Wenn das Geld kaum bis zum nächsten Zahlungstermin reicht, listen Sie zuerst auf, welche Einnahmen noch kommen, welche Rechnungen fällig sind und welche Ausgaben für Essen, Fahrten und Gesundheit nötig sind. Ein Haushaltsplan zeigt, wo Geld fehlt, gleicht ein dauerhaft zu niedriges Einkommen aber nicht aus.
Sichern Sie zuerst Wohnung und Grundversorgung. Prüfen Sie, welche Rechnungen warten können. Suchen Sie außerdem nach Möglichkeiten, Kosten zu senken, und klären Sie, ob Sie Anspruch auf Unterstützung haben. So vermeiden Sie teure Entscheidungen unter Zeitdruck.
Erst die wichtigsten Kosten sichern
Reichen die verfügbaren Mittel nicht für alle Rechnungen, ordnen Sie diese danach, was passiert, wenn Sie nicht zahlen. Miete, Energie und Lebensmittel stehen im Vordergrund. Planen Sie notwendige Gesundheitsausgaben ebenfalls ein. Eine besonders dringende Mahnung sagt nicht unbedingt, welche Rechnung zuerst bezahlt werden muss.
Bei einem akuten Engpass hilft diese Reihenfolge als Orientierung:
- Miete und notwendige Wohnkosten
- Strom, Heizung und andere unverzichtbare Versorgung
- Lebensmittel und notwendige Ausgaben für Gesundheit
- Weitere Rechnungen, geordnet nach den Folgen, die eine verspätete Zahlung hätte
Verschieben Sie Miet- oder Energierechnungen nicht stillschweigend. Mietrückstände können das Wohnverhältnis gefährden, offene Energierechnungen zu einer Sperre führen. Wenn eine Zahlung nicht klappt, melden Sie sich früh beim Vermieter oder Versorger und bitten Sie um eine konkrete Vereinbarung. Bei Krediten für eine Immobilie gelten eigene Risiken; holen Sie dazu früh Beratung ein.
Einnahmen und Ausgaben aufschreiben
Beim Kassensturz halten Sie fest, welches Geld eingeht und wofür Sie es ausgeben. Notieren Sie Ihre verlässlichen Einnahmen, festen Abbuchungen und Zahlungstermine. Rechnen Sie jährliche oder vierteljährliche Rechnungen auf einen Monatsbetrag um. Tragen Sie danach wechselnde Ausgaben wie Einkäufe und Fahrten ein.
Kontoauszüge und Belege helfen, vergessene Abbuchungen zu finden. Prüfen Sie die Übersicht regelmäßig, zum Beispiel einmal pro Woche, und vergleichen Sie am Monatsende Einnahmen und Ausgaben. Verteilen Sie das Geld, das nach den festen Kosten übrig bleibt, bei Bedarf auf die Wochen bis zum nächsten Geldeingang. So behalten Sie den Überblick und können das verfügbare Geld einteilen; eine finanzielle Reserve entsteht dadurch nicht.
Wenn die festen Kosten fast das gesamte Einkommen aufbrauchen, liegt die Lücke womöglich nicht bei kleinen Alltagsausgaben. Dann lohnt es sich besonders, mögliche Unterstützungsleistungen und größere regelmäßige Kosten zu prüfen.
Einkäufe besser planen
Prüfen Sie vor dem Einkauf, was noch im Vorrat ist, und planen Sie Mahlzeiten für mehrere Tage. Eine Einkaufsliste hilft, unnötige Besorgungen zu vermeiden. Zutaten, die sich in mehreren Gerichten verwenden lassen, verringern Reste. Leitungswasser, saisonales Obst und Gemüse sowie selbst zubereitete Mahlzeiten können ebenfalls beim Planen helfen.
Vergleichen Sie den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Eine große Packung oder ein Angebot ist nur dann günstiger, wenn Sie die Menge tatsächlich verbrauchen. Kaufen Sie reduzierte Ware mit kurzer Haltbarkeit nur, wenn sie rechtzeitig auf den Tisch kommt. Eigenmarken können eine günstigere Alternative sein; vergleichen Sie dabei Produkt und Menge. Ein festgelegter Wochenbetrag für Lebensmittel kann beim Überblick helfen, sollte aber zu Ihrem Haushalt passen.
