Ein Kühlschrank riecht fast nie von allein. Meist liegt die Ursache in vergessenem Obst hinter dem Gemüsefach, in Milch in einer Ritze oder in Schmutz im Kondenswasserablauf. Um den Geruch dauerhaft zu beseitigen, müssen Sie diese Quelle zuerst entfernen. Natron oder Aktivkohle überdecken den Geruch nur, solange die Quelle bleibt.
Die Reihenfolge ist wichtig: zuerst ausräumen und kontrollieren, dann reinigen, dann den Ablauf prüfen und erst zuletzt den Geruchsbinder einsetzen. So finden Sie auch die Ursache für Gerüche, die nach dem ersten Putzen wiederkommen.
Erst die Ursache finden
Der Geruch entsteht fast immer durch organische Resten. Ein vergessenes Stück Fleisch, ein fauler Pfirsich oder ein offener Joghurtbecher reichen, um den ganzen Innenraum zu verpesten. Deshalb gehört der erste Blick in die Bereiche, die beim normalen Herausnehmen nicht sichtbar sind: hinter dem Gemüsefach, unter den Glasablagen, in den Türablagen und an der Rückwand.
Flüssigkeiten sind die zweite häufige Quelle. Milch, Fleischsaft oder Marinade laufen über den Becherrand und sickern in die Führungen der Ablagen oder unter die Rückwand. Dort trocknen sie wegen der Kälte und Feuchtigkeit nicht richtig und beginnen zu riechen. Riecht der Kühlschrank modrig, kann sich hinter der Rückwand oder in der Dichtung Schimmel gebildet haben. Dann hilft nur ein vollständiges Ausräumen, Abtauen und Reinigen.
Kühlschrank ausräumen und abtauen
Räumen Sie den Kühlschrank komplett aus und werfen Sie alles weg, was verdorben oder nicht mehr einwandfrei ist. Wenn sich Eis angesetzt hat, lassen Sie den Kühlschrank abtauen. Das ist nicht nur für den Geruch wichtig, sondern auch für die Energieeffizienz.
Zum Reinigen eignet sich heißes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel und etwas Essigessenz. Die Mischung löst Fett und wirkt gegen Bakterien. Wischen Sie alle Flächen damit ab und danach mit klarem Wasser nach. Der zweite Durchgang ist wichtig, weil Essig bei längerem Kontakt empfindliche Materialien angreift. Unverdünnte Essigessenz kann auf Edelstahl den Glanz trüben und auf Aluminiumteilen Korrosion verursachen. Bei Kunststoffablagen reicht die Mischung mit anschließendem Nachwischen.
Die Türdichtung wird oft übersehen, obwohl sie Krümel und Feuchtigkeit sammelt. Reinigen Sie die Falze mit einem feuchten Tuch und Spülmittel. Wenn die Dichtung porös ist oder sich Schimmel nicht mehr entfernen lässt, ersetzen Sie sie. Eine undichte Dichtung lässt zusätzlich Feuchtigkeit ins Gerät, was die Geruchsbildung fördert.
Kondenswasserablauf prüfen und reinigen
Viele Kühlschränke haben an der Rückwand innen eine kleine Rinne oder ein Loch, durch das Kondenswasser abläuft. Ist dieses Loch verstopft, bleibt das Wasser stehen, und die Ablagerungen fangen an zu faulen. Der Geruch ist dann modrig, obwohl der Innenraum sauber aussieht.
Das Ablaufloch sitzt meist mittig an der Rückwand über dem Gemüsefach. Prüfen Sie, ob Wasser darin steht. Zum Reinigen führen Sie ein Wattestäbchen oder eine Pfeifenreiniger-Bürste vorsichtig ein und ziehen den Schmutz heraus. Danach spülen Sie den Ablauf mit lauwarmem Wasser durch. Fließt das Wasser jetzt ab, war die Verstopfung die Ursache. Bei hartnäckigen Ablagerungen lassen Sie etwas warmes Wasser mit Spülmittel kurz einwirken und spülen danach nach.
Geruchsbinder richtig einsetzen
Erst wenn der Kühlschrank sauber und trocken ist, sind Geruchsbinder sinnvoll. Natron, Aktivkohle oder Kaffeepulver in einer offenen Schale können leichte Gerüche aufnehmen. Sie ersetzen aber keine Reinigung. Solange die Ursache im Gerät bleibt, überdecken sie den Geruch nur oder binden einen Teil davon, ohne ihn zu beseitigen.
Aktivkohle bindet Geruchsstoffe gut, verbraucht sich dabei aber. Tauschen Sie sie nach den Herstellerangaben aus. Natron verliert seine Wirkung, sobald es durchfeuchtet. Kaffeepulver hat einen eigenen starken Geruch, der den Kühlschrankgeruch überdeckt, aber nicht neutralisiert. Achten Sie bei fertigen Geruchskissen darauf, dass sie für den Lebensmittelbereich geeignet sind, und lesen Sie die Anwendungshinweise auf der Verpackung.
Geruchsbildung vorbeugen
Am einfachsten beugen Sie vor, indem Sie Lebensmittel so lagern, dass sie nicht riechen können. Pappverpackungen nehmen Feuchtigkeit und Gerüche auf und geben sie später wieder ab. Füllen Sie angebrochene Lebensmittel in gut verschließbare Dosen aus Kunststoff oder Glas um. Fleisch und Fisch legen Sie auf einen Teller oder in eine Schale mit Rand, damit kein Saft ausläuft.
Kontrollieren Sie den Inhalt regelmäßig. Ein wöchentlicher Blick auf Obst, Gemüse und Reste reicht, um vergessene Lebensmittel zu erwischen, bevor sie riechen. Verschüttete Flüssigkeiten wischen Sie sofort auf. Wenn Sie den Kühlschrank ohnehin reinigen, prüfen Sie gleich den Ablauf mit. So bleibt der Geruch dauerhaft weg, ohne dass Sie ständig zu Geruchsbindern greifen müssen.