Langsam ablaufendes Wasser oder übler Geruch aus dem Abfluss entstehen durch Ablagerungen im Rohr. In der Küche sind das vor allem Fett und Essensreste, im Bad Seifenreste, Pflegeprodukte und Haare. Sie brauchen dafür keine chemischen Rohrreiniger und keinen Klempner. Natron und Essig beseitigen die meisten Verstopfungen und Gerüche und schonen dabei Umwelt und Rohre.
Warum der Abfluss verstopft und stinkt
Die Ablagerungen im Abfluss entstehen nach und nach. Fett aus der Küche verklebt mit Essensresten zu einer zähen Masse. Im Bad sammeln sich Haare, die sich mit Seifenresten zu einem Filz verbinden. Solange das Wasser noch abläuft, bemerken Sie das Problem kaum. Erst wenn die Ablagerungen das Rohr weitgehend verschließen, staut sich das Wasser. Der Geruch entsteht, wenn Bakterien die organischen Reste zersetzen. Die fauligen Gase steigen dann durch den Abfluss nach oben.
So reinigen Sie den Abfluss mit Natron und Essig
Die einfachste Methode gegen Verstopfungen und Gerüche ist eine Kombination aus Natron und Essig. Natron ist ein mildes Reinigungsmittel, das Fett löst. Essig greift Kalk und Seifenreste an. Die beiden Stoffe reagieren miteinander und lockern die Ablagerungen im Rohr.
So gehen Sie vor: Geben Sie eine großzügige Menge Natron direkt in den Abfluss. Gießen Sie anschließend Essig oder Essigessenz (konzentrierter Essig) darüber. Die Mischung schäumt auf und arbeitet sich durch die Ablagerungen. Lassen Sie das Gemisch einige Zeit einwirken, damit es die Verschmutzung löst. Spülen Sie danach mit heißem Wasser kräftig nach, um die gelösten Reste durchzuspülen.
Bei hartnäckigen Verstopfungen wiederholen Sie den Vorgang. Zitronensäure wirkt ähnlich wie Essig und eignet sich ebenfalls, besonders gegen Kalkablagerungen. Diese Hausmittel sind in fast jedem Haushalt vorhanden, kosten wenig und schaden den Rohren nicht.
Chemische Rohrreiniger und Rohrspirale vermeiden
Chemische Rohrreiniger aus dem Handel versprechen schnelle Hilfe, können aber das Gegenteil bewirken. Die aggressiven Substanzen greifen nicht nur die Ablagerungen an, sondern auch die Rohrwände und Dichtungen. In manchen Fällen setzen sie den Abfluss endgültig zu, weil sich die gelösten Reste weiter unten im Rohr wieder ablagern und dort verhärten. Wenn Sie später einen Klempner rufen müssen, erschweren die Chemikalienreste die Arbeit zusätzlich.
Auch eine Rohrspirale (eine lange Wendel, die Sie ins Rohr schieben) sollten Sie nur mit Vorsicht einsetzen. Sie kann Rohre und Dichtungen beschädigen, besonders bei älteren Installationen. Probieren Sie zuerst die milden Hausmittel aus. Nur wenn diese nach mehreren Versuchen keine Wirkung zeigen, ist eine Spirale oder ein Fachbetrieb sinnvoll.
Gerüche dauerhaft beseitigen
Ein einzelner Reinigungsgang beseitigt den Geruch, aber nicht die Ursache. Damit der Abfluss dauerhaft frisch bleibt, müssen Sie die Ablagerungen regelmäßig entfernen, bevor sie sich festsetzen. Eine wöchentliche Spülung mit heißem Wasser verhindert, dass Fett und Seife an den Rohrwänden haften bleiben. Einmal im Monat können Sie die Natron-Essig-Kur wiederholen, auch wenn das Wasser normal abläuft.
Achten Sie außerdem darauf, was Sie in den Abfluss geben. Fett aus der Pfanne gehört nicht in den Ausguss, sondern in den Restmüll. Im Bad sollten Sie Haare aus dem Sieb entfernen, bevor sie ins Rohr gespült werden. Ein Sieb oder Haarsieb im Abfluss fängt die meisten Haare ab und lässt sich leicht reinigen.