Wenn die Waschmaschine muffig riecht, sind fast immer Bakterien und Schimmelpilze die Ursache. Sie vermehren sich in feuchten Rückständen aus Wasser, Waschmittel und Schmutz. Dieser Belag geht auf die frische Wäsche über und lässt sie muffig riechen. Den Geruch beseitigen Sie, indem Sie die betroffenen Bereiche gründlich reinigen und die Maschine danach heiß und ohne Wäsche laufen lassen.
Warum die Waschmaschine stinkt
Der Geruch entsteht durch Bakterien und Schimmelpilze, die in feuchten Ablagerungen wachsen. Schmutzige Wäsche und das Frischwasser bringen Keime in die Trommel. Reste von Waschmittel und Fett aus der Kleidung dienen den Keimen als Nahrung. Bei Waschgängen mit 20 bis 40 Grad lösen sich Fette und Schmutz nur unvollständig. Ein Teil bleibt in der Maschine zurück. Normale niedrige Waschgänge töten diese Keime nicht ab. Sie sterben erst bei Temperaturen ab 55 Grad.
Forscher der Universität Furtwangen fanden in Haushaltswaschmaschinen rund 230 Bakterienarten, die meisten in der Einspülkammer. Überdosiertes Waschmittel und Weichspüler verschärfen das Problem. Zu viel Pulver oder Flüssigwaschmittel löst sich nicht vollständig auf und bleibt als Rückstand zurück. Weichspüler legt sich als Film an die Trommel und in die Leitungen. Bleibt die Tür nach dem Waschen geschlossen, kann die Restfeuchte nicht entweichen. In dieser Umgebung vermehren sich Bakterien und Schimmelpilze zu einem zähen Belag, dem Biofilm. Dieser Belag ist für gesunde Haushalte in der Regel kein Gesundheitsrisiko. Er stört vor allem durch den muffigen Geruch, den die Wäsche annimmt.
Diese Bereiche reinigen
Die folgenden Schritte gelten für Frontlader, wie sie in den meisten deutschen Haushalten stehen. Bei einem Toplader liegen Einspülkammer und Flusensieb an anderer Stelle. Die genaue Position nennt die Bedienungsanleitung. Reinigen Sie zuerst die sichtbaren Bereiche, danach folgt das heiße Leerlaufprogramm.
Einspülkammer reinigen
Ziehen Sie die Einspülkammer heraus. Sitzt sie fest, drücken Sie die Entriegelungslasche in der Mitte des Fachs. Das ist bei den meisten Modellen so. Weichen Sie die Kammer in warmem Wasser ein und schrubben Sie Waschmittelreste und dunkle Beläge mit einer Bürste ab. Wischen Sie auch den Schacht dahinter aus, in dem sich das Waschmittel verteilt. Auch dort sammeln sich Ablagerungen. Lassen Sie die Kammer trocknen, bevor Sie sie zurückschieben.
Türdichtung reinigen
In den Falten der Gummidichtung bleiben Wasser, Flusen und kleine Gegenstände aus Hosentaschen hängen. Ziehen Sie die Dichtung mit den Fingern auseinander und wischen Sie die Falten gründlich aus. Entfernen Sie Münzen, Knöpfe und Haare, die sich dort verfangen haben. Zeigen sich dunkle Flecken, reinigen Sie die Stelle mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Spülmittel. Danach trocknen Sie die Dichtung ab. Auch das Türglas wischen Sie ab. Dort bleiben oft Waschmittelreste sichtbar.
Flusensieb reinigen
Das Flusensieb sitzt bei Frontladern hinter einer Klappe unten an der Vorderseite. Es fängt Flusen, Haare und Fremdkörper ab. In der Kammer kann nach jedem Waschgang Restwasser stehen. Öffnen Sie die Klappe langsam und stellen Sie eine flache Schale oder ein Handtuch darunter. Drehen Sie das Sieb heraus, entfernen Sie die Flusen und spülen Sie es unter fließendem Wasser ab. Danach setzen Sie es wieder ein und verschließen die Klappe. Bei Topladern liegt das Sieb meist im Inneren der Trommel.
Heißes Leerlaufprogramm gegen Keime
Nach den sichtbaren Stellen folgt der wichtigste Schritt für Trommel und Leitungen: ein leeres Programm bei hoher Temperatur. Wählen Sie eine hohe Temperatur oder die höchste verfügbare Stufe. Ab 55 Grad sterben Keime ab, ein niedriges Programm erreicht das nicht. Lassen Sie die Maschine ohne Wäsche laufen. Viele Geräte besitzen ein eigenes Reinigungsprogramm, das Sie nach Herstellerangabe starten. Sie können zusätzlich einen handelsüblichen Maschinenreiniger verwenden und ihn nach Packungsangabe dosieren. Essig und Zitronensäure sind als Hausmittel verbreitet, aber nicht unbedenklich. Die Säure kann Gummidichtungen und Kunststoffteile mit der Zeit angreifen. Halten Sie sich im Zweifel an die Empfehlungen des Herstellers.
Gerüchen im Alltag vorbeugen
Der wirksamste Schutz gegen neue Gerüche ist trockene Luft in der Maschine. Lassen Sie die Tür nach dem Waschen offen oder nur angelehnt, bis die Trommel getrocknet ist. Bei Frontladern ziehen Sie die Einspülkammer einen Spalt heraus, damit auch dieser Bereich belüftet wird. Nehmen Sie feuchte Wäsche direkt nach Programmende heraus und lassen Sie sie nicht über Stunden in der Trommel liegen.
Dosieren Sie Waschmittel und Weichspüler nach der Angabe auf der Verpackung und berücksichtigen Sie die Wasserhärte an Ihrem Wohnort. Mehr Mittel als nötig hinterlässt mehr Rückstände. Auf diesen Rückständen wachsen Bakterien. Auf Weichspüler können Sie verzichten. Sein Film setzt sich in Trommel und Schläuchen ab.
Waschen Sie nicht ausschließlich bei niedrigen Temperaturen. Für den Alltag reichen niedrige Temperaturen, um Kleidung sauber zu bekommen. Das bestätigt auch das Umweltbundesamt. Trotzdem sollte regelmäßig ein heißer Waschgang laufen, damit sich keine Keime ansammeln. Handtücher, Bettwäsche und Haushaltstextilien vertragen hohe Temperaturen und bieten sich dafür an.