Verliert der Staubsauger sichtbar an Saugkraft und lässt grobe Krümel liegen, liegt das meist an einer von fünf Ursachen: verschmutzter Filter, voller Staubbeutel oder Staubbehälter, Verstopfung im Saugrohr oder Defekt an Motor oder Elektronik. Die meisten dieser Probleme beheben Sie selbst in wenigen Minuten, ohne Werkzeug und ohne Ersatzteile. Ein teures Ersatzgerät oder der Kundendienst ist erst nötig, wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind.
Die Prüfreihenfolge gilt für klassische Staubsauger mit Beutel, beutellose Modelle mit Behälter und Akku-Handgeräte. Schließen Sie zuerst die einfachen Ursachen aus, bevor Sie an Motor oder Elektronik denken.
Filter zuerst prüfen
Der Filter ist die häufigste Ursache für nachlassende Saugkraft. Ein zugesetzter Filter lässt weniger Luft durch. Dadurch sinkt der Unterdruck, und der Staubsauger nimmt selbst feinen Staub nicht mehr auf. Viele Modelle haben mehrere Filter: einen Motorschutzfilter, einen Abluftfilter und bei beutellosen Geräten zusätzlich einen Zyklon- oder HEPA-Filter. Prüfen Sie alle Filter, nicht nur den, der im Handbuch am auffälligsten beschrieben ist.
Ersetzen Sie einen Filter, der dunkel verfärbt oder beschädigt ist. Ein leicht verschmutzter Filter lässt sich meist ausklopfen oder unter lauwarmem Wasser ausspülen. Achten Sie dabei auf die Herstellerangabe: Manche Filter sind nicht waschbar und verlieren durch Wasser ihre Filterwirkung. Lassen Sie einen gewaschenen Filter vollständig trocknen, bevor Sie ihn wieder einsetzen, sonst klumpt der Staub und der Filter verstopft erneut.
Staubbeutel und Staubbehälter leeren
Ein voller Staubbeutel oder ein überfüllter Staubbehälter reduziert die Saugleistung deutlich. Bei Beutelgeräten hilft Schütteln oder Ausklopfen nicht: Die Poren des Beutels setzen sich mit feinem Staub zu, und der Beutel verliert seine Durchlässigkeit. Wechseln Sie den Beutel, sobald die Füllanzeige das Maximum erreicht oder die Saugkraft spürbar nachlässt.
Bei beutellosen Geräten leeren Sie den Behälter regelmäßig und reinigen Sie zusätzlich den Zyklon oder die Trennkammer. Ein verklebter Staubkuchen in der Kammer verstopft den Luftweg genauso wie ein voller Beutel. Manche Hersteller empfehlen, den Behälter nach dem Leeren mit einem trockenen Tuch auszuwischen, damit kein Staub an den Wänden haften bleibt.
Verstopfungen im Saugrohr suchen
Wenn Filter und Behälter sauber sind, liegt die Ursache oft in einer Verstopfung. Haare, Fusseln oder ein kleines Spielzeug können sich in der Düse, im Saugrohr oder im Schlauch festsetzen. Bauen Sie das Saugrohr ab und prüfen Sie jeden Abschnitt einzeln. Bei einem verstopften Schlauch hilft ein langer, biegsamer Gegenstand oder ein kräftiger Schlag auf den Schlauch, um das Hindernis zu lösen. Achten Sie darauf, dass Sie den Schlauch nicht knicken, denn ein abgeknickter Schlauch blockiert den Luftstrom genauso wie eine Verstopfung.
Auch die Bürstenrolle an der Bodendüse ist eine häufige Fehlerquelle. Wenn sich Haare und Fäden um die Rolle wickeln, dreht sie sich nicht mehr richtig und die Düse saugt nichts mehr auf. Schneiden Sie die Fasern mit einer Schere ab und entfernen Sie die Reste von Hand. Bei vielen Modellen lässt sich die Bürstenrolle ohne Werkzeug herausnehmen und reinigen.
Motor und Elektronik zuletzt prüfen
Wenn alle genannten Stellen sauber sind und der Staubsauger trotzdem keine Saugkraft entwickelt, ist der Motor oder die Elektronik defekt. Ein ungewöhnliches Geräusch, ein verbrannter Geruch oder ein Motor, der nach kurzer Zeit abschaltet, weist auf einen solchen Schaden hin. In diesem Fall lohnt sich der Blick ins Handbuch oder die Anfrage beim Hersteller, ob eine Reparatur wirtschaftlich ist. Bei günstigen Geräten übersteigt der Reparaturaufwand oft den Wert des Staubsaugers.
Einige Hersteller verbauen Dauerfilter, die nicht gewechselt werden müssen. Beim Modell Henry von Numatic hält der permanente Filter nach Herstellerangabe bis zu vier Jahre. Solche Filter sollten Sie trotzdem regelmäßig prüfen, denn auch ein Dauerfilter verliert durch groben Schmutz mit der Zeit seine Wirkung.