Schlieren auf Laminat entstehen fast immer durch zu viel Wasser, einen schmutzigen Wischbezug oder zu viel Reinigungsmittel. Laminat ist ein Holzwerkstoff: Auf einem Träger aus Holzfaserplatte liegt eine Dekorschicht. Die Holzfaserplatte verträgt nur begrenzt Feuchtigkeit. Steht Wasser längere Zeit auf der Oberfläche oder in den Fugen, quillt die Platte auf, und die Dielen heben sich an den Kanten.
Die einfache Regel lautet: nebelfeucht wischen, Reinigungsmittel genau nach Anleitung dosieren und pro Durchgang einen frischen, gut ausgewrungenen Bezug verwenden. Nebelfeucht heißt: Beim Auswringen tritt kein Wasser mehr aus, und die Fläche trocknet nach dem Wischen schnell von selbst.
Warum Schlieren auf Laminat entstehen
Schlieren sind eingetrocknete Rückstände. Das Wasser verdunstet, und zurück bleiben Mineralien aus dem Leitungswasser, Reste des Reinigungsmittels oder feiner Schmutz, den der Bezug zwar aufgenommen, aber nicht abtransportiert hat. Auf der glatten, versiegelten Oberfläche von Laminat sind diese Rückstände als sichtbare Bahnen zu sehen.
Drei Fehler verursachen die meisten Schlieren. Der Bezug ist zu nass und hinterlässt zu viel Wasser auf dem Boden. Der Bezug ist schon so verschmutzt, dass er den Schmutz wieder verteilt. Oder das Reinigungsmittel wird stärker dosiert als angegeben und bildet nach dem Trocknen einen filmartigen Schleier. Auch kalkhaltiges Leitungswasser hinterlässt Streifen, wenn das Wasser nach dem Wischen langsam antrocknet.
Laminat nebelfeucht wischen
Der Bezug ist richtig ausgewrungen, wenn beim Zusammendrücken kein Wasser mehr austritt. Nach dem Wischen darf die Fläche feucht aussehen, aber nicht nass glänzen oder Pfützen bilden. Als Anhaltspunkt gilt: Der Boden trocknet nach wenigen Minuten von selbst. Bleibt das Wasser sichtbar stehen oder sammelt es sich in den Fugen, war die Menge zu hoch.
Kehren oder saugen Sie den Boden vor dem Wischen. Staub und Sandkörner wirken beim Nasswischen wie Schleifpapier auf der Laminatoberfläche. Wischen Sie anschließend in Bahnen, am besten entlang der Längsrichtung der Dielen. So verteilen Sie die Feuchtigkeit gleichmäßig und drücken sie nicht in die Stoßfugen. Arbeiten Sie vom hinteren Teil des Raums zur Tür hin, damit Sie den frisch gewischten Boden nicht betreten. Nach jedem Durchgang spülen Sie den Bezug aus oder drehen ihn auf eine saubere Seite.
Sind nach dem Trocknen noch Streifen zu sehen, wischen Sie die betroffenen Stellen mit einem in klarem Wasser gut ausgewrungenen Bezug nach. Meist war vorher zu viel Reinigungsmittel auf der Fläche.
Der richtige Wischbezug
Ein Wischbezug kann nur eine begrenzte Menge Schmutz aufnehmen. Sobald er gesättigt ist, gibt er den Schmutz an der nächsten Stelle wieder ab. Wechseln Sie den Bezug bei größeren Räumen zwischendurch, statt mit einem einzigen Tuch die ganze Wohnung zu wischen.
Mikrofaserbezüge für Flachwischsysteme eignen sich am besten. Sie nehmen den Schmutz gut auf, sind fein genug für die empfindliche Oberfläche und lassen sich mit einem Eimer samt Auswringmechanik gleichmäßig auswringen. Baumwollbezüge und ältere, verfilzte Tücher verteilen das Wasser eher und hinterlassen schneller Schlieren.
Waschen Sie die Bezüge nach der Benutzung ohne Weichspüler. Weichspüler legt sich als Film auf die Fasern. Dadurch nimmt der Bezug weniger Wasser auf und wischt schlechter. Die meisten Mikrofaserbezüge vertragen die Wäsche bei hoher Temperatur; was das Pflegeetikett Ihres Bezugs dazu sagt, hat Vorrang.
