Ein Notvorrat für zehn Tage hält Ihren Haushalt am Laufen, wenn Einkaufen ausfällt – bei Hochwasser, Sturm, Stromausfall oder Lieferengpässen. Die Menge berechnen Sie so: Tagesbedarf pro Person × 10 Tage × Personenzahl. Dazu kommen Medikamente, Hygieneartikel und Tierfutter. Der Vorrat besteht aus dem, was die Familie ohnehin isst und trinkt.
Warum ein Zehn-Tage-Vorrat sinnvoll ist
Ein Vorrat macht Sie unabhängig, wenn der Weg zum Supermarkt versperrt ist. Hochwasser und starker Schneefall machen Straßen unpassierbar, ein schwerer Sturm legt den Verkehr lahm. Bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren Kassen und Kühlregale nicht, und bei Lieferengpässen bleiben die Regale zeitweise leer. Auch wenn jemand im Haushalt plötzlich krank wird, kann der Einkauf ausfallen.
Sie brauchen keine speziellen Notrationen. Der Vorrat sollte aus dem bestehen, was Ihre Familie ohnehin isst und trinkt, nur in haltbarer Form und in größerer Menge. So müssen Sie im Notfall keine ungewohnten Lebensmittel essen, die niemand mag.
Wasserbedarf zuerst berechnen
Wasser hat Vorrang, weil der Körper es am dringendsten braucht. Planen Sie den Wasserbedarf pro Person für drei Zwecke: Trinken, Kochen und Körperpflege.
Um eine realistische Menge zu finden, messen Sie Ihren eigenen Verbrauch. Trinken Sie eine Woche lang wie gewohnt und notieren Sie, wie viel Sie täglich trinken. Zählen Sie auch das Wasser für Kaffee und Tee, das Wasser zum Kochen von Nudeln oder Reis und ein wenig Wasser für Waschen und Zähneputzen dazu. Multiplizieren Sie die Summe mit zehn Tagen und mit der Zahl der Personen im Haushalt.
Konkrete offizielle Richtwerte pro Person und Tag finden Sie zum Beispiel beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Rechnen Sie großzügig, denn an heißen Tagen oder bei körperlicher Arbeit steigt der Bedarf. Lagern Sie das Wasser in sauberen, dicht verschließbaren Behältern aus lebensmittelechtem Kunststoff oder Glas. Leere Getränkeflaschen aus dem Haushalt eignen sich, wenn Sie sie gründlich ausspülen. Ersetzen Sie gelagertes Wasser regelmäßig durch frisches.
Haltbare Lebensmittel wählen
Planen Sie die Mahlzeiten, die Ihre Familie in zehn Tagen normalerweise isst, und kaufen Sie haltbare Alternativen dazu. Wenn Sie wissen, was Sie an einem normalen Tag frühstücken, zu Mittag und zu Abend essen, multiplizieren Sie das mit zehn. So haben Sie einen Vorrat, der zu dem passt, was Sie gewöhnlich essen, und nicht ungenutzt in der Ecke steht.
Wählen Sie Lebensmittel mit langer Haltbarkeit, die ohne Kühlung auskommen: Konserven, getrocknete Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis, Haferflocken, Mehl, Zucker, Salz, Öl, Nüsse und haltbare Milch. Achten Sie darauf, dass Sie die Speisen auch ohne Strom zubereiten können. Wenn der Herd ausfällt, helfen ein Campingkocher, ein Gaskocher oder kalt verzehrbare Konserven. Ein Kocher oder offenes Feuer ist nur im Freien oder bei guter Belüftung sicher.
Der Energiebedarf ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit körperlich anstrengender Arbeit brauchen unterschiedliche Mengen. Planen Sie pro Person nach dem tatsächlichen Bedarf und nicht nach einer pauschalen Zahl.
Medikamente und Hygiene einplanen
Zum Vorrat gehört mehr als Essen und Trinken. Denken Sie an Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, und klären Sie, ob sie gekühlt gelagert werden müssen. Bei einem Stromausfall fällt der Kühlschrank aus, und Medikamente, die gekühlt werden müssen, werden dann zum Problem. Fragen Sie in Ihrer Apotheke oder bei Ihrem Arzt, ob Sie einen kleinen Vorrat anlegen dürfen.
Hygieneartikel gehören ebenfalls dazu: Toilettenpapier, Seife, Zahnpasta, Zahnbürsten, Damenhygiene und Windeln, wenn ein Baby im Haushalt lebt. Für Haustiere planen Sie Futter und Wasser für dieselben zehn Tage ein. Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten brauchen passende Ersatzprodukte, damit der Vorrat im Ernstfall tatsächlich nutzbar ist.
Vorrat lagern und pflegen
Ein Vorrat hilft nur, wenn er im Ernstfall noch genießbar ist. Lagern Sie Lebensmittel kühl, trocken und dunkel, damit sie länger halten. Beschriften Sie Behälter mit dem Kaufdatum, damit Sie wissen, was zuerst verbraucht werden muss.
Nutzen Sie den Vorrat im Alltag: Verbrauchen Sie ältere Produkte zuerst und ersetzen Sie sie durch neue. So bleibt der Vorrat frisch, und Sie müssen nichts wegwerfen. Kontrollieren Sie regelmäßig das Mindesthaltbarkeitsdatum und ersetzen Sie Wasser in größeren Abständen durch frisches. Ein fester Termin, etwa zweimal im Jahr, erinnert Sie daran, den Vorrat zu pflegen.