass die Wohnung länger leer steht.

Die Vorbereitung hängt von der Reisedauer, der Jahreszeit und der Anlage ab. Vertrauenswürdige Nachbarn können sichtbare Zeichen Ihrer Abwesenheit verringern. Stellen Sie Heizung und Warmwasser nicht einfach pauschal ein. Prüfen Sie die Bedienungsanleitung und die Vorgaben der Hausverwaltung. Bei Unklarheiten fragen Sie einen Fachbetrieb.

Briefkasten und Hilfe absprechen

Ein voller Briefkasten fällt auf und kann den Eindruck erwecken, dass niemand zu Hause ist. Bitten Sie deshalb eine Person aus Ihrer Nachbarschaft, den Briefkasten regelmäßig zu leeren. Nach Absprache kann diese Person auch sichtbare Post entfernen, Blumen versorgen oder gelegentlich nach Auffälligkeiten an der Wohnung sehen.

Wählen Sie jemanden, den Sie persönlich kennen und dem Sie diese Information anvertrauen. Teilen Sie nur die nötigen Informationen mit, zum Beispiel den Zeitraum Ihrer Abwesenheit und eine erreichbare Kontaktmöglichkeit. Vereinbaren Sie keine ständige Bereitschaft. Nachbarschaftshilfe ist freiwillig. Die Person muss nicht jederzeit erreichbar sein oder in jeder Situation eingreifen.

Sprechen Sie konkrete Aufgaben ab, bevor Sie abreisen:

  • den Briefkasten regelmäßig leeren,
  • Werbesendungen und kostenlose Zeitungen entfernen,
  • erwartete Lieferungen oder wichtige Briefe berücksichtigen,
  • bei Gelegenheit die Wohnung auf sichtbare Auffälligkeiten prüfen,
  • bei Unsicherheit eine vereinbarte Kontaktmöglichkeit nutzen.

Die helfende Person sollte fremde Personen nicht zur Rede stellen und keine riskanten Situationen betreten. Bei auffälligen Beobachtungen sollten Sie die zuständigen Stellen informieren. Nachbarschaftshilfe kann dazu führen, dass im Wohnumfeld mehr auf die Wohnung geachtet wird. Eine Sicherheitsgarantie bietet sie aber nicht.

Bei sehr hohem Postaufkommen kann ein Postfach eine zusätzliche Möglichkeit sein. Es nimmt aber nicht automatisch jede Sendung an. Das Postfach muss regelmäßig geprüft werden, und bestimmte Sendungen können weiterhin an die Hausadresse gehen. Prüfen Sie deshalb vorher, welche Post Sie erwarten und ob ein Postfach für Ihre Situation ausreicht. Für viele Haushalte reicht eine zuverlässig abgesprochene Briefkastenleerung aus.

Urlaubsinfos zurückhaltend teilen

Veröffentlichen Sie konkrete Reisezeiten, Reiseziele und Standortdaten möglichst nicht für alle sichtbar. Das gilt auch für Beiträge, die zeigen können, dass Ihre Wohnung gerade leer steht. Ein Abreisedatum, ein Flughafenfoto oder laufende Urlaubsbilder können mehr verraten, als Ihnen bewusst ist.

Die Polizei empfiehlt, Urlaubsbilder möglichst erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen. Wenn Sie während der Reise Bilder teilen möchten, begrenzen Sie den Empfängerkreis bewusst auf einzelne Personen oder eine geschlossene Gruppe. Prüfen Sie auch, wer Ihre Chronik, Beiträge und Standortangaben sehen kann.

Prüfen Sie vor der Abreise auch weniger offensichtliche Hinweise:

  • automatische Telefonansagen,
  • öffentlich sichtbare Statusmeldungen,
  • Standortfunktionen in sozialen Netzwerken,
  • Fotos mit Hausnummern, Einblicken in die Wohnung oder anderen Ortsangaben,
  • Beiträge anderer Personen, in denen Ihre Reise angekündigt wird.

Eine private Nachricht an eine vertraute Person ist etwas anderes als eine öffentliche Ankündigung. Wichtig sind die Reichweite, der Zeitpunkt und der Inhalt. Teilen Sie die Information daher nur mit Personen, die sie wirklich brauchen. Wenn Sie solche Informationen sparsam teilen, schützen Sie Ihre Privatsphäre und verringern sichtbare Hinweise auf eine längere Abwesenheit.

