Staub auf Möbeln kehrt schnell zurück, weil er täglich neu entsteht und sich nicht vollständig vermeiden lässt. Sie können die Menge aber deutlich reduzieren, wenn Sie die Quellen kennen und ein paar gezielte Maßnahmen umsetzen.
Woher der Hausstaub kommt
Hausstaub ist eine Mischung aus Hautschuppen, Textilfasern, Pollen und vielen anderen winzigen Partikeln. Ein Teil entsteht in der Wohnung, ein anderer kommt von draußen herein. Wer die Quellen kennt, kann gezielt etwas dagegen tun.
Von draußen kommt Staub vor allem beim Lüften durchs Fenster. Wenn Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen, gelangen zusätzlich Ruß, Reifenabrieb und Bremsstaub in die Wohnung. Auch Industrieanlagen und Kraftwerke geben Staub ab. Zudem schleppen Sie Staub über Kleidung und Schuhe ins Haus.
In der Wohnung entsteht Staub bei alltäglichen Tätigkeiten wie Kochen, Backen, Handwerken oder Rauchen. Dazu kommen Geräte, die Partikel abgeben: rußende Kerzen, Toaster und Laserdrucker sowie Kamine und Kaminöfen. Im Winter kommen Heizungsanlagen dazu. Holz- und Kohleheizungen sind bedeutende Staubquellen, Gasheizungen geben am wenigsten Staub ab.
Textilien sind eine der größten Staubquellen in Innenräumen. Kleidung, Teppiche, Polstermöbel und Vorhänge geben ständig feine Fasern ab. Auch Haustiere erzeugen Staub durch Hautschüppchen und Haare.
Staub draußen lassen
Der einfachste Weg, Staub auf Möbeln zu reduzieren, beginnt an der Tür. Eine Fußmatte vor der Eingangstür und eine zweite direkt dahinter fangen einen großen Teil des Schmutzes ab, den Sie an den Schuhen hereintragen. Noch besser ist es, die Schuhe im Flur auszuziehen. Das reduziert nicht nur Staub, sondern auch Sand und kleine Steinchen, die sonst auf dem Boden und später auf den Möbeln landen.
Auch die Kleidung bringt Staub ins Haus. Jacken und Mäntel, die draußen getragen wurden, sollten Sie nicht im Wohnzimmer aufhängen, sondern im Flur oder in einem Schrank. Dort setzen sich die Partikel ab, ohne sich im ganzen Raum zu verteilen.
Beim Lüften gilt: Lüften ist das beste Mittel gegen Staub, aber der Zeitpunkt ist wichtig. Lüften Sie nicht, wenn draußen viel Verkehr herrscht oder die Straße gereinigt wird. Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster für einige Minuten bringt frische Luft herein, ohne dass sich über Stunden Staub ansammelt. Dauergekippte Fenster lassen dagegen ständig Partikel hereinwehen.
Staubquellen in der Wohnung reduzieren
In der Wohnung können Sie einige Quellen direkt beeinflussen. Offene Regale sammeln Staub auf allen Flächen. Wenn Sie Bücher, Deko oder Geschirr hinter Glas aufbewahren, bleiben sie länger sauber und Sie müssen seltener abstauben. Das gilt besonders für Regale in der Nähe von Heizungen oder Fenstern, wo sich Staub schneller absetzt.
Textilien geben ständig Fasern ab. Legen Sie weniger Kleidung, Decken und Kissen offen hin. Trocknen Sie Wäsche nicht offen im Raum, denn dabei gelangen Feuchtigkeit und Fusseln in die Luft. Ein Wäscheständer im Bad oder auf dem Balkon hält die Partikel aus dem Wohnbereich fern.
Kerzen sind eine unterschätzte Staubquelle. Rußende Kerzen, besonders solche mit Duftstoffen oder aus minderwertigem Wachs, geben feine Partikel ab, die sich auf allen Oberflächen absetzen. Wenn Sie Kerzen anzünden, achten Sie auf eine saubere, kurze Flamme ohne Rußspuren. Noch besser: Verzichten Sie im Wohnzimmer ganz auf Kerzen oder lassen Sie sie nur kurz brennen.
Auch beim Kochen entsteht Staub. Ein Dunstabzug oder zumindest ein geschlossener Topfdeckel hält Fett- und Speisepartikel in der Küche. Wenn Sie braten oder backen, schließen Sie die Küchentür, damit sich die Partikel nicht im ganzen Wohnraum verteilen.
