Beim monatlichen Kassensturz gleichen Sie Einnahmen und Ausgaben ab. Dabei sehen Sie, welche Rechnungen bezahlt sind oder noch anstehen und wo ein kleiner Sparschritt möglich ist. So erkennen Sie, ob Ihre Einnahmen die Ausgaben decken; ein Überschuss ist nicht sicher.
Prüfen Sie Kontoauszüge, Rechnungen und Belege. Unterscheiden Sie regelmäßige Kosten von Ausgaben, die sich ändern, etwa für Lebensmittel oder Restaurantbesuche. So erkennen Sie, ob eine hohe Ausgabe einmalig war oder jeden Monat wiederkehrt.
Zahlen für den Monat sammeln
Notieren Sie zuerst die Einnahmen, mit denen Sie regelmäßig rechnen, etwa Lohn oder staatliche Leistungen. Planen Sie einmalige Beträge wie Geschenke oder Weihnachtsgeld nicht für ein übliches Monatsbudget ein.
Erfassen Sie danach feste Zahlungen wie Miete, Energie, Telefon und Mitgliedsbeiträge. Nehmen Sie auch seltene Kosten in die Übersicht auf: Teilen Sie zum Beispiel einen jährlichen Versicherungsbeitrag durch zwölf und legen Sie jeden Monat diesen Anteil zurück. So wird die Zahlung im Fälligkeitsmonat nicht zur Überraschung.
| Bereich | Was Sie festhalten |
|---|---|
| Regelmäßige Einnahmen | Betrag und Eingangstag |
| Feste Kosten | Betrag, Empfänger und Fälligkeit |
| Seltene Kosten | Gesamtbetrag und monatlicher Rücklageanteil |
| Veränderliche Ausgaben | Kategorie, Betrag und Datum |
| Offene Rechnungen | Empfänger, Betrag, Frist und Zahlungsstatus |
Erfassen Sie auch kleine Ausgaben und Kartenzahlungen. Da eine Kartenzahlung erst später auf dem Konto erscheinen kann, halten Sie sie beim Kauf fest oder gleichen Sie sie am Monatsende mit Belegen und Kontoauszug ab. Ein Notizbuch, eine Tabelle oder eine digitale Übersicht reichen aus, wenn Sie Datum und Betrag zuverlässig festhalten.
Offene Rechnungen abgleichen
Sammeln Sie Rechnungen und Zahlungsaufforderungen aus Briefpost, E-Mail und Kundenkonten. Vergleichen Sie sie mit den Kontoauszügen. Notieren Sie bei jeder Rechnung den Betrag, die Fälligkeit und einen klaren Status: noch nicht fällig, bezahlt, Zahlung unklar oder überfällig.
Prüfen Sie bei einer unklaren Abbuchung zuerst den Verwendungszweck und gleichen Sie sie mit Ihren Belegen ab. Auf dem Kontoauszug steht manchmal der Name des Zahlungsdienstleisters statt des Geschäfts, in dem Sie eingekauft haben. Wiederkehrende Abbuchungen lohnen ebenfalls einen Blick: Vielleicht zahlen Sie noch für ein Abo oder einen Vertrag, den Sie nicht mehr nutzen.
Wenn eine Lastschrift fragwürdig erscheint, klären Sie sie mit dem Unternehmen. Wenn Sie eine Lastschrift zurückbuchen lassen, endet der Vertrag dadurch nicht automatisch. Halten Sie deshalb fest, ob Sie nur eine Abbuchung beanstanden oder auch den Vertrag kündigen müssen.
Monatsbudget berechnen
Für eine erste Orientierung ziehen Sie die festen Ausgaben von den regelmäßigen Einnahmen ab. Der verbleibende Betrag ist das Budget für veränderliche Ausgaben und Rücklagen. Ziehen Sie anschließend die erfassten veränderlichen Ausgaben ab und berücksichtigen Sie noch offene Verpflichtungen, die im Monat fällig werden.
Stellen Sie das verfügbare Budget den veränderlichen Ausgaben gegenüber. Der Vergleich zeigt, was danach übrig bleibt. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, wie viel Sie normalerweise sparen. Für eine grobe Wochenorientierung lässt sich das Monatsbudget durch vier teilen. Diese Rechnung ist eine Näherung und berücksichtigt nicht, dass Monate unterschiedlich lang sind.
Ein einzelner Monat zeigt nur einen Ausschnitt. Eine Reparatur oder eine seltene Jahreszahlung kann das Ergebnis deutlich verschieben. Vergleichen Sie deshalb mehrere Monate und nehmen Sie jährliche Kosten in die Planung auf. Achten Sie außerdem darauf, offene Rechnungen nicht doppelt zu zählen: Sobald eine Zahlung im Kontoauszug erscheint, markieren Sie die Rechnung als bezahlt.
Einen Sparschritt auswählen
Wenn am Monatsende weniger übrig bleibt als erwartet, suchen Sie zuerst in Ihrer Übersicht nach einer auffälligen Kategorie. Sind die Ausgaben für Außer-Haus-Verpflegung gestiegen, könnten Sie für den nächsten Monat einzelne Mahlzeiten selbst vorbereiten oder Einkäufe gezielter planen. Beobachten Sie anschließend, ob sich die Ausgaben tatsächlich verändert haben.
Auch feste Verträge können Sie prüfen, etwa für Strom, Internet, Handy oder Versicherungen. Vergleichen Sie Leistung, Kosten und Ihren tatsächlichen Bedarf, bevor Sie etwas ändern. Ein Vertrag ist nicht allein deshalb überflüssig, weil eine günstigere Variante existiert.
Sie können auch eine unbekannte Abbuchung klären oder monatlich Geld für eine seltene Rechnung zurücklegen. Orientieren Sie sich an Ihren Zahlen, statt notwendige Ausgaben pauschal zu kürzen.
Bei Zahlungslücken handeln
Reicht das Geld nicht für alle Rechnungen, schreiben Sie sämtliche offenen Zahlungen mit Betrag und Frist auf. Wohnen, Energie, Lebensmittel und notwendige Medikamente sichern die grundlegende Versorgung. Welche Zahlung im Einzelfall Vorrang hat, hängt jedoch von der jeweiligen Forderung und Ihrer Situation ab.
Warten Sie bei absehbaren Schwierigkeiten nicht bis zur nächsten Mahnung. Nehmen Sie früh Kontakt mit dem Gläubiger auf und erklären Sie, was Sie zahlen können. Wenn Miete, Energie oder Lebensmittel nicht mehr gesichert sind, wenden Sie sich an eine anerkannte gemeinnützige Schuldnerberatung. Eine allgemeine Monatsübersicht ersetzt keine individuelle Beratung.
