Verdienen beide Partner:innen Geld, sollten gemeinsame Rechnungen, persönliche Ausgaben und Rücklagen im Budget Platz haben. Planen Sie mit dem Geld, das Ihnen regelmäßig nach Abzug von Steuern und Abgaben bleibt. Vereinbaren Sie, welche Kosten Sie gemeinsam tragen.
Ein gemeinsames Konto ist dafür nicht nötig. Legen Sie fest, wie viel jede Person beisteuert und wie viel sie für eigene Ausgaben behält.
Rechnen Sie mit sicheren Einnahmen
Notieren Sie, wie viel netto jeden Monat tatsächlich eingeht. Wenn Ihr Einkommen schwankt, planen Sie mit einem monatlichen Betrag, auf den Sie sich verlassen können. Bonuszahlungen oder Weihnachtsgeld sollten nicht für laufende Rechnungen wie Miete oder Strom fest eingeplant werden.
Trennen Sie außerdem regelmäßige Einnahmen von gelegentlichen Extras. So planen Sie laufende Ausgaben auch dann verlässlich, wenn eine Sonderzahlung ausbleibt.
Trennen Sie gemeinsame und persönliche Kosten
Legen Sie fest, welche Ausgaben aus dem gemeinsamen Budget bezahlt werden. Dazu gehören häufig Miete und Strom. Auch Internet und Lebensmittel werden oft daraus bezahlt. Kleidung, Hobbys oder persönliche Abonnements können privat bleiben.
Besprechen Sie ausdrücklich, wie Sie Urlaub, Restaurantbesuche, Haustierkosten und größere Anschaffungen behandeln. Wenn eine Ausgabe unklar zugeordnet ist, vereinbaren Sie vor dem Kauf, ob sie gemeinsam bezahlt wird.
Rechnen Sie Jahreskosten monatlich um
Versicherungen, Kfz-Steuer oder Wartung fallen oft nur einmal oder wenige Male im Jahr an. Teilen Sie solche planbaren Kosten durch zwölf und legen Sie jeden Monat diesen Betrag zurück. Eine Jahresrechnung von 600 Euro entspricht beispielsweise 50 Euro pro Monat.
Berücksichtigen Sie auch absehbare Ausgaben für Geschenke, Urlaub oder den Ersatz von Haushaltsgeräten. Damit kommen diese Rechnungen nicht überraschend zu den laufenden Kosten hinzu.
Wählen Sie eine faire Aufteilung
Bei einer hälftigen Aufteilung gemeinsamer Kosten zahlt jede Person gleich viel; das ist einfach, belastet bei stark unterschiedlichen Einkommen aber nicht beide gleich stark. Bei einer einkommensabhängigen Aufteilung zahlt jede Person entsprechend ihrem Anteil am gemeinsamen Nettoeinkommen.
Berechnen Sie zuerst, welchen Anteil jede Person am gemeinsamen Nettoeinkommen hat. Teilen Sie dann den vereinbarten Betrag für gemeinsame Kosten und Rücklagen im gleichen Verhältnis auf. Wie viel danach jeder Person auf dem eigenen Konto bleibt, hängt von den Einkommen und gemeinsamen Ausgaben ab.
Berechnen Sie Ihren gemeinsamen Monatsbetrag aus den tatsächlichen Kosten. Wenn Sie alle Einnahmen zusammenlegen möchten, können Sie nach den gemeinsamen Ausgaben auch gleiche Beträge für persönliche Ausgaben vereinbaren.
Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung neben den Gehältern auch unbezahlte Sorgearbeit. Teilzeit oder eine längere Babypause können Einkommen und spätere Rentenansprüche beeinflussen. Wenn Sie nur die Gehälter berücksichtigen, bleibt diese Arbeit außen vor. Vereinbaren Sie deshalb gemeinsam, was sich für Ihre Situation fair anfühlt.
Organisieren Sie die Zahlungen
Sie können mit getrennten Konten arbeiten und vereinbarte Beiträge für gemeinsame Rechnungen überweisen. Ein Haushaltskonto ist eine weitere Möglichkeit: Beide zahlen regelmäßig Geld darauf ein, und gemeinsame Rechnungen laufen darüber. Ein gemeinsames Budget setzt ein solches Konto nicht voraus.
Bei einem Gemeinschaftskonto können beide Kontoinhaber:innen von bestimmten Risiken betroffen sein, etwa wenn das Konto überzogen wird. Prüfen Sie die Bedingungen Ihrer Bank und wählen Sie eine Lösung, die zu Ihren Finanzen passt.
Prüfen Sie das Budget regelmäßig
Erfassen Sie einige Monate lang variable Ausgaben, etwa für Lebensmittel und Mobilität. Halten Sie auch Ihre Freizeitausgaben fest. Eine Tabelle genügt dafür; alternativ nutzen Sie ein Haushaltsbuch oder eine passende App. Am Monatsende sehen Sie, ob Ihre geplanten Beträge passen und ob genug Geld für die nächsten Jahresrechnungen zurückgelegt ist.
Wenn die Ausgaben regelmäßig höher ausfallen als geplant, passen Sie die Beträge an und prüfen Sie wiederkehrende Verträge. Ein Haushaltsbuch macht sichtbar, wohin das Geld fließt, schafft bei knappem Einkommen aber nicht automatisch zusätzlichen Spielraum. Rechnen Sie neu, wenn sich Gehalt, Wohnsituation oder familiäre Aufgaben ändern.