Dunkle, graue oder bräunliche Fliesenfugen in Bad und Küche haben drei Ursachen: Schmutzpartikel setzen sich in der porösen Oberfläche fest, Kalk lagert sich aus dem Wasser ab, und in feuchten Räumen siedelt sich zusätzlich Schimmel an. Regelmäßiges Putzen allein entfernt die Verfärbungen oft nicht. Mit der richtigen Methode und etwas Geduld werden die meisten Fugen wieder hell. Das Reinigungsmittel muss zum Verschmutzungstyp passen.

Warum Fugen dunkel werden

Fugenmörtel ist von Natur aus porös. Diese feinen Poren nehmen Wasser, Fett, Seifenreste und Staub auf, ähnlich wie ein Schwamm. Im Bad kommen Kalk und Seifenreste hinzu, die sich beim Trocknen als grauer oder weißlicher Belag absetzen. In der Küche lagern sich vor allem Fettspritzer und Speisereste ab, die mit der Zeit oxidieren und dunkle Flecken hinterlassen.

Schimmel ist ein eigener Fall: Er entsteht, wenn Feuchtigkeit über längere Zeit in der Fuge bleibt, etwa in der Dusche oder hinter der Spüle. Schimmel zeigt sich als schwarze oder grünliche Flecken, die oft fadenförmig wachsen. Wenn Sie solche Flecken sehen, müssen Sie anders vorgehen als bei reinem Schmutz, denn Schimmel braucht ein fungizides Mittel, um abzusterben.

Fuge prüfen und den richtigen Reiniger wählen

Bevor Sie mit dem Putzen beginnen, prüfen Sie zwei Dinge: den Zustand der Fuge und das Material der Fliesen. Ist die Fuge brüchig oder bröselt sie, hilft kein Reiniger. Dann müssen Sie sie auskratzen und neu verfugen. Bei intakten Fugen gilt: Beginnen Sie mit der mildesten Methode und steigern Sie die Intensität nur, wenn der Schmutz nicht verschwindet.

Achten Sie außerdem auf die Fliesenart: Naturstein wie Marmor oder Kalkstein reagiert empfindlich auf Säuren. Essig und Zitronensäure ätzen die Oberfläche an und hinterlassen matte Flecken. Bei Naturstein verwenden Sie ausschließlich neutrale Reiniger oder eine Paste aus Natron und Wasser. Bei Keramik- und Feinsteinzeugfliesen sind säurehaltige Mittel dagegen unproblematisch.

Hausmittel: Natron, Backpulver und Säuren

Die bewährteste Methode für normale Schmutzablagerungen ist eine Paste aus Natron und Wasser. Natron ist ein mildes Scheuermittel, das die Poren der Fuge öffnet und Schmutz mechanisch löst, ohne die Oberfläche anzugreifen. Rühren Sie Natron mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste an. Tragen Sie die Paste mit einem Pinsel oder einer alten Zahnbürste auf die Fugen auf. Lassen Sie sie zehn bis fünfzehn Minuten einwirken. Danach schrubben Sie mit der Bürste und spülen mit klarem Wasser nach.

Backpulver funktioniert ähnlich, ist aber etwas schwächer, weil es neben Natron auch Säure und Stärke enthält. Für leichte Verschmutzungen reicht Backpulver. Bei hartnäckigen Fällen nehmen Sie reines Natron, das Sie im Drogeriemarkt oder online bekommen.

Gegen Kalkablagerungen hilft Essig oder Zitronensäure. Säure löst Kalk chemisch auf. Mischen Sie Essig im Verhältnis eins zu drei mit Wasser oder lösen Sie einen Teelöffel Zitronensäurepulver in einem Liter Wasser auf. Tragen Sie die Lösung auf die Fugen auf, lassen Sie sie kurz einwirken und schrubben Sie dann. Wichtig: Spülen Sie die Fläche gründlich mit Wasser ab, denn Säurereste greifen auf Dauer die Fugenmasse an. Verwenden Sie Säuren nie auf Naturstein. Mischen Sie sie niemals mit Chlorreiniger, denn dabei entsteht giftiges Chlorgas.

