Für die erste eigene Wohnung müssen Sie nicht sofort alle Haushaltsgeräte kaufen. Prüfen Sie zuerst, was schon vorhanden ist, welche Anschlüsse es gibt und wie viel Platz Sie haben. Richten Sie die Auswahl danach, wie Sie wohnen und leben. Ein Kühlschrank ist für viele Haushalte nötig, ein Trockner oft nicht.
Vergleichen Sie neben dem Kaufpreis auch den Strom- und Wasserverbrauch. Das EU-Energielabel zeigt je nach Gerät den Jahresverbrauch oder den Verbrauch bei einem festgelegten Spül- oder Waschprogramm.
Prüfen Sie Geräte, Anschlüsse und Stellplätze
Fragen Sie vor dem Einkauf, ob Küche, Kochfeld, Kühlschrank oder Geschirrspüler mitvermietet werden. Klären Sie auch, ob es einen Waschmaschinenanschluss in der Wohnung oder einen gemeinschaftlichen Waschraum gibt. So vermeiden Sie Doppelkäufe und wissen, welche Geräte sich überhaupt anschließen lassen.
Messen Sie Stellplätze, Türöffnungen und den Transportweg vom Hauseingang bis zur Wohnung aus. Messen Sie bei Waschmaschinen und Geschirrspülern auch Tiefe und Höhe, nicht nur die Breite. Prüfen Sie außerdem, ob Wasser- und Stromanschlüsse dort liegen, wo das Gerät stehen soll.
Welche Haushaltsgeräte brauchen Sie?
Ein Kühlschrank gehört für viele zum Grundbedarf. Wählen Sie seine Größe nach Ihrem Einkaufs- und Kochverhalten. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte ein nutzbares Volumen von 100 bis 150 Litern. Ein großes Gefrierfach lohnt sich vor allem, wenn Sie regelmäßig Lebensmittel einfrieren.
Eine eigene Waschmaschine brauchen Sie nur, wenn ein gemeinschaftlicher Waschraum nicht vorhanden ist oder nicht zu Ihrem Alltag passt. Für Einzelpersonen und Paare reichen laut Verbraucherzentrale meist 5 bis 6 Kilogramm Fassungsvermögen. Eine größere Trommel lohnt sich, wenn regelmäßig viel Wäsche anfällt und Sie sie füllen können.
Ein Geschirrspüler ist eine Frage von Platz und Nutzung. Schmale Geschirrspüler sind meist 45 Zentimeter breit und fassen etwa 8 bis 9 Maßgedecke. Ein Maßgedeck umfasst Geschirr und Besteck für eine Person. Modelle mit einer Breite von rund 60 Zentimetern sind für etwa 12 Maßgedecke ausgelegt. Das Fassungsvermögen sollte dazu passen, wie viel Geschirr anfällt und wie häufig Sie spülen. Ein voller Geschirrspüler kommt laut Verbraucherzentrale bei einem Spülgang mit weniger als 10 Litern Wasser aus.
Einen Wäschetrockner können Sie häufig zunächst weglassen. Prüfen Sie, ob Wäscheständer oder Trockenraum ausreichen. Wenn ein Trockner nötig ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale Wärmepumpengeräte gegenüber herkömmlichen Kondenstrocknern. Für ein bis zwei Personen reichen meist bis zu 7 Kilogramm Fassungsvermögen.
| Gerät | Vor dem Kauf klären |
|---|---|
| Kochfeld oder Herd | Ist ein Gerät vorhanden, und passt es zum Anschluss? |
| Kühlschrank | Wie viel Stauraum brauchen Sie, und nutzen Sie ein Gefrierfach? |
| Waschmaschine | Gibt es einen Waschraum, Anschluss und ausreichend Stellfläche? |
| Geschirrspüler | Läuft das Gerät regelmäßig voll, und ist Platz vorhanden? |
| Wäschetrockner | Reichen Wäscheständer oder Trockenraum im Alltag aus? |
Vergleichen Sie Verbrauch und Kosten
Achten Sie beim Energielabel nicht nur auf die Effizienzklasse. Die Skala reicht von A bis G, doch entscheidend für Ihre laufenden Kosten ist der konkrete Verbrauchswert. Bei Kühlschränken steht der Jahresverbrauch in Kilowattstunden auf dem Label. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern finden Sie Verbrauchswerte für standardisierte Eco-Programme. Vergleichen Sie nur Geräte derselben Art, denn die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Nutzungsarten.
Für eine grobe Stromkostenrechnung multiplizieren Sie den Verbrauch mit Ihrem Strompreis. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern rechnen Sie den Wert pro 100 Programme auf Ihre erwartete Zahl an Waschgängen oder Spülgängen im Jahr um. Ein Gerät mit niedrigem Verbrauch spart bei häufiger Nutzung mehr als bei seltenem Einsatz.
Berücksichtigen Sie auch Lautstärke, Wasserverbrauch und Programmdauer. Hinzu kommen die Kosten für Lieferung und Anschluss. Wasch- oder Spülmaschinen in der Nähe von Wohn- und Schlafräumen sollten leise genug für Ihre Wohnsituation sein. Ein kühler Platz ohne direkte Sonne und mit Abstand zu Herd oder Heizung hält den Stromverbrauch des Kühlschranks niedrig. Für den Kühlschrank nennt die Verbraucherzentrale 7 °C als geeignete Temperatur.
Wählen Sie zwischen neu und gebraucht
Ein gebrauchtes Gerät kostet beim Kauf weniger. Bei hohem Verbrauch schrumpft die Ersparnis mit der Zeit. Fragen Sie nach Alter und Zustand und prüfen Sie das Gerät, bevor Sie es übernehmen. Rechnen Sie Lieferung und Anschluss mit ein. Bei einem Kühlschrank lohnt sich außerdem ein Blick auf den tatsächlichen Stromverbrauch, besonders wenn das Gerät schon älter ist.
Ein funktionierendes Gerät muss nicht allein wegen eines neueren Modells ersetzt werden. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass eine Reparatur oft Rohstoffe und Energie spart, die sonst für die Herstellung eines Neugeräts gebraucht würden. Ob Reparatur oder Austausch sinnvoller ist, hängt unter anderem von Reparaturkosten, Verbrauch und voraussichtlicher Nutzungsdauer ab.
Wenn das Geld für die Erstausstattung knapp ist, prüfen Sie beim zuständigen Jobcenter, ob Sie unter Ihren persönlichen Voraussetzungen eine einmalige Leistung erhalten können. Anspruch und Höhe richten sich nach der individuellen Situation.