Spontankäufe, vermeintliche Angebote und kleine regelmäßige Abbuchungen verursachen unnötige Ausgaben. Wer vor dem Einkauf prüft, was gebraucht wird, und zu Hause Ausgaben und Verbrauch im Blick behält, erkennt unnötige Ausgaben früh.
Vor dem Einkauf planen
Sehen Sie im Kühlschrank, im Vorratsschrank und im Gefrierfach nach, bevor Sie eine Einkaufsliste schreiben. Planen Sie grob, was Sie in den nächsten Tagen kochen möchten, und setzen Sie einen Höchstbetrag für den Einkauf fest. So kaufen Sie gezielter und nehmen weniger mit, nur weil ein Produkt auffällig platziert ist.
Gehen Sie möglichst nicht hungrig einkaufen. Aktionsaufsteller und Düfte sollen zum Zugreifen anregen. Das gilt auch für Waren an der Kasse. Prüfen Sie bei zusätzlichen Süßigkeiten und anderen Extras kurz, ob Sie sie wirklich kaufen möchten. Steht der Artikel nicht auf Ihrer Liste, lassen Sie ihn zunächst liegen. Bei Onlinekäufen hilft es, einen Artikel erst auf eine Merkliste zu setzen und später zu prüfen, ob Sie ihn tatsächlich brauchen.
Prüfen Sie auch Ihre Kundenkarten und Einkaufs-Apps. Ein Rabatt ist nur dann hilfreich, wenn Sie das Produkt ohnehin kaufen wollten. Prüfen Sie außerdem die Datenschutzeinstellungen, denn personalisierte Werbung kann zu weiteren Käufen verleiten.
Angebote richtig vergleichen
Vergleichen Sie bei verpackten Lebensmitteln den Grundpreis, also den Preis je Mengeneinheit, statt nur den Preis der Packung. Nach der Preisangabenverordnung wird der Grundpreis je nach Ware zum Beispiel pro Kilogramm oder Liter angegeben. Eine große Packung ist damit nicht automatisch günstiger. Sie lohnt sich nur, wenn sie einen niedrigeren Grundpreis hat und Sie den Inhalt rechtzeitig verbrauchen.
Bleibt der Packungspreis gleich, obwohl weniger Inhalt enthalten ist, spricht man von „Shrinkflation“. Verändert sich die Zusammensetzung oder sinkt die Qualität bei gleichbleibendem Preis, heißt das „Skimpflation“. Prüfen Sie bei vertrauten Produkten deshalb gelegentlich Füllmenge und Zutatenliste. Ein Aktionsschild allein belegt keinen Preisvorteil.
Reduzierte Ware nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum kann günstig sein, wenn sie in Ihren Speiseplan passt. Kaufen Sie sie nur, wenn Sie sie rechtzeitig verwenden können. Dasselbe gilt für Markenwechsel: Eigenmarken können eine passende Alternative sein, doch bei besonderen Anforderungen lohnt sich der Blick auf Zutaten und konkrete Produkttests.
Lebensmittel vollständig nutzen
Zu große Einkäufe werden teuer, wenn frische Lebensmittel verderben. Das Umweltbundesamt bezifferte die Lebensmittelabfälle privater Haushalte in Deutschland für 2022 auf rund 74,5 Kilogramm pro Kopf. Die Zahl umfasst auch Bestandteile, die sich nicht vermeiden lassen, und veranschaulicht den Wert besserer Planung im Alltag, ohne ein persönliches Einsparziel vorzugeben.
Planen Sie empfindliche frische Lebensmittel eher für die ersten Tage nach dem Einkauf ein. Stellen Sie Reste sichtbar in den Kühlschrank und bauen Sie sie in die nächste Mahlzeit ein. Was sich dafür eignet, können Sie einfrieren. Kaufen Sie Großpackungen nur, wenn die Menge zu Ihrem Verbrauch und Ihren Lagermöglichkeiten passt.
Unterscheiden Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Verbrauchsdatum. Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet bei ungeöffneter, richtig gelagerter Ware nicht automatisch, dass sie verdorben ist. Das Verbrauchsdatum kennzeichnet dagegen leicht verderbliche Lebensmittel, die nach Ablauf nicht mehr gegessen werden sollen. Nach dem Öffnen gelten außerdem die Lagerhinweise auf der Packung; das ursprüngliche Mindesthaltbarkeitsdatum reicht dann nicht als Orientierung.
Kleine Ausgaben sichtbar machen
Kleine Kartenzahlungen, regelmäßige Abos und jährliche Rechnungen fallen einzeln wenig auf, summieren sich aber im Haushaltsbudget. Tragen Sie Einnahmen und feste Ausgaben in ein Haushaltsbuch, eine Tabelle oder eine passende App ein. Rechnen Sie Kosten, die nur ein- oder zweimal im Jahr anfallen, auf den Monat um. So vergleichen Sie Ihre Ausgaben realistischer mit dem verfügbaren Geld.
Erfassen Sie regelmäßig variable Ausgaben, etwa für Lebensmittel sowie für Mobilität und Freizeit. Für viele Haushalte reicht es, einmal pro Woche Belege und Kontobewegungen nachzutragen, um vergessene Beträge zu entdecken. Prüfen Sie zum Monatsende, welche Ausgaben über dem geplanten Rahmen lagen. Ein Haushaltsbuch zeigt Ihnen, wo Sie Ihre Ausgaben ändern können.
Gehen Sie auch wiederkehrende Verträge durch. Fragen Sie sich bei Streamingdiensten, Mitgliedschaften und anderen Abos, ob Sie sie noch nutzen. Für bestimmte Verträge, die Sie online abschließen können und die regelmäßig weiterlaufen, müssen Anbieter eine Online-Kündigung ermöglichen. Kündigungsfristen und Regeln hängen jedoch vom jeweiligen Vertrag ab.
Haushaltskosten prüfen
Bei Stromkosten lohnt sich zunächst der Blick auf Geräte, die unnötig im Stand-by laufen. Schalten Sie Geräte ganz aus, wenn Sie sie nicht benötigen, und messen Sie bei Bedarf den Verbrauch mit einem Strommessgerät. Wie viel Strom Sie dadurch sparen, hängt davon ab, welche Geräte angeschlossen sind und wie lange sie im Stand-by bleiben.
Tauschen Sie ein funktionierendes Haushaltsgerät nicht allein wegen eines besseren Energielabels aus. Vergleichen Sie Anschaffungspreis, Jahresverbrauch, Nutzung und erwartete Restlebensdauer. Bei Kühl- und Gefriergeräten kann der Verbrauch stärker ins Gewicht fallen als bei manchen anderen Haushaltsgeräten. Entscheidend ist die Rechnung für Ihr Gerät und Ihren Strompreis. Auch beim Anbieterwechsel sollten Sie Grund- und Arbeitspreis ohne einen einmaligen Wechselbonus vergleichen.