Eine Trinkflasche ist erst sauber, wenn Deckel, Dichtung und Mundstück mitgereinigt sind. Genau dort sammeln sich Feuchtigkeit, Speichelreste und Bakterien. Die Teile sind schwer erreichbar und bleiben nach dem Spülen lange nass. Wer nur den Flaschenkörper ausspült, übersieht die Stellen, an denen sich Keime festsetzen.

Warum Deckel und Dichtung Keime sammeln

Der Verschluss ist der empfindlichste Teil einer Trinkflasche. In der Dichtung und im Gewinde bleibt nach jedem Trinken Restfeuchtigkeit zurück, und beim Trinken gelangt Speichel direkt an Mundstück und Innenseite des Deckels. Zusammen mit Wärme entsteht dort ein feuchtes Milieu, in dem sich Mikroorganismen vermehren.

Professor Martin Loessner von der ETH Zürich nennt zwei Hauptprobleme. Zusätze wie Fruchtsäfte, Brausetabletten oder isotonische Getränke fördern das Wachstum von Mikroorganismen. Viele Flaschen werden gar nicht richtig gereinigt. Reines Leitungswasser ohne Zusätze bleibt dagegen in einer sauberen Flasche längere Zeit keimfrei.

Wie schnell sich Keime ansammeln, zeigt eine vielzitierte Untersuchung. In Mehrwegflaschen fanden Forscher im Schnitt 20,8 Millionen koloniebildende Einheiten, also vermehrungsfähige Bakterien. Das ist mehr, als ein Hundenapf enthält. Das zeigt: Regelmäßiges Spülen allein reicht nicht.

Trinkflasche von Hand reinigen

Die gründliche Handreinigung dauert nur wenige Minuten, wenn Sie die Flasche in ihre Einzelteile zerlegen. Schrauben Sie den Deckel ab, ziehen Sie die Dichtung heraus und nehmen Sie, falls vorhanden, Mundstück und Trinkhalm ab. Nur so erreichen Sie die Stellen, an denen sich Reste festsetzen.

Spülen Sie alle Teile mit warmem Wasser und etwas mildem Spülmittel. Für den Flaschenkörper eignet sich eine Flaschenbürste mit langem Stiel, für die Dichtungsnut und das Gewinde eine kleine Bürste oder ein Wattestäbchen. Bürsten Sie auch den Rand der Flaschenöffnung ab, denn er kommt beim Trinken direkt mit den Lippen in Kontakt. Spülen Sie anschließend alles gründlich mit klarem Wasser ab, damit keine Spülmittelreste zurückbleiben.

Das Trocknen ist genauso wichtig wie das Waschen. Stellen Sie Flasche, Deckel und Dichtung getrennt auf ein Abtropfgitter, sodass das Wasser ablaufen kann. Eine zusammengesetzte Flasche trocknet innen nur langsam, und genau diese Restfeuchtigkeit lässt Keime wachsen.

Wie oft gereinigt werden muss, hängt vom Inhalt ab. Nach Getränken mit Zucker, Säften, Milch oder Zusätzen wie Brausetabletten sollten Sie die Flasche nach jedem Gebrauch gründlich reinigen. Bei reinem Leitungswasser genügt es, die Flasche regelmäßig auszuspülen und ab und zu komplett zu reinigen.

Was die Spülmaschine verträgt

Ob die Spülmaschine eine gute Wahl ist, hängt vom Material und vom Bauteil ab. Der Flaschenkörper aus Glas oder Edelstahl verträgt die Maschine in der Regel problemlos. Beide Materialien sind geschmacksneutral, leicht zu säubern und geben laut TÜV-Verband keine chemischen Stoffe an das Getränk ab.

Bei Kunststoffflaschen kommt es auf die Sorte an. Tritan, ein verbreiteter Flaschenkunststoff, hält in der Spülmaschine Temperaturen bis 60 Grad Celsius stand. Spülmittel und Klarspüler bauen das Polymer jedoch mit jeder Wäsche ab und verringern die mechanische Festigkeit. Nach etwa 60 Spülgängen ist die Grenze erreicht, während bei ausschließlich schonender Handreinigung weit über 300 Reinigungen möglich sind. Scharfe oder ungeeignete Reinigungsmittel senken diese Zahl deutlich.

Deckel, Dichtungen und Mundstücke gehören dagegen meist in die Handwäsche, auch wenn die Flasche selbst spülmaschinenfest ist. Die kleinen Kunststoffteile liegen im Geschirrspüler an heißen Stellen und kommen mit aggressiveren Reinigern in Kontakt als beim Abwasch. Dichtungen verformen sich, und der Deckel verliert seinen festen Sitz. Ein Blick auf das Spülmaschinensymbol oder die Herstellerangabe hilft, bevor Sie den Deckel in die Maschine legen.

Für alle Materialien gilt: In der EU müssen Kunststoffe, die dauerhaft mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, dem Lebensmittelrecht entsprechen und Mindestsicherheitsstandards erfüllen. Das sagt aber nichts über die Spülmaschinenfestigkeit aus. Es bestätigt nur die Unbedenklichkeit der Materialien.

Gerüche und Beläge entfernen

Wenn die Flasche trotz regelmäßiger Reinigung muffig riecht, hilft eine milde Behandlung. Füllen Sie die Flasche mit warmem Wasser und einem Teelöffel Natron, lassen Sie die Lösung einige Stunden stehen und spülen Sie danach gründlich nach. Die Dichtung können Sie in derselben Lösung einweichen. Danach müssen alle Teile vollständig trocknen.

Verzichten Sie auf aggressive Reiniger, Bleichmittel und scheuernde Schwämme. Sie greifen Kunststoff und Dichtungen an und können Kratzer hinterlassen, in denen sich Bakterien festsetzen. Bei hartnäckigen Belägen im Flascheninneren hilft eine Flaschenbürste mit weichen Borsten mehr als ein stärkeres Mittel.

Wann Sie die Trinkflasche ersetzen

Eine Trinkflasche hält nicht ewig. Wenn die Dichtung Risse bekommt, ihre Form verliert oder sich hart anfühlt, sollten Sie sie ersetzen. Sie dichtet dann nicht mehr zuverlässig und bietet Bakterien eine Angriffsfläche. Viele Hersteller verkaufen Ersatzdichtungen einzeln, das verlängert die Lebensdauer der Flasche.

Auch der Flaschenkörper hat eine Grenze. Tiefe Kratzer, Sprünge oder ein Geruch, der auch nach gründlicher Reinigung nicht verschwindet, zeigen, dass das Material ausgelaugt ist. Dann ist eine neue Flasche die hygienischere Wahl. Wer eine neue Flasche kauft, sollte auf eine große Öffnung und wenige schwer zugängliche Ecken achten, denn solche Modelle lassen sich deutlich leichter reinigen.