Beim Kauf von Putzmitteln zählt neben dem Packungspreis, wie viele Anwendungen Sie aus einer Packung bekommen und ob der Reiniger zum Schmutz und zur Oberfläche passt. Allzweckreiniger eignen sich für viele glatte Flächen. Sie entfernen aber keinen Kalk und nicht jede hartnäckige Verkrustung.
Wenige Grundmittel reichen meist für den Haushalt. Kaufen Sie Spezialreiniger nur bei konkretem Bedarf und prüfen Sie Dosierung und Materialhinweise.
Kosten pro Anwendung berechnen
Der Literpreis eignet sich für einen ersten Vergleich, zeigt aber nicht, was ein Reinigungseinsatz kostet. Rechnen Sie deshalb: Packungspreis geteilt durch die Zahl der Anwendungen laut Dosierung. Ist die Zahl nicht angegeben, teilen Sie die Packungsmenge durch die empfohlene Menge pro Anwendung. So sehen Sie, was ein Eimer Wischwasser oder ein Spülgang kostet.
Auch Konzentrate mit höherem Flaschenpreis kommen infrage. Für den Kostenvergleich zählt, wie viel Reiniger Sie laut Etikett pro Einsatz brauchen. Dosieren Sie genau nach Herstellerangabe: Zu viel Mittel kann Streifen hinterlassen und erhöht den Verbrauch.
Ältere Produkttests zeigen, wie stark die Kosten pro Anwendung auseinanderliegen. Stiftung Warentest nannte 2021 für Allzweckreiniger Kosten von 1 bis 9 Cent pro Fünf-Liter-Eimer; mehrere günstige Handelsmarken lagen bei 1 bis 2 Cent. Im Spülmitteltest von 2022 kosteten zwei ergiebige Konzentrate 69 Cent je 100 Spülgänge. Das waren die Testwerte zu diesem Zeitpunkt, keine aktuellen Ladenpreise. Sie zeigen, warum die Kosten pro Einsatz mehr aussagen als der Flaschenpreis.
Putzmittel nach Aufgabe auswählen
Ein kleines Sortiment reicht für viele Haushalte. Allzweckreiniger eignen sich für fettige Verschmutzungen auf glatten Flächen. Handspülmittel ist für Geschirr und fettige Rückstände gedacht. Gegen Kalk hilft ein saures Mittel; robuste Oberflächen lassen sich mit Scheuermittel reinigen. Welche Mittel Sie brauchen, hängt davon ab, welche Flächen Sie reinigen und welcher Schmutz dabei anfällt. Handspülmittel kann in manchen Fällen auch den Allzweckreiniger ersetzen.
Allzweckreiniger eignen sich für viele Aufgaben, reinigen aber nicht jede Verschmutzung gleich gut. Im Test von 2021 schnitten viele Produkte bei Fett und Staub gut ab, bei Kalk und bestimmten hartnäckigen Verschmutzungen jedoch schlechter. Kaufen Sie deshalb nicht für jedes Zimmer eine eigene Flasche, aber erwarten Sie auch nicht, dass ein einziges Mittel alles erledigt.
Reiniger passend zur Oberfläche wählen
Wählen Sie den Reiniger passend zum Material. Säurehaltige Mittel eignen sich gegen Kalk, greifen aber säureempfindliche Materialien wie Marmor an. Unbehandelte, geölte oder gewachste Holzböden brauchen eine andere Pflege als lackiertes Holz oder Laminat. Lesen Sie die Hinweise des Boden- oder Materialherstellers, bevor Sie ein Mittel verwenden. Bei Unsicherheit testen Sie es an einer unauffälligen Stelle.
Ein Spezialreiniger lohnt sich, wenn eine besondere Oberfläche ihn benötigt oder die Grundmittel ein bestimmtes Reinigungsproblem nicht lösen. Für übliche, wisch- und scheuerbeständige Flächen lohnt sich dagegen meist keine zusätzliche Flasche nur deshalb, weil sie für Küche, Bad oder Boden beworben wird.
Putzmittel-Fehlkäufe vermeiden
Desinfektionsreiniger sind für die normale Haushaltsreinigung meist nicht nötig. Bei einer ansteckenden Erkrankung fragen Sie ärztliches Fachpersonal, ob und wie Sie desinfizieren sollten. Auch stark ätzende Reiniger und chemische Abflussreiniger sind keine gute Wahl für die regelmäßige Reinigung.
Selbst gemischte Hausmittel sind nicht automatisch günstiger oder schonender. Bei eigenen Mischungen fehlt oft eine klare Dosierung, und Essigessenz kann ätzend wirken oder empfindliche Teile beschädigen. Vergleichen Sie daher gekaufte und selbst gemischte Mittel nach Anwendung, Verbrauch und Materialverträglichkeit statt allein nach dem Preis der Zutaten.
Auch das Werkzeug beeinflusst den Verbrauch. Einweichen und passende Bürsten oder Tücher lösen Schmutz oft mit weniger Reiniger. Auf glänzenden, polierten oder beschichteten Flächen können raue Schwämme und harte Tücher allerdings Kratzer verursachen.