Laufende Kosten vorsichtig prüfen
Sehen Sie Kontoauszüge und Vertragsunterlagen auf Abos, Mitgliedschaften und regelmäßige Abbuchungen durch. Prüfen Sie, ob Sie einen Dienst noch nutzen und ob ein Anbieterwechsel die Kosten senkt. Kündigen Sie Versicherungen oder langfristige Verträge nicht überstürzt: Dabei kann wichtiger Schutz verloren gehen, und eine Kündigung der Altersvorsorge kann Nachteile haben. Fragen Sie vor einer Entscheidung nach Alternativen wie einer Beitragsfreistellung oder Stundung.
Bei einer hohen Strom- oder Gasrechnung kontrollieren Sie Zählernummer, Zählerstand, Preis und verbuchte Zahlungen. Achten Sie darauf, ob der Verbrauch geschätzt wurde. Ein regelmäßig abgelesener Zählerstand hilft, Abweichungen früher zu erkennen. Passen die Abschläge nicht zum tatsächlichen Verbrauch, sprechen Sie den Versorger darauf an.
Können Sie eine Nachzahlung nicht auf einmal begleichen, fragen Sie nach Ratenzahlung. Die Rate muss zusätzlich zu den laufenden Abschlägen tragbar sein. Lassen Sie sich klar aufschlüsseln, welcher Betrag für die aktuelle Versorgung und welcher für die alte Forderung bestimmt ist. Bei einer drohenden Strom- oder Gassperre sollten Sie sofort Kontakt aufnehmen und Beratung suchen. Für bestimmte Fälle in der Grundversorgung gelten besondere Regeln für Ratenzahlungen; sie gelten nicht automatisch für jeden Vertrag. Ein Stromspar-Check vor Ort bietet Haushalten mit geringem Einkommen außerdem kostenfreie Beratung und praktische Hilfe. Fragen Sie nach, welche Angebote es bei Ihnen gibt.
Unterstützung rechtzeitig prüfen
Wohngeld ist ein Zuschuss zu Mietkosten oder zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums. Ob Sie Anspruch haben, hängt unter anderem von Einkommen, Haushaltsgröße und Wohnkosten ab. Sie müssen es beantragen. Es wird grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, nicht rückwirkend. Wer bereits Leistungen erhält, die Wohnkosten abdecken, bekommt normalerweise nicht zusätzlich Wohngeld.
Für Familien kann der Kinderzuschlag infrage kommen, wenn das Einkommen den eigenen Lebensunterhalt deckt, für den Bedarf der ganzen Familie aber nicht reicht. Wer Kinderzuschlag oder Wohngeld erhält, sollte außerdem prüfen, ob Leistungen für Bildung und Teilhabe möglich sind. Dazu gehören je nach Voraussetzungen zum Beispiel Hilfen für schulische Bedarfe oder die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben.
Bei einer hohen Heizkostennachzahlung sollten Sie sich rasch an das Jobcenter oder Sozialamt wenden und eine mögliche Unterstützung prüfen lassen. Für diesen konkreten Fall zählt der Monat, in dem die Nachforderung eingeht: Der Antrag muss noch in diesem Monat gestellt werden. Ansprüche und Zuständigkeiten hängen von Ihrer Situation ab. Eine Beratungsstelle kann Ihnen helfen, passende Leistungen zu finden.
Teure Überbrückung vermeiden
Ein Dispokredit, ein teurer Kurzzeitkredit oder ein Kauf auf Raten bringt kurzfristig Geld, erhöht aber Ihre späteren Ausgaben. Wenn Sie eine Kreditrate nur bezahlen können, indem Miete, Energie oder Lebensmittel ausfallen, reicht eine weitere Kreditaufnahme als Lösung nicht aus. Wenden Sie sich an eine anerkannte Schuldnerberatung. Fragen Sie bei der Beratungsstelle vorab, ob das Angebot für Sie kostenfrei ist.
Auch bei einem Zahlungsplan zählt, ob neben der vereinbarten Rate noch Geld für die laufenden Rechnungen bleibt. Stimmen Sie keiner Rate zu, die Sie voraussichtlich nicht einhalten können. Je früher Sie Gläubiger oder Versorger informieren, desto eher lässt sich eine Lösung besprechen, die Sie bezahlen können.