Reinigungsmittel richtig dosieren
Für Laminat reicht meist ein mildes, pH-neutrales Reinigungsmittel. Es löst Staub, Alltagsschmutz und leichte Fettrückstände, ohne die Oberfläche anzugreifen. Die Dosierungsangabe auf dem Etikett ist eine Obergrenze: Mehr Reiniger bringt kein besseres Ergebnis. Überschüssiger Reiniger hinterlässt nach dem Trocknen einen grauen Schleier, der neuen Schmutz anzieht.
Viele Laminatreiniger sind Konzentrate und werden mit mehreren Litern Wasser verdünnt. Messen Sie die Menge mit dem beigelegten Dosierbecher oder dem Verschluss, nicht nach Augenmaß. Verlangt das Produkt ein Nachwischen mit klarem Wasser, überspringen Sie diesen Schritt nicht. Sonst bleiben Reinigungsreste auf der Fläche zurück und trocknen zu Schlieren. Bei Produkten, die ausdrücklich ohne Nachwischen arbeiten, ist der zweite Durchgang nicht nötig.
Diese Pflegeprodukte schaden Laminat
Nicht jedes Produkt, das den Boden glänzend macht, gehört auf Laminat. Meiden Sie:
- Essig und säurehaltige Reiniger. Sie greifen Fugen und Klebeverbindungen an und können die Oberfläche stumpf machen.
- Schmierseife, Kernseife und Spülmittel. Sie hinterlassen einen fettigen Film, auf dem Schmutz schnell wieder haftet.
- Polituren, Wachse und Pflegeöle für Holzböden. Sie bauen eine Schicht auf, die Staub bindet und den Boden mit der Zeit fleckig macht.
- Scheuermittel und harte Bürsten. Sie verkratzen die Dekorschicht.
- Chlorhaltige oder ammoniakhaltige Reiniger. Sie entfetten zu stark und können die Versiegelung angreifen.
Einen Dampfreiniger sollten Sie bei Laminat nur einsetzen, wenn der Hersteller Ihres Bodens es ausdrücklich erlaubt. Heißer Dampf dringt in die Fugen ein. Das Wasser lässt die Trägerplatte aufquellen, und die Dielen heben sich. Bei einigen Herstellern erlischt die Garantie, wenn Sie den Dampfreiniger benutzen.
Flecken auf Laminat entfernen
Für eingetrocknete Flecken, Schuhabrieb oder Stiftstriche reicht meist ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch. Legen Sie es kurz auf den Fleck, damit sich der Schmutz löst, und wischen Sie dann mit sanften, kreisenden Bewegungen. Hartnäckige Rückstände lösen sich besser mit etwas Laminatreiniger als mit stärkerem Druck.
Verzichten Sie auf Scheuerschwämme und lösungsmittelhaltige Fleckenentferner wie Nagellackentferner. Sie können die Oberfläche anlösen oder feine Kratzer hinterlassen. Wenn ein Fleck nach dem ersten Versuch nicht verschwindet, lassen Sie die Stelle trocknen und wiederholen Sie den Vorgang, statt die Fläche nass zu reiben.
Hochglanz und strukturierte Oberflächen
Auf Hochglanzlaminat fallen Schlieren am schnellsten auf, weil jede Rückstandsbahn das Licht anders bricht. Ein trockenes Nachwischen hilft: Wischen Sie den Boden nebelfeucht und gehen Sie direkt danach mit einem trockenen Mikrofasertuch oder einem zweiten, trockenen Bezug über die Fläche. Das nimmt die letzten Wasserreste auf und glättet die Oberfläche.
Strukturierte Oberflächen mit Poren oder Holzprägung haben einen anderen Nachteil: In den Vertiefungen bleiben Feuchtigkeit und gelöster Schmutz zurück. Saugen Sie solche Böden besonders gründlich, spülen Sie den Bezug häufiger aus und trocknen Sie die Vertiefungen nach dem Wischen bei Bedarf mit einem trockenen Tuch nach. Sonst sind helle, pudrige Rückstände zu sehen, sobald das Wasser verdunstet ist.