Wenn Sie eine Waschmaschine, einen Kühlschrank oder einen Geschirrspüler kaufen, achten Sie auf passende Maße, Ihren Bedarf und die Gesamtkosten. Rechnen Sie neben dem Kaufpreis auch Stromkosten, Lieferung und Anschluss ein.
Vergleichen Sie das genaue Modell und den Gesamtpreis. Ein günstiges Gerät kann im Betrieb hohe Kosten verursachen. Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch bessere Qualität oder längere Haltbarkeit.
Bedarf und Maße zuerst klären
Messen Sie den Stellplatz, Türen und den Weg bis zum Aufstellort aus, bevor Sie nach Angeboten suchen. Prüfen Sie auch, wo Anschlüsse liegen und ob das Gerät eingebaut oder freistehend sein soll. Bei einem Einbaugerät müssen Maße und Befestigung zur vorhandenen Küche passen.
Wählen Sie Fassungsvermögen und Gerätegröße passend zu Ihrem Haushalt und Ihrer Nutzung. Eine große Waschmaschine lohnt sich beispielsweise nur, wenn Sie regelmäßig größere Wäschemengen waschen. Bei Kühlgeräten sollten Sie überlegen, ob Sie tatsächlich ein Gefrierfach oder ein besonders großes Modell brauchen. Zusätzliche Funktionen sind nur dann ein Vorteil, wenn Sie sie nutzen.
Energielabel richtig vergleichen
Achten Sie auf den konkreten Verbrauchswert und nicht nur auf die Effizienzklasse. Bei Waschmaschinen gilt die Skala von A bis G seit dem 1. März 2021. Das Label nennt unter anderem den Stromverbrauch für 100 Waschgänge im Programm Eco 40–60, den Wasserverbrauch je Waschgang, die Füllmenge und die Programmdauer. Mit diesen Werten können Sie passende Modelle vergleichen. Sie zeigen aber nicht, wie viel Energie und Wasser Ihr Haushalt tatsächlich verbraucht.
Bei Kühlschränken vergleichen Sie den jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden und die Größe des Geräts. Ein großer Kühlschrank verbraucht auch bei guter Effizienzklasse unter Umständen mehr Strom als ein kleineres Modell. Über den QR-Code auf dem Energielabel gelangen Sie zu weiteren Produktangaben in der europäischen Produktdatenbank EPREL. Prüfen Sie dort die vollständige Modellnummer, denn ähnlich benannte Varianten können unterschiedliche Ausstattung haben.
Für eine grobe Rechnung verwenden Sie Ihren eigenen Strompreis:
- Kühlschrank: jährlicher Verbrauch in Kilowattstunden × Strompreis pro Kilowattstunde × geplante Nutzungsjahre
- Waschmaschine: Verbrauch pro 100 Waschgänge × Waschgänge pro Jahr ÷ 100 × Strompreis × geplante Nutzungsjahre
Bei Waschmaschinen kommen Wasser- und Abwasserkosten hinzu. Die Werte auf dem Label beruhen auf festgelegten Prüfbedingungen. Ihre tatsächlichen Kosten hängen unter anderem davon ab, wie häufig und mit welchen Programmen Sie waschen.
Den Endpreis prüfen
Addieren Sie den Gerätepreis, die Lieferung bis zum Aufstellort, den Anschluss oder Einbau und nötiges Zubehör. Solche Leistungen sind nicht automatisch im Angebot enthalten. Prüfen Sie die Angaben im Warenkorb, bevor Sie bestellen. Bei einem Ersatzgerät sollten Sie auch klären, ob der Händler das Altgerät mitnimmt und ob dafür eine Buchung nötig ist.
Vergleichen Sie Angebote anhand der vollständigen Modellnummer und des Endpreises. Bei beworbenen Preisermäßigungen müssen Händler grundsätzlich den niedrigsten Preis der vorherigen 30 Tage nennen. Für bestimmte Rabatte gelten Ausnahmen. Damit können Sie die Rabattwerbung prüfen. Ob ein anderer Händler dasselbe Modell günstiger anbietet, sehen Sie daran nicht. Einen Monat oder Aktionstag, der bei allen Gerätearten zuverlässig die niedrigsten Preise bringt, gibt es nicht.
Kaufpreis und Betriebskosten vergleichen
Ein niedriger Kaufpreis kann durch hohe Stromkosten über die Jahre aufgezehrt werden. Berücksichtigen Sie deshalb den Stromverbrauch zusammen mit der Gerätegröße und Ihrer Nutzung.
Auch der Preis allein sagt wenig über die Qualität aus. Bei Waschmaschinen fand die Stiftung Warentest keinen eindeutigen allgemeinen Zusammenhang zwischen Kaufpreis und Qualität. In einem konkreten Dauertest bestanden allerdings nur Geräte über 490 Euro fehlerfrei. Daraus lässt sich keine allgemeine Mindestgrenze ableiten. Lesen Sie unabhängige Produkttests zum genauen Modell und prüfen Sie, welche Eigenschaften getestet wurden. Ein Markenname allein sagt wenig über die Qualität aus.
Gebrauchtgeräte sorgfältig prüfen
Ein gebrauchtes oder wiederaufbereitetes Gerät kann den Kaufpreis senken. Lassen Sie sich den Zustand konkret beschreiben und fragen Sie nach Alter, Funktionstest, sichtbaren Schäden und vorhandenem Zubehör. Bei wiederaufbereiteter Ware sollte der Anbieter erklären, was eine Angabe wie „wie neu“ bedeutet und ob Teile ersetzt wurden.
Prüfen Sie außerdem Rückgaberegeln und Garantiebedingungen, bevor Sie bezahlen. Die Bezeichnung „wiederaufbereitet“ allein sagt nicht aus, welche technische Prüfung stattgefunden hat. Bei einem auffällig niedrigen Onlinepreis sollten Sie auch den Händler kontrollieren. Fehlendes Impressum, eine ungewöhnliche Internetadresse oder ausschließliche Vorkasse sind Warnzeichen; mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen lässt sich der Shop zusätzlich prüfen.
Reparatur und Altgerät einplanen
Wenn ein vorhandenes Gerät noch repariert werden kann, vergleichen Sie Reparaturkosten und erwartete Betriebskosten mit dem Preis eines Ersatzgeräts. Seit dem 31. Juli 2026 gelten in Deutschland neue Regelungen zum Recht auf Reparatur. Sie betreffen unter anderem Waschmaschinen, Geschirrspüler, Wäschetrockner und Kühlgeräte, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei einem Mangel innerhalb der ersten zwei Jahre kann eine Reparatur statt einer Neulieferung die Gewährleistungsfrist auf drei Jahre verlängern. Das bedeutet nicht, dass jedes Gerät kostenlos und unabhängig vom Schaden repariert werden muss.
Klären Sie die Altgerätemitnahme vor dem Kaufabschluss. Für bestimmte Elektrogeräte müssen Versandhändler eine kostenlose Abholung im Privathaushalt anbieten, darunter Kühl- und Gefriergeräte sowie Geräte mit einer Kantenlänge von mehr als 50 Zentimetern. Prüfen Sie, ob die Abholung für Ihr Altgerät im Auftrag eingetragen ist und welche Vorbereitung der Händler verlangt.
Vor der Bestellung prüfen
- Passen Maße, Anschlüsse und Fassungsvermögen zu Ihrem Haushalt?
- Haben Sie die vollständige Modellnummer und den Verbrauch verglichen?
- Sind Lieferung, Anschluss und notwendiges Zubehör im Endpreis enthalten?
- Sind Rückgabe, Garantie und Altgerätemitnahme geklärt?