Heizung passend zur Anlage einstellen

Im Winter sollten Sie die Heizung in der Regel etwas herunterstellen. So kühlen die Räume nicht stark aus. Die Verbraucherzentrale nennt für wenig genutzte Räume etwa 16 Grad Celsius als Richtwert. Bei vielen Heizkörperthermostaten entspricht das ungefähr Stufe 2. Sinkt die Temperatur darunter, kann sich an kalten Wänden Feuchtigkeit bilden. Das kann Schimmel begünstigen.

Welche Einstellung passt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Außentemperatur, die Dauer Ihrer Abwesenheit, die Dämmung des Gebäudes und die Art der Heizung. Heizkörper reagieren anders als eine Fußbodenheizung. Eine Wärmepumpe oder eine komplexe zentrale Anlage kann eigene Programme für Absenkung, Frostschutz oder Abwesenheit haben.

Prüfen Sie deshalb vor der Abreise zuerst den Anlagentyp und die vorhandenen Programme. Wenn Sie eine Öl- oder Gasheizung nutzen, kann bei längerer Abwesenheit im Winter ein Absenk- oder Frostschutzbetrieb passend sein. Wenn Sie die Heizung vollständig abschalten, können Gebäude und Leitungen stark auskühlen. Ein ausgekühltes Gebäude kann danach ein bis zwei Tage zum Aufheizen brauchen.

Bei mildem Wetter kann eine Abschaltung eher möglich sein. Im Sommer lässt sich die Heizung nach Angaben der Verbraucherzentrale je nach Anlage vollständig ausschalten oder auf reinen Warmwasserbetrieb stellen. Das gilt aber nicht automatisch für jede Jahreszeit und jedes Heizsystem.

Als grobe Orientierung kann eine um ein Grad niedrigere Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent senken. Dieser Wert ist keine genaue Rechnung für jede Wohnung. Auch die Angabe, dass eine richtig eingestellte Heizungsanlage zehn bis 15 Prozent Energie einsparen kann, bezieht sich auf die Heizungsoptimierung insgesamt und nicht nur auf die Absenkung während des Urlaubs.

Achten Sie bei der Einstellung auf folgende Punkte:

  1. Lesen Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Heizungsregelung.
  2. Nutzen Sie ein vorhandenes Abwesenheits-, Absenk- oder Frostschutzprogramm nur, wenn Sie seine Funktion kennen.
  3. Lassen Sie Räume im Winter nicht unnötig stark auskühlen.
  4. Berücksichtigen Sie träge Systeme wie Fußbodenheizungen.
  5. Wenden Sie sich bei einer unklaren Einstellung an die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb.

Bei witterungsgeführten Anlagen passt die Regelung die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur an. Die sogenannte Heizkurve bestimmt dabei, wie stark die Anlage auf die Außentemperatur reagiert. Die Einstellung muss zum Gebäude passen. Lassen Sie sie bei Unsicherheit von einem erfahrenen Fachbetrieb prüfen.

Warmwasser sorgfältig prüfen

Wie Sie das Warmwasser einstellen, hängt vom Anlagentyp ab. In einer Wohnung kann es zentral über das Gebäude, über eine Gasetagenheizung, einen Durchlauferhitzer, einen Untertischspeicher oder über eine Wärmepumpe bereitgestellt werden. Diese Systeme arbeiten unterschiedlich und haben einen unterschiedlichen Energieverbrauch und unterschiedliche hygienische Anforderungen.

Schalten Sie die Warmwasserbereitung deshalb nicht einfach ab. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Anlage einen passenden Betriebsmodus für die Abwesenheit hat. Beachten Sie außerdem die Hinweise des Herstellers oder der Hausverwaltung. Bei zentralen Warmwasserspeichern gelten andere Bedingungen als bei einem kleinen dezentralen Speicher oder einem Durchlauferhitzer. Die oft genannte Speichertemperatur von 60 Grad Celsius gilt für bestimmte zentrale Systeme. Sie ist keine allgemeine Einstellung für jede Wohnung.

