Viele Kühlschränke sind kälter eingestellt, als Lebensmittel es brauchen. Das kostet Strom und lässt Salat, Gurken oder Milchprodukte an der Rückwand anfrieren. Im mittleren Fach sollten etwa 5 Grad Celsius sein, im kältesten Bereich höchstens 4 Grad.
Die Anzeige am Gerät reicht zur Kontrolle nicht aus, denn sie zeigt bei vielen Modellen nur den eingestellten Wert. Ein Thermometer im Wasserglas auf der mittleren Ablage misst nach mehreren Stunden die tatsächliche Temperatur.
Frische, Frostschäden und Stromkosten
Die Temperatur im Kühlschrank entscheidet über die Haltbarkeit der Lebensmittel und über den Stromverbrauch. Liegt sie zu hoch, vermehren sich Bakterien schneller. Rohes Fleisch, Fisch und Milchprodukte verderben dann früher. Bei diesen Lebensmitteln entsteht daraus ein gesundheitliches Risiko.
Zu kalt schadet ebenfalls. Liegt die Temperatur an der Rückwand unter dem Gefrierpunkt, bekommen Salat, Gurken und Milchprodukte Frostschäden. Gleichzeitig arbeitet der Kompressor häufiger und verbraucht mehr Strom. Jedes Grad Celsius, das unnötig kälter eingestellt ist, erhöht den Verbrauch um etwa fünf Prozent. Weil der Kühlschrank das ganze Jahr über läuft, macht sich das auf der Stromrechnung bemerkbar.
Die Temperaturzonen im Kühlschrank
Die Kälte verteilt sich im Kühlschrank nicht gleichmäßig. Kalte Luft sinkt nach unten, warme steigt nach oben, und jede Türöffnung mischt die Schichten kurz durch. Deshalb nennen Ratgeber unterschiedliche Zielwerte für unterschiedliche Fächer.
Auf der obersten Ebene liegen etwa 7 Grad Celsius. Dort lagern Sie zubereitete Speisen, Joghurt und Milchprodukte. Im mittleren Bereich herrschen um die 5 Grad. Diesen Wert richten Sie die Grundeinstellung des Geräts aus. Der kälteste Bereich liegt meist direkt über dem Gemüsefach. Dort sollten höchstens etwa 4 Grad herrschen, und genau dort gehören sehr leicht verderbliche Lebensmittel hin: frischer Fisch, Hackfleisch und rohes Geflügel.
Die Türfächer sind die wärmste Zone. Sie eignen sich für Getränke, Soßen und andere Vorräte, die keine strenge Kälte brauchen. Das Gemüsefach arbeitet mit erhöhter Luftfeuchtigkeit; Salat und Gemüse bleiben dort länger knackig, auch wenn es etwas milder ist als in der Mitte.
Moderne Null-Grad-Fächer bilden eine Ausnahme. Sie kühlen ein eigenes Fach auf knapp über null Grad und regeln die Feuchtigkeit getrennt vom Hauptraum. Die Anzeige dieses Fachs sagt nichts über die Temperatur im übrigen Kühlschrank aus.
So messen Sie richtig
Für eine verlässliche Messung brauchen Sie ein Kühlschrankthermometer, also ein Thermometer, das niedrige Temperaturen anzeigt und in Flüssigkeit funktioniert. Legen Sie es in ein Glas mit Leitungswasser, stellen Sie das Glas auf die mittlere Ablage und schließen Sie die Tür. Lassen Sie das Glas mehrere Stunden stehen, am besten über Nacht, und lesen Sie dann den Wert ab.
Das Wasser gleicht kurze Temperaturschwankungen aus. Die Luft im Kühlschrank erwärmt sich bei jeder Türöffnung schnell, das Wasser reagiert träge und zeigt den Wert, der für die gelagerten Lebensmittel tatsächlich zählt. Messen Sie an mehreren Tagen und zu verschiedenen Uhrzeiten nach, denn der Kühlschrank kühlt in Abständen, und die Temperatur hängt von der Befüllung und der Türnutzung ab.
Wenn Ihr Thermometer nicht für Flüssigkeiten geeignet ist, stellen Sie es direkt neben das Glas auf dieselbe Ablage.
Häufige Messfehler vermeiden
Der Messort entscheidet, ob der gemessene Wert etwas taugt. Wer das Thermometer an die Rückwand hält, misst die kälteste Stelle des Geräts, oft nahe dem Gefrierpunkt. Dieser Wert gilt nicht für die mittleren Fächer. An der Tür ist es am wärmsten, und am Luftauslass bläst der kalte Luftstrom direkt auf das Thermometer. Beide Orte liefern Extremwerte, die für die Einstellung nichts hergeben.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Direkt nach dem Öffnen der Tür strömt warme Raumluft ein, und die Lufttemperatur weicht deutlich vom normalen Betrieb ab. Ein Thermometer, das in diesem Moment kurz abgelesen wird, zeigt keinen brauchbaren Wert. Die Messung im Wasserglas umgeht dieses Problem, weil das Wasser die Schwankung dämpft und die tatsächliche Lagertemperatur widerspiegelt.
Die eingebaute Anzeige ersetzt die Messung ebenfalls nicht. Sie zeigt bei den meisten Geräten nur den eingestellten Wert, nicht die Temperatur im Innenraum. Abweichungen entstehen durch Türöffnungen, die Befüllung und die Position der Lebensmittel im Gerät.
Temperatur anpassen und nachmessen
Steht der Messwert fest, passen Sie die Einstellung in kleinen Schritten an. Die Zahlen auf dem Drehregler haben keine einheitliche Bedeutung und stehen nicht bei jedem Gerät für dieselbe Temperatur. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf die Stufenanzeige. Messen Sie nach jeder Korrektur neu.
Nach dem Verstellen braucht der Kühlschrank Zeit, bis sich die neue Temperatur eingespielt hat. Warten Sie etwa 24 Stunden, bevor Sie den nächsten Wert ablesen. Wenn Lebensmittel an der Rückwand anfrieren, stellen Sie eine Stufe wärmer und messen Sie nach einem Tag erneut.
Auch die Befüllung und die Nutzung beeinflussen die Temperatur im Innenraum. Ein gut gefüllter Kühlschrank hält die Kälte länger, aber die Luft muss zirkulieren können. Lassen Sie die Lüftungsschlitze frei, schieben Sie keine Verpackungen direkt an die Rückwand und warten Sie, bis heiße Speisen abgekühlt sind, bevor Sie sie hineinstellen.
Strom sparen mit der richtigen Einstellung
Am meisten sparen Sie mit der richtigen Grundeinstellung. Wer die Temperatur um ein Grad erhöht, senkt den Verbrauch um etwa fünf Prozent. Prüfen Sie also zuerst den gemessenen Wert, bevor Sie über ein neues Gerät nachdenken.
Ob sich der Austausch eines alten Geräts lohnt, zeigt ein Strommessgerät. Messen Sie den Verbrauch eine Woche lang und rechnen Sie ihn auf ein Jahr hoch. Ein solches Messgerät können Sie zum Beispiel bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen ausleihen.
Moderne Kühlschränke verbrauchen bis zu 75 Prozent weniger Strom als vergleichbare Modelle vor 20 Jahren. Seit 2021 gilt das EU-Energielabel mit den Klassen A bis G. A steht für die effizientesten Geräte, G für die energieintensivsten; frühere A+++-Geräte finden sich heute oft in den Klassen B, C oder D wieder. Beim Kauf hilft neben dem Label die Verbrauchsangabe in Kilowattstunden pro Jahr. Je größer der Kühlschrank ist, desto höher fällt dieser Wert aus.