Fugenbürste und Dampfreiniger

Wenn Hausmittel nicht ausreichen, liegt es oft daran, dass der Schmutz zu tief in den Poren sitzt. Dann hilft mechanische Arbeit: Eine Fugenbürste mit festen Borsten, die Sie im Baumarkt bekommen, erreicht die Fugen besser als ein Schwamm. Für feine Fugen eignet sich eine alte Zahnbürste, für große Flächen ein Fugenreiniger mit langem Stiel, der das Bücken erspart.

Ein Dampfreiniger ist die effektivste mechanische Methode. Der heiße Dampf löst Fett, Seifenreste und Kalk, ohne dass Sie Chemie benötigen. Führen Sie die Dampfdüse langsam entlang der Fugen und wischen Sie das gelöste Wasser sofort mit einem Tuch auf. Dampfreiniger funktionieren besonders gut in der Küche, wo Fett der Hauptverursacher ist. Achten Sie darauf, dass Ihre Fliesen und Fugen hitzebeständig sind; bei alten, brüchigen Fugen kann der Dampf den Mörtel weiter schädigen.

Chlorreiniger und Sauerstoffbleiche

Wenn Natron und Dampf nicht helfen, gibt es spezielle Fugenreiniger aus dem Drogeriemarkt. Diese enthalten meist Chlor oder Sauerstoffbleiche. Chlorreiniger entfernen Schimmel und bleichen dunkle Verfärbungen aus. Sauerstoffbleiche, oft als Pulver oder Creme erhältlich, bleicht ebenfalls, ist aber geruchsärmer und weniger aggressiv.

Tragen Sie den Reiniger direkt auf die Fuge auf, lassen Sie ihn nach Herstellerangabe einwirken und schrubben Sie anschließend. Bei Schimmelbefall wiederholen Sie die Behandlung nach einigen Tagen, denn die Sporen sitzen tief im Mörtel. Lüften Sie während der Arbeit gut und tragen Sie Handschuhe. Beachten Sie, dass Chlorreiniger farbige Fugen ausbleichen können; testen Sie das Mittel an einer unauffälligen Stelle.

Fett in der Küche, Kalk im Bad

Die Küche verlangt eine andere Strategie als das Bad. In der Küche dominieren Fett und Speisereste. Fett löst sich am besten mit warmem Wasser und Spülmittel, bevor Sie zu Scheuermitteln greifen. Mischen Sie einen Spritzer Spülmittel in warmes Wasser, wischen Sie die Fugen damit ab und behandeln Sie hartnäckige Stellen anschließend mit der Natronpaste.

Im Bad haben Sie es vor allem mit Kalk und Seifenresten zu tun. Hier wirken Säuren besser als Spülmittel. Für die Dusche und das Waschbecken eignet sich die Essig- oder Zitronensäurelösung. Wenn Sie zusätzlich Schimmel entdecken, behandeln Sie die betroffenen Stellen zuerst mit einem Schimmelentferner und entfernen Sie danach den Kalk.

Fugen trocken halten und versiegeln

Saubere Fugen bleiben länger sauber, wenn Sie die Feuchtigkeit reduzieren und die Oberfläche versiegeln. Nach dem Duschen oder Kochen wischen Sie die Fliesen mit einem Abzieher oder Tuch trocken. Das entzieht Schimmel und Kalk die Grundlage. Lüften Sie Bad und Küche regelmäßig, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Eine Fugenversiegelung aus dem Baumarkt schützt die poröse Oberfläche. Der Versiegeler dringt in die Poren ein und bildet eine unsichtbare Schutzschicht, die Wasser und Schmutz abperlen lässt. Tragen Sie die Versiegelung auf vollständig trockene, saubere Fugen auf und erneuern Sie sie je nach Beanspruchung einmal im Jahr. Bei stark beanspruchten Fugen in der Dusche kann eine häufigere Erneuerung nötig sein.