Schweiß, Hautschuppen, Körperfette und verschüttete Flüssigkeiten dringen in die Matratze ein. Diese Rückstände verursachen mit der Zeit unangenehme Gerüche.
Trockene Methoden entfernen die Gerüche: Matratze gründlich absaugen, lüften und mit Hausmitteln behandeln, die keine Feuchtigkeit ins Innere bringen. Nasse Reinigung lässt Wasser in den Kern eindringen. Dort trocknet es langsam und begünstigt Schimmelbildung.
Warum Trockenreinigung besser ist
Wasser ist der größte Feind einer Matratze. Wenn Sie eine Matratze nass reinigen, dringt die Flüssigkeit in den Schaumstoff, die Federkerne oder die Naturfüllung ein. Je nach Material dauert das vollständige Trocknen mehrere Stunden bis zu einigen Tagen. In dieser Zeit bleibt die Feuchtigkeit im Inneren. Genau das ist die ideale Umgebung für Schimmelpilze und Milben. Sie verstärken vorhandene Gerüche und können bei empfindlichen Personen Atemwegsreizungen auslösen.
Trockene Methoden vermeiden dieses Problem. Sie entfernen Staub, Hautschuppen und lose Partikel von der Oberfläche und binden Gerüche, ohne neue Feuchtigkeit einzubringen. Die Regel ist: Entfernen Sie nur so viel Feuchtigkeit, wie schon vorhanden ist, und bringen Sie keine zusätzliche hinein.
Die Matratze gründlich absaugen
Saugen Sie zuerst die gesamte Matratzenoberfläche ab. Nutzen Sie dafür den Polsteraufsatz Ihres Staubsaugers. Er schont die Oberfläche und saugt trotzdem gründlich. Gehen Sie langsam über die ganze Fläche und lassen Sie keinen Bereich aus. Besonders wichtig sind die Kanten und Nähte. Dort sammeln sich Hautschuppen und Staub, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.
Saugen Sie auch die Seitenflächen der Matratze ab. Viele vergessen diese Bereiche, obwohl sie beim Sitzen auf der Bettkante ebenfalls Schweiß und Hautpartikel aufnehmen. Wenn Ihre Matratze einen abnehmbaren Bezug hat, waschen Sie ihn separat nach den Pflegehinweisen des Herstellers. Der Bezug verträgt meist hohe Waschtemperaturen. Das tötet Milben und Bakterien zuverlässig ab.
Mit Backpulver Gerüche binden
Backpulver oder Natron ist das bewährteste Hausmittel gegen Matratzengerüche. Es bindet Geruchsmoleküle an seiner Oberfläche und neutralisiert sie. So gehen Sie vor: Streuen Sie eine dünne, gleichmäßige Schicht Backpulver auf die ganze Matratzenoberfläche. Lassen Sie das Pulver mehrere Stunden einwirken, idealerweise über Nacht. Danach saugen Sie es gründlich wieder ab.
Backpulver wirkt nur an der Oberfläche. Es überdeckt Gerüche vorübergehend und bindet einen Teil der Geruchsmoleküle. Die Ursache beseitigt es nicht. Wenn Schweiß oder andere Flüssigkeiten tief in die Matratze eingedrungen sind, holt das Pulver diese Rückstände nicht heraus. Der frische Duft nach der Behandlung kann ein falsches Gefühl von Sauberkeit vermitteln. Für die regelmäßige Auffrischung ist Backpulver trotzdem sinnvoll, solange Sie wissen, dass es nur oberflächlich wirkt und keine Tiefenreinigung ersetzt.
Lüften und Feuchtigkeit erkennen
Regelmäßiges Lüften ist die einfachste und wirksamste Maßnahme gegen Feuchtigkeit in der Matratze. Schlagen Sie das Bettzeug morgens zurück und stoßlüften Sie das Schlafzimmer für einige Minuten. So entweicht die Feuchtigkeit, die Ihr Körper über Nacht abgegeben hat, aus der Matratze.
Mindestens zwei- bis viermal im Jahr sollten Sie die Matratze ganz auslüften. Stellen Sie sie dafür aufrecht an einen gut belüfteten Ort, idealerweise ans offene Fenster. Drehen Sie die Matratze dabei, damit beide Seiten an die Luft kommen. Bei starker Sonne sollten Sie sie nicht zu lange draußen lassen, denn UV-Strahlung greift das Material an und bleicht es aus.
Achten Sie beim Lüften auf Zeichen von Feuchtigkeitsproblemen. Dunkle Flecken, muffiger Geruch oder eine Stelle, die sich kühl und feucht anfühlt: Das zeigt, dass bereits Feuchtigkeit eingedrungen ist. In diesem Fall reicht Lüften allein nicht aus. Die feuchte Stelle muss zuerst ganz austrocknen, bevor Sie die Matratze wieder benutzen. Wenn der muffige Geruch auch nach mehreren Tagen Lüften nicht verschwindet, ist die Matratze wahrscheinlich von innen befallen. Dann sollten Sie sie ersetzen.
Wann Sie die Matratze ersetzen sollten
Trockene Reinigungsmethoden haben ihre Grenzen. Wenn eine Matratze über Jahre stark durchgeschwitzt wurde oder Flüssigkeiten wie Urin oder Erbrochenes tief eingedrungen sind, lässt sich der Geruch von außen nicht mehr entfernen. Die organischen Rückstände zersetzen sich im Inneren weiter und erzeugen dauerhaft unangenehme Gerüche. In solchen Fällen helfen weder Backpulver noch intensives Lüften.
Auch sichtbarer Schimmel ist ein klares Zeichen, dass die Matratze entsorgt werden muss. Schimmelsporen verteilen sich im ganzen Material und sind ein Gesundheitsrisiko, das keine Reinigungsmethode zuverlässig beseitigt. Als Faustregel gilt: Wenn eine Matratze nach gründlicher Trockenreinigung und ausreichendem Lüften immer noch riecht oder Feuchtigkeitsflecken zeigt, gehört sie auf den Sperrmüll. Eine neue Matratze ist dann die sicherere und auf Dauer günstigere Lösung.