Möbel so behandeln, dass sie weniger Staub anziehen
Nicht jede Oberfläche zieht Staub gleich stark an. Glatte, lackierte oder versiegelte Flächen lassen sich leichter abwischen und halten Staub weniger fest als raue, offenporige Oberflächen. Wenn Sie neue Möbel kaufen, achten Sie auf die Oberfläche: Hochglanz und versiegeltes Holz sind pflegeleichter als unbehandeltes Holz oder Stoffbezüge.
Bei vorhandenen Möbeln hilft eine regelmäßige Pflege, die Oberfläche glatt zu halten. Möbelpolitur oder ein feuchtes Mikrofasertuch entfernen nicht nur Staub, sondern hinterlassen eine dünne Schicht, auf der neuer Staub weniger gut haftet. Verwenden Sie nicht zu viel Produkt, sonst klebt der Staub an den Rückständen fest.
Stoffbezogene Möbel wie Sofas und Sessel sollten Sie regelmäßig absaugen. Dafür eignet sich der Polsteraufsatz des Staubsaugers. Kissen und Decken können Sie draußen ausschütteln. Das entfernt mehr Staub als das Absaugen in der Wohnung. Wenn Sie Haustiere haben, saugen Sie Polstermöbel häufiger ab, denn Tierhaare und Hautschuppen setzen sich tief im Gewebe fest.
Stellen Sie Regale und Schränke nicht direkt neben die Heizung. Warme, aufsteigende Luft wirbelt Staub auf und verteilt ihn im Raum. Offene Regale in der Nähe von Fenstern fangen ebenfalls mehr Staub, weil beim Lüften Partikel hereingelangen und sich direkt auf den Flächen absetzen.
Die richtigen Werkzeuge fürs Abstauben
Mit dem richtigen Werkzeug stauben Sie schneller und gründlicher ab. Ein Mikrofasertuch ist dafür am besten geeignet, weil es Staub aufnimmt und festhält, statt ihn nur zu verreiben. Für empfindliche Oberflächen wie Hochglanz oder lackiertes Holz verwenden Sie ein weiches, fusselfreies Tuch.
Ein Staubwedel aus Mikrofaser oder mit elektrostatischer Aufladung eignet sich gut für große, ebene Flächen und für schwer erreichbare Stellen wie Lampen oder Bilderrahmen. Er zieht den Staub an, statt ihn aufzuwirbeln. Für Ecken, Ritzen und Zwischenräume hilft eine schmale Bürste oder der schmale Düsenaufsatz des Staubsaugers.
Wichtig ist die Reihenfolge beim Putzen: Stauben Sie zuerst die hohen Flächen ab und arbeiten Sie sich nach unten vor. So fällt der Staub, den Sie lösen, auf Flächen, die Sie noch nicht geputzt haben. Zum Schluss saugen oder wischen Sie den Boden. Wenn Sie es umgekehrt machen, setzt sich der aufgewirbelte Staub auf den frisch geputzten Möbeln ab.
Routine zum selteneren Abstauben
Sie müssen nicht jeden Tag zum Staubtuch greifen, wenn Sie die Staubquellen reduziert haben. Eine realistische Routine sieht so aus:
Wöchentlich: Saugen Sie die Böden und saugen Sie Polstermöbel mit dem Polsteraufsatz ab. Wischen Sie die großen, glatten Flächen wie Tische, Fensterbänke und Regalbretter mit einem Mikrofasertuch ab. Das dauert pro Raum nur wenige Minuten, wenn Sie die Flächen nicht überladen.
Alle zwei Wochen: Stauben Sie die schwer erreichbaren Stellen ab, also Lampen, Bilderrahmen, Oberkanten von Schränken und die Rückseiten von Geräten. Dort sammelt sich Staub, den Sie im Alltag nicht sehen, der aber beim nächsten Lüften wieder in den Raum gewirbelt wird.
Monatlich: Waschen Sie Textilien, die viel Staub aufnehmen, also Kissenbezüge, Decken und Vorhänge. Schütteln Sie Kissen und Decken draußen aus. Wenn Sie Haustiere haben, waschen Sie deren Decken und Körbchen häufiger.
Diese Routine funktioniert nur, wenn Sie die Staubquellen dauerhaft reduziert haben. Wer weiterhin offene Regale voller Deko hat, Kerzen brennen lässt und die Schuhe in der Wohnung trägt, wird auch mit der besten Routine nicht seltener abstauben müssen.