Nach längerer Standzeit kann Wasser in Leitungen oder Speichern ein hygienisches Problem sein. Beachten Sie daher die Hinweise für Ihre Anlage. Bei bestimmten dezentralen Systemen empfiehlt die Verbraucherzentrale, Warm- und Kaltwasserseite vor der Nutzung vollständig durchzuspülen. Lassen Sie das Wasser nach längerer Abwesenheit erst ausreichend laufen. Verwenden Sie es danach zum Trinken oder zur Körperpflege. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Installationsbetrieb oder das Gesundheitsamt.

Auch für die Wasserversorgung gibt es keine allgemeine Einstellung für den Urlaub. Ob Sie das Wasser absperren sollten, hängt unter anderem von der Leitungsführung, der Frostlage, der Wohnungsart und den Vorgaben des Gebäudes ab. Sie sollten die Hauptwasserzufuhr deshalb nicht grundsätzlich vor jeder Abwesenheit abschalten.

Checkliste vor der Abreise

Prüfen Sie die Vorbereitung einige Tage vor der Abreise. So bleibt Zeit für offene Absprachen und für einen Blick in die Bedienungsanleitung der Heizung.

Post und Nachbarschaft

  • Bestimmen Sie eine vertrauenswürdige Kontaktperson.
  • Vereinbaren Sie das regelmäßige Leeren des Briefkastens.
  • Berücksichtigen Sie Zeitungen, Werbesendungen, Pakete und erwartete wichtige Briefe.
  • Hinterlassen Sie eine Kontaktmöglichkeit, unter der Sie erreichbar sind.
  • Prüfen Sie bei hohem Postaufkommen, ob ein Postfach sinnvoll ist.
  • Teilen Sie keine umfassendere Bereitschaft mit, als tatsächlich vereinbart wurde.

Öffentliche Hinweise

  • Veröffentlichen Sie keine konkreten Reisezeiten öffentlich.
  • Begrenzen Sie Beiträge auf einen bewusst ausgewählten Personenkreis.
  • Deaktivieren Sie Standortangaben oder prüfen Sie, wer sie sehen kann.
  • Veröffentlichen Sie Urlaubsfotos möglichst erst nach der Rückkehr.
  • Kontrollieren Sie automatische Telefonansagen und Statusmeldungen.
  • Achten Sie darauf, dass Fotos keine Orts- oder Wohnungsdetails verraten.

Heizung und Warmwasser

  • Stellen Sie fest, welches Heizungs- und Warmwassersystem Ihre Wohnung nutzt.
  • Prüfen Sie im Winter einen geeigneten Absenk- oder Frostschutzbetrieb.
  • Orientieren Sie sich bei wenig genutzten Räumen an etwa 16 Grad Celsius, sofern die Anlage und das Gebäude dazu passen.
  • Schalten Sie die Heizung im Sommer nur ab oder auf Warmwasserbetrieb um, wenn dies für Ihre Anlage vorgesehen ist.
  • Ändern Sie die Warmwasserbereitung nicht ohne Prüfung der technischen und hygienischen Anforderungen.
  • Ziehen Sie bei Unsicherheit die Bedienungsanleitung, die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb hinzu.

Bei der Rückkehr prüfen

Leeren Sie nach der Rückkehr den Briefkasten, kontrollieren Sie erwartete Sendungen und prüfen Sie, ob Heizung und Warmwasser wieder im gewünschten Betriebsmodus laufen. Wenn das Warmwasser länger gestanden hat, beachten Sie die Hinweise Ihrer Anlage. Spülen Sie Leitungen oder Armaturen bei Bedarf ausreichend durch.

Achten Sie auf Feuchtigkeit, ungewöhnliche Gerüche oder Fehlermeldungen. Nehmen Sie solche Auffälligkeiten ernst. Informieren Sie bei technischen Problemen die Hausverwaltung oder einen geeigneten Fachbetrieb.

Die wichtigsten Punkte vor der Abreise

Klären Sie vor der Abreise, wer den Briefkasten leert. Vereinbaren Sie die Hilfe genau. Veröffentlichen Sie Reiseinformationen zurückhaltend. Diese Maßnahmen können sichtbare Hinweise auf eine leere Wohnung verringern. Eine Sicherheitsgarantie bieten sie aber nicht.

Bei Heizung und Warmwasser hängt der passende Betriebsmodus von Ihrer Anlage ab. Vermeiden Sie besonders im Winter, dass die Wohnung stark auskühlt. Prüfen Sie die technischen Vorgaben, bevor Sie die Heizung absenken, den Frostschutz wählen oder sie